Projekt in Münkeboe  Erlebnispark in der Warteschleife

| | 11.07.2025 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Mehrgenerationenplatz in Moordorf ist ein Beispiel dafür, wie sich Spiel, Sport und Begegnung kombinieren lassen. Über das Konzept für den Erlebnispark Eibenstraße ist indes noch nichts bekannt. Foto: Holger Janssen
Der Mehrgenerationenplatz in Moordorf ist ein Beispiel dafür, wie sich Spiel, Sport und Begegnung kombinieren lassen. Über das Konzept für den Erlebnispark Eibenstraße ist indes noch nichts bekannt. Foto: Holger Janssen
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Einen „Erlebnispark“ plant die Gemeinde Südbrookmerland an der Eibenstraße in Münkeboe. Doch bislang tut sich diesbezüglich kaum etwas. Das sind die Gründe.

Münkeboe - An der Eibenstraße in Münkeboe herrscht Stillstand – zumindest auf den ersten Blick. Wer über den Zaun der ausgewiesenen Spielfläche schaut, sieht wenig von dem, was dort einmal entstehen soll: ein „zentraler und generationsübergreifender Erlebnisort“ für das ganze nördliche Südbrookmerland. Die Pläne sind da, die Förderung wäre üppig, doch die Gemeinde kann bisher nicht loslegen. Bürgermeister Thomas Erdwiens beantwortet die drängendste Frage dazu nüchtern: „Es tut sich noch nichts.“

Woran liegt es? Im Rahmen des Dorfentwicklungsprozesses „Nördliches Südbrookmerland“ hat die Gemeinde Südbrookmerland beim Amt für regionale Landesentwicklung in Aurich einen Förderantrag über die sogenannte ZILE-Richtlinie gestellt – und zwar pünktlich zum Stichtag Ende September. Der Zuschuss wäre enorm attraktiv: Die Förderung könnte bis zu 90 Prozent der Kosten decken. Im Haushalt ist das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 370.000 Euro vorgesehen, bei einer erwarteten Fördersumme von 332.000 Euro bliebe für die Gemeinde selbst ein überschaubarer Eigenanteil von etwa 38.000 Euro.

Doch damit das Geld überhaupt fließt, braucht es einen Zuwendungsbescheid. Und der lässt weiter auf sich warten. Erdwiens sagt: „Leider liegt der Gemeinde derzeit noch kein Zuwendungsbescheid vor. Vor Erteilung eines Bewilligungsbescheides darf noch nicht mit der Maßnahme begonnen werden.“ Konkret heißt das: Solange der Bund die Mittel nicht freigibt, bleiben die Südbrookmerlander Planer an die Vorgaben gebunden.

Kein klassischer Spielplatz

Die Gemeinde will keinen klassischen Spielplatz bauen, sondern eine Aufenthaltsfläche für alle Generationen, die auch als Treffpunkt und Veranstaltungsort funktioniert. Es geht um eine Begegnungsfläche mit hoher Aufenthalts- und Spielqualität – mit Elementen, die sich harmonisch in die bestehende Nachbarschaft einfügen sollen. Schon jetzt wird das Areal etwa für das Aufstellen des Maibaums genutzt. Die Verwaltung hat zugesagt, dass die Anwohner in die Ausgestaltung einbezogen werden.

Die ursprüngliche Idee stammt aus einem politischen Beschluss der vergangenen Wahlperiode. Damals hatte man sich darauf verständigt, einige kleinere und wenig genutzte Spielplätze aufzugeben und stattdessen fünf größere Anlagen mit besonderer Ausstattung zu schaffen – sogenannte „Leuchtturmspielplätze“. Drei davon gibt es bereits am Großen Meer, am Schwanenweg in Moordorf und an der Beethovenstraße in Victorbur. In Uthwerdum wurde das verfügbare Geld auf zwei Anlagen verteilt. Im nördlichen Teil der Gemeinde jedoch scheiterte die Standortsuche lange an passenden Flächen.

Im Zuge des Dorfentwicklungsprogramms „Nördliches Südbrookmerland“ bot sich schließlich die Chance, die Planungen mit hoher Förderung zu realisieren. Die Fläche an der Eibenstraße in Münkeboe schien ideal: Sie ist bereits als Spielplatz ausgewiesen und zentral gelegen. Zudem passt sie gut in die Strategie, ländliche Orte lebenswerter und attraktiver zu gestalten.

Genauere Plänestehen noch aus

Erste Entwürfe sehen Elemente für unterschiedliche Altersgruppen vor – ähnlich wie beim Mehrgenerationenplatz in Moordorf. Dabei könnten Spielgeräte für Jung und Alt ebenso dazugehören wie Sitzgelegenheiten, kleine Bühnenflächen oder Infoelemente zu Umwelt- und Klimaschutz.

Allerdings sind viele Details weiterhin offen. Denn ohne die Förderzusage kann die Gemeinde keine Aufträge vergeben. Im Haushaltsplan ist das Projekt deshalb mit einem Sperrvermerk versehen: Wird der Zuwendungsbescheid nicht erteilt, darf das Geld nicht ausgegeben werden.

Unterdessen wird an anderer Stelle bereits fleißig gebaut. Auf dem Schulhof der IGS in Moorhusen sind in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Angebote entstanden. Darunter ein multifunktionales Sportfeld und eine Kletterpyramide. In früheren Diskussionen waren das Schulhofprojekt und der Plan für die Eibenstraße miteinander verknüpft worden. Seinerzeit war für die Eibenstraße allerdings auch noch von einem reinen Spielplatz die Rede und das Förderprogramm „Nördliches Südbrookmerland“ noch nicht in der Welt.

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