Diskussion um Hilferuf der IGS Aurich So sieht der Leinerstift-Vorstand den IGS-Hilferuf
Die IGS trägt einen großen Teil der Inklusion in der Stadt Aurich, was zu Problemen führt. Wolfgang Vorwerk lobt die klaren Worte – und sieht in Großefehn ein positives Beispiel.
Aurich/Großefehn - Nach dem öffentlichen „Hilferuf“ der Auricher IGS-Schulleiterin im Kreisschulausschuss äußert sich der Vorstand des Leinerstifts in Großefehn, Wolfgang Vorwerk, zum Thema. Der Verein ist zugleich Träger der Johann-Heinrich-Leiner-Schule, einer Förderschule in Ostgroßefehn mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.
Er habe den Bericht über die „klaren Worte“ von IGS-Schulleiterin Dr. Dorothee Göckel mit großer Aufmerksamkeit gelesen. „Sie spricht das aus, was viele nicht mehr zu sagen wagen: Dass unser Schulsystem an vielen Stellen in Schieflage geraten ist – nicht wegen Inklusion oder Migration, sondern weil die Unterstützung fehlt, damit diese wichtigen Aufgaben auch bewältigt werden können“, schreibt Vorwerk. Und: „Inklusion kann sehr gut gelingen. Auch mit Kindern, die große pädagogische Herausforderungen mitbringen.“
„Diese Kinder brauchen keine Mitleidspädagogik“
Die Leiner-Schule in Großefehn nehme ausschließlich Schüler mit dem Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung auf. „Das sind Kinder, die in anderen Schulen oft durchs Raster fallen, nicht selten mit traumatischen Erfahrungen, tiefem Misstrauen gegenüber Erwachsenen und großem emotionalen Ballast“, so Vorwerk. Und weiter: „Was diese Kinder brauchen, ist keine Mitleidspädagogik. Sie brauchen Fachkräfte, Strukturen und vor allem Beziehungsarbeit auf Augenhöhe.“ Die Leiner-Schule schaffe eine Umgebung, in der Kinder lernen könnten, sich als Teil der Gemeinschaft zu erleben. Vorwerk weiter: „Wenn Rahmenbedingungen stimmen, gelingt Teilhabe.
Vorwerk sage das nicht, um die Leiner-Schule über andere Schulen zu stellen. „Im Gegenteil: Ich habe großen Respekt vor der IGS Aurich. Sie trägt Aufgaben, die eigentlich auf mehrere Schultern verteilt gehören. Ich wünsche mir, dass der Landkreis Aurich endlich erkennt, wie wichtig es ist, Inklusion differenziert zu denken. Nicht jede Schule kann alles leisten – aber jede Schule braucht passende Bedingungen für das, was sie leisten will.“ Vorwerk dankte der Schulleitung der IGS Aurich für ihre Offenheit und wünsche dem Kollegium „Kraft, Anerkennung und echte politische Rückendeckung“.