Fahrradkorso Riepe Wie rund um Riepe auf einen Radweg aufmerksam gemacht wird
Seit Jahrzehnten wünschen sich Bürger zwischen Ihlow und Moormerland einen direkten Radweg. Wie sie jetzt auf das Thema aufmerksam machen.
Ihlow/Moormerland - Kräftig in die Pedale treten: Das wollen die Befürworter eines Radwegs zwischen Riepe und Oldersum. Entlang der Landesstraße 1, eine viel befahrene Verbindung Richtung Autobahn zwischen den Gemeinden Ihlow und Moormerland, fehlt der Radweg. Die Bürgerinitiative für Radwege entlang der L 1 und Neuland Richtung Simonswolde will für den Lückenschluss am Sonntag, 25. Mai, werben. Geplant ist ein Fahrradkorso. Was die Teilnehmer erwartet und wie es aktuell um den Lückenschluss bestellt ist.
Es geht um 6,8 Kilometer Radweg an der L 1 zwischen Riepe und Oldersum und 3,7 Kilometer Radweg an der K 111 (Oldersumer Straße) in Richtung Simonswolde. Seit etwa fünf Jahrzehnten wünschen sich die Anwohner diese Verbindung. Bislang sucht der Radfahrer ihn aber an diesen Stellen vergebens. Deswegen hatte sich im Februar eine Bürgerinitiative (BI) mit Anwohnern aus Riepe, Riepsterhammrich, Simonswolde und Oldersum gegründet, um Druck zu machen und in der Landesplanung für Radwege nicht hinten runterzufallen. Zuletzt rangierte der Radweg immerhin unter den zehn dringendsten Projekten.
Aufruf zum Fahrradkorso
Am Sonntag, 25. Mai, 10.30 Uhr, startet der Korso beim Parkplatz des Netto-Discounter in Riepe. Über den Dorfplatz Simonswolde führt der Korso dann nach Oldersum zum Dorfgemeinschaftshaus. Dort werden dann kalte Getränke und Bratwürstchen angeboten. Für die Anreise aus Oldersum gibt es um 9.30 Uhr ab Dorfgemeinschaftshaus Oldersum eine von der Feuerwehr begleitete Fahrt nach Riepe. Die Ihlower können nach dem Korso um 13.30 Uhr mit der Feuerwehr zurück nach Riepe fahren.
Pendler müssen teils im Dunkeln auf der Straße fahren
Schon als Jugendlicher sei er mit dem Fahrrad nach Oldersum gefahren, sagt Volker Degner von der Bürgerinitiative, dem Riepster Ortsrat und langjähriger Mitorganisator des Fahrradkorsos. Doch damals habe es viel weniger Verkehr gegeben. Er ist sich sicher: Wenn es einen Radweg gäbe, würde dieser viel genutzt. „Es gibt jede Menge Menschen, die auf das Fahrrad angewiesen sind“, sagt Degner mit Verweis auf die Berufspendler, die aus Oldersum ins Riepster Gewerbegebiet fahren. Anders als die Freizeitradler, die auch Umwege durch den Hammrich in Kauf nehmen können, müssten die Pendler teils auch im Dunkeln den direkten Weg nehmen. Diese lebten gefährlich.
Die Straße sei viel zu schmal, gibt auch Inga Damm aus Riepsterhammrich zu bedenken. Vor allem von der Autobahnbrücke Richtung Riepe sei es gefährlich, wenn ein Lkw etwa einen Fahrradfahrer überholen müsste. Die Berme sei dort regelmäßig kaputt gefahren. Die Kurve auf Höhe des Gewerbegebiets Riepe sei besonders unübersichtlich.
Um auf das Problem aufmerksam zu machen, gibt es nicht nur den Fahrradkorso am Sonntag. Die Bürgerinitiative hat bereits bunt bemalte Fahrräder an neuralgischen Punkten aufgestellt. Der öffentliche Druck sei wichtig, um in der Prioritätenliste oben zu bleiben, betont Damm.
Zuletzt gab die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für den Geschäftsbereich Aurich im Februar an, dass der Radweg auf Platz acht liege. Daran habe ich sich nach wie vor nichts geändert, heißt es aktuell auf Nachfrage der Redaktion von Seiten der Behörde. Die Vermessungsarbeiten für die Radwegeplanung entlang der L 1 seien abgeschlossen, so Pressesprecher Johannes Booken. Die umweltfachlichen Abstimmungen mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Leer und Aurich seien ebenfalls erfolgt. In diesem Jahr solle die Objekt- und Umweltplanung an ein Ingenieurbüro vergeben werden. Die Behörde hatte schon im Februar gegenüber der Redaktion betont, wie aufwendig die Planungen seien. Frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 könne das Planfeststellungsverfahren, also der erste greifbare Schritt vor einem Bau, beginnen.
Zuletzt gab es im Winter einen tödlichen Unfall auf der Moormerlander Seite, bei dem eine Spaziergängerin ums Leben kam. Danach war der Unmut vonseiten der Anwohner größer geworden. Nur wenige Wochen später wurde die Bürgerinitiative gegründet.