Migration im Landkreis Aurich So geht es mit den Flüchtlings-Containern in Extum weiter
Im Oktober 2022 zogen nahe dem Gesundheitsamt die ersten Bewohner ein. Jetzt hat der Landkreis Aurich eine Entscheidung getroffen.
Aurich - Gut zweieinhalb Jahre nach dem Aufbau wird das Containerdorf für Flüchtlinge auf dem Gelände der früheren „Internationalen Gärten“ beim Gesundheitsamt in Extum abgebaut. Demnächst sollen die derzeit 71 Bewohner in andere Unterkünfte umziehen, zum Beispiel auf das alte Kasernengelände. Die rund 50 Container in Extum sollen dann im Juli abgebaut werden, kündigte Enno de Vries vom Amt für Jugend und Soziales des Landkreises Aurich am Montagnachmittag im Kreis-Sozialausschuss an.
Weil dem Landkreis Aurich derzeit deutlich weniger Flüchtlinge als zuvor zugewiesen werden, nämlich nur noch etwa fünf pro Woche, benötige man die Container in Extum nicht mehr. Sie haben laut de Vries außerdem das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Unterkunft Utlandshörn bereits stillgelegt
Ende Oktober 2022 waren die ersten Bewohner in das Containerdorf in Extum eingezogen, unter anderem sogenannte Ortskräfte aus Afghanistan. Betreut wurde es von der Kreisvolkshochschule (KVHS) Aurich. Das Grundstück an der Ecke Extumer Weg/Johannes-Diekhoff-Straße, etwa zwischen Gesundheitsamt und IGS, liegt günstig nahe der KVHS, wo viele Sprachkurse stattfinden.
Bereits zum 30. April war die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Küstenfunkstelle in Utlandshörn bei Norden stillgelegt worden. Die 170 möglichen Plätze werden derzeit ebenfalls nicht mehr benötigt. „Sie kann bei Bedarf aber jederzeit reaktiviert werden“, betonte de Vries.
Insgesamt muss der Landkreis Aurich laut Vorgabe des Landes bis Oktober noch 180 Flüchtlinge aufnehmen. Seit 1. Oktober 2024 wurden 416 Geflüchtete ausgenommen, die meisten davon aus Syrien (63), der Ukraine (63), der Türkei (56) und Kolumbien (40). Ein Viertel auf Aufgenommenen waren in diesem Zeitraum Minderjährige.
In vier Jahren rund 6000 Flüchtlinge aufgenommen
Insgesamt wurden seit 1. August 2021 im Landkreis Aurich 6001 Flüchtlinge aufgenommen, davon 2786 aus der Ukraine, 609 aus Syrien, 479 aus der Türkei, 318 aus Afghanistan und 286 aus Kolumbien.
In Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen hat der Landkreis derzeit 2783 Plätze, davon sind 2143 belegt und 640 frei, das entspricht einer Auslastung von 77 Prozent. Allein auf dem Auricher Kasernengelände leben derzeit rund 700 Geflüchtete.