Urlaub in Aurich Verkehrsverein unterstreicht Bedeutung des Hafens für Tourismus
Im Auricher Hafen gibt es auf dem Wasser jährlich 2200 Übernachtungen. Doch auch andere Angebote dort werden von Tausenden Gästen genutzt. Das sind die Zahlen des Verkehrsvereins.
Aurich - Die Planung für die neue Steganlage am Auricher Hafen soll bald beginnen. Für das kommende Jahr stehen 500.000 Euro an Baukosten im Haushaltsplan der Stadt – und zwar verbindlich, als Verpflichtungsermächtigung. Es geht um einen neuen Steg an der Seite des Großen Setts. Und laut Marco Bordasch vom Auricher Verkehrsverein ist dies auch eine Investition, die die Wirtschaft ankurbelt. „Der Auricher Hafen ist aus tourismusstrategischer Sicht neben der Innenstadt und dem Freizeit- und Erholungsgebiet Tannenhausen einer unserer drei geografischen Schwerpunkte, die es ständig weiterzuentwickeln gilt“, so Bordasch.
Maritime Themen spielten bei den Urlaubern in Ostfriesland eine wichtige Rolle. Diese könnten die Gäste in Aurich aktiv mit dem eigenen Motorboot oder in kleiner Version per Tretboot, E-Motorboot oder Kanu im Verleih des Verkehrsvereins am Hafen erleben. Oder passiv auf der MS Stadt Aurich, auf den Terrassen der beiden ansässigen Gastronomiebetriebe sowie per Rad am Ems-Jade-Kanal. „Insgesamt ist der Ems-Jade-Kanal zwischen Emden und Wilhelmshaven ein kulturhistorisches Highlight, und der Auricher Hafen liegt mittendrin“, sagt Aurichs Touristik-Chef.
Insbesondere bei Radtouristen, Naherholern und Einheimischen habe der Auricher Hafen sich zudem als festes Ausflugsziel etabliert, da er die entsprechende Infrastruktur und Attraktivität biete. Das touristische Motto dahinter lautet „Seeleute ziehen Sehleute an“. Wo es Boote und Leben auf dem Wasser gibt, gibt es also auch Zuschauer.
Zwei buchbare Hausboote nutzen den Steg
Die 2007 gebauten Fingerstege am Großen Sett seien bei Motorbootfahrern sehr beliebt, so Bordasch. Anders als der Stegbereich an der Hafenkiste, der von Auricher Vereinen genutzt wird, und den Stegen am Hafenhäuschen, wo Tagesgäste Boote oder Räder leihen können, seien die Stege am Großen Sett ausschließlich touristischen Bootsgästen vorbehalten. Auch zwei Hausboote, die von Urlaubern gemietet werden können, um die ostfriesischen Wasserläufe zu erkunden, haben dort ihre Basis.
Saisonlieger haben Bordasch zufolge entlang des Ufers im Stichkanal Richtung Julianenburger Straße ihr Domizil. Die Liegeplätze dort seien stets ausgebucht.
Die Renovierung beziehungsweise Erneuerung der knapp 20 Jahre alten Stege am Großen Sett seien „für die Gesamtentwicklung des Auricher Hafens daher von entscheidender Bedeutung“, meint Bordasch. Die grundsätzliche Gestaltung der Liegeplätze habe sich aus Sicht des Verkehrsvereins bewährt und sollte so beibehalten werden. Detailverbesserungen würden sicherlich im Konzept berücksichtigt.
Bordasch liefert auch einige Zahlen mit: Im Sommerhalbjahr nutzen im Durchschnitt rund 7000 Gäste das Ausflugsschiff MS Stadt Aurich. 2500 Gäste leihen sich in dieser Zeit ein Tretboot oder Motorboot aus. Rund 2000 Gäste nutzen die Angebote der Paddel- und Pedalstation.
Zentraler Knotenpunkt im Radverkehrsnetz
Die Hafenmeisterei betreut im Auricher Hafen 45 Liegeplätze, wovon rund ein Dutzend mit Dauerliegern belegt ist. 350 Gastboote fahren pro Saison im Schnitt in den Auricher Hafen ein und erzeugen dort jeweils mindestens eine Übernachtung. Tatsächlich kommen durch die Bootfahrer aber deutlich höhere Übernachtungszahlen zusammen, so Bordasch. Nämlich rund 2200 pro Jahr.
Neben den Touristen ist die Infrastruktur im Hafen noch für drei Sportvereine wichtig, nämlich den Ruderclub Argo Aurich, den Kanuclub De Geusen und den Kanuclub EMJAK.
Bordasch betont auch die zentrale Lage des Hafens, die ihn für Touristen besonders interessant mache. Er liege nicht nur im Urlaubsland Ostfriesland mit insgesamt rund 26 Millionen Übernachtungen pro Jahr, sondern auch nahe am Schwimmbad De Baalje und den dortigen Wohnmobilstellplätzen, an der Jugendherberge und an der Auricher Innenstadt mit ihren Übernachtungs- und Ausgehmöglichkeiten.
Der Ems-Jade-Kanal sei der zentrale Wasserweg auf der ostfriesischen Halbinsel und der Auricher Hafen spiele auch eine große Rolle im regionalen Radwegenetz, so Bordasch: Die Aurich-Rundtouren, der Ems-Jade-Kanal-Radweg, die Friesenroute Rad up Padd und die Friesische Mühlentour führen dort entlang.