Abschied ohne Ton  Abschiedsfeier beim Derby sorgt für Unmut

| | 03.06.2025 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
SVG-Fußballobmann Alexander Wiese (Zweiter von rechts) verabschiedete Maik Schmidt (von links), Tamme Bölts (Sportliche Leitung) und Betreuer Martin Tammen. Fotos: Wilfried Gronewold
SVG-Fußballobmann Alexander Wiese (Zweiter von rechts) verabschiedete Maik Schmidt (von links), Tamme Bölts (Sportliche Leitung) und Betreuer Martin Tammen. Fotos: Wilfried Gronewold
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Der SV Großefehn lässt seine Spieler leise ziehen, und die SpVg Aurich schickt ihre Fußballer ohne Ritual fort. Das sorgt für Kritik bei den Fans.

Großefehn - Es waren nicht nur zwei Tore, die den Unterschied zwischen SV Großefehn und SpVg Aurich beim 2:0-Derbysieg der Fehntjer am Sonnabendnachmittag ausmachten. Auch ein Ritual machte den Kontrast zwischen beiden Bezirksligisten sichtbar.

Rückblick: Der Anpfiff des Derbys verzögerte sich im Mühlenstadion um einige Minuten. Am Mittelkreis hatten sich Spieler und Verantwortliche des SV Großefehn im Halbkreis zusammengestellt. Mittendrin Fußballobmann Alexander Wiese. Er verteilte wohlwollende Worte und Blumensträuße für jene Fehntjer, die den SVG verlassen. So dürfte es wohl auch auf anderen Fußballplätzen am vergangenen Wochenende zugegangen sein. Eine kleine Aufmerksamkeit zum Abschied. Getränke, Gutscheine, ein Abschiedsfoto. Symbole der Wertschätzung.

Verabschiedung mit Blumen, aber ohne Ton

Die bekamen SVG-Betreuer Martin Tammen, Spieler Maik Schmidt und der Sportliche Leiter Tamme Bölts. Was Wiese den Ausscheidenden mit auf den Weg gab, blieb den rund 230 Zuschauern verborgen. Sie hörten nichts, weil die Verabschiedungsprozedur ohne Mikrofon abgewickelt wurde. Das wiederum nervte einige Besucher, die gerne erfahren hätten, was sich da am Mittelkreis abspielte. Einige SVG-Fans schimpften über das tonlose Geschehen auf dem Rasen. Unwürdig und unprofessionell sei das, war zu hören. Für Aufklärung sorgte Stadionsprecheraushilfe Martin Kuhlmann. Er vertrat zum zweiten Mal in der laufenden Saison den abwesenden Sprecher Heinz-Erich Buss in der Glaskabine auf Höhe der Mittellinie.

Sein letzter Auftritt als Auricher Torwart: Hendrik Schulz (Gelbes Trikot), der normalerweise in der Abwehr beheimatet ist, hatte im Derby einige gute Paraden.
Sein letzter Auftritt als Auricher Torwart: Hendrik Schulz (Gelbes Trikot), der normalerweise in der Abwehr beheimatet ist, hatte im Derby einige gute Paraden.

Wie sich wohl die scheidenden Auricher Spieler gefühlt haben mögen. Ihnen wurde bisher das öffentliche Ritual der Verabschiedung vom Verein nicht angedient. Weder beim letzten Heimspiel gegen Bunde noch zum Saisonfinale beim Derby in Großefehn.

Für mitgereiste Auricher Fans „ein Armutszeugnis“. So etwas gehöre sich nicht. Das sei unanständig, meinten einige. Normalerweise wäre das letzte Heimspiel der Auricher gegen Bunde der passende Moment für eine Verabschiedung gewesen. Da fielen aber Stadionsprecher Jens Schmidt und Horst Kuhlmann aus, die dafür notwendig gewesen wären, gab der Sportliche Leiter der SpVg Aurich, Steffen Reifschneider, auf ON-Nachfrage zu bedenken.

Über die wahren Gründe hielt sich Reifschneider bedeckt. Denkbar ist, dass sich der Verein wohl mächtig geärgert hat über die große Zahl der Abgänge. All jene Spieler, die der in der Schlussphase der Saison gefeuerte Trainer Claudio Casto zuvor zum Ellernfeld geholt hat. Ihre Treue galt wohl mehr dem Ex-Coach als dem Verein.

Abschied der Auricher durch die Hintertür

Die SpVg-Spieler nahmen den Abschied durch die Hintertür gelassen hin und gönnten sich nach der Derby-Niederlage einen gemütlichen Abend im Balkan-Grill in Großefehn. Dort verbrachten die Spieler und das Funktionsteam der SpVg Aurich noch einmal gemeinsame Stunden, bevor das Gros zukünftig getrennte Wege gehen wird.

Dazu gehört auch Abwehrmann Hendrik Schulz, der in der Schlussphase der Saison als Torwart bei den Rot-Weißen eingesetzt wurde. Bei der 0:2-Niederlage im Derby hatte er zwei, drei gute Aktionen und verhinderte eine höhere Niederlage, aber an den beiden Gegentoren war er machtlos. Dazu sagte Schulz: „Den einen Ball habe ich zu spät gesehen und beim zweiten Tor war nichts zu machen.“

Er wird zukünftig für den SV Sirzenich spielen. Aber nicht als Torwart. „Anfragen gab es schon, aber ich gehe zurück in die Innenverteidigung“, so Schulz. Der SV Sirzenich ist in der Bezirksliga West (Rheinland-Pfalz) unterwegs. Der Ort liegt drei Kilometer von Trier entfernt. Für Schulz entfallen stundenlange An- und Abfahrten zwischen Trier und Aurich. Ein kostbares Geschenk für die Zukunft.

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