Parkraum Rolle rückwärts bei Combi XL in Aurich?
Kürzlich kündigten Schilder eine elektronische Parkraumüberwachung per Kamera am Einkaufszentrum am Pferdemarkt an. Nun geht es wieder um Parkscheiben. Das steckt dahinter.
Aurich - Im Januar 2025 sorgten die Schilder auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums am Pferdemarkt Aurich für Aufmerksamkeit. Wie auf etlichen anderen Parkplätzen von Supermärkten auch, wurde dort Dauerparkern der Kampf angesagt. Zwei Stunden freies Parken sollte es geben – nachweisbar über eine eingelegte Parkscheibe. So sollte gewährleistet werden, dass Kunden ausreichend Parkplätze zur Verfügung haben.
Im Juni folgte der nächste Schritt. Schilder kündigten die Erfassung der Parkdauer per Video-Kennzeichenerfassung an. Doch seit Ende Juni stehen auf dem großen Parkplatz nun wieder die alten Schilder: Kunden sollen ihrer Parkdauer per Parkscheibe nachweisen. Was ist da los?
Nicht jeder war in Aurich von der angekündigten Video-Kennzeichenerfassung begeistert, wie in Sozialen Netzwerken zu lesen war. Einer der Kritiker war Stefan Dunkmann, Vorsitzender des Auricher Schützenvereins (ASV). Der ASV war als einer der Grundstückseigentümer maßgeblich daran beteiligt, dass das Gebäude der früheren Kaufhalle überhaupt wieder mit Leben gefüllt werden konnte und genug Parkplätze vorhanden sind. Das Schützenhaus hat als direkter Nachbar seine Zufahrt über die Zuwegung zum Parkplatz. Der Verein sieht es kritisch, dass die Kennzeichen der Schützen bei jedem Training im Augenblick der Fahrt auf den Parkplatz mit erfasst würden.
Der Grund ist laut dem Bewirtschafter eher banal
Neben den Schützen würde diese automatische Erfassung nach Angaben von Arno Fecht als Betreiber auch für die Gäste des Hotels am Pferdemarkt und die Bewohner der Appartements in den Obergeschossen des Gebäudes gelten. Sie würden aber bei der Fahrt auf das Parkdeck auf dem Dach aber wieder ausgebucht, so Fecht im Juni.
Stefan Dunkmann wertet den Austausch der Schilder nun als Erfolg des Widerstandes gegen die Kameraerfassung. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Wie Sabine Klaas von Makefield Public Relations als Sprecherin für den Parkraumbewirtschafter Fair-parken auf Nachfrage mitteilte, liegt der erneute Tausch der Schilder an „unvorhergesehenen Verzögerungen“, die es bei der Einführung der kamerabasierten Kennzeichenerkennung gegeben habe. „Deshalb wurde entschieden, temporär auf die bisherige Bewirtschaftungsform (Parkscheibe) zurückzugreifen.“ Irgendwann soll also doch die Umstellung auf Kameratechnik erfolgen. Konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf könnten derzeit nicht gemacht werden, so Klaas.