Projekt im Gewerbegebiet So läuft der Bau der neuen WfBM-Großküche in Schirum
Sie soll ein Ort der Begegnung und der Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung werden. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.
Aurich - Sie soll ein Ort des Austauschs, der Begegnung und der gemeinsamen Teilhabe werden. Vor Kurzem wurde beim Neubau einer Großküche der WfbM im Gewerbegebiet in Aurich-Schirum Richtfest gefeiert. Anlass war der begrenzte Platz in der bestehenden Küche, die eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Versorgung nicht mehr zuließ, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem neuen Standort werde nicht nur die Versorgung aller internen Einrichtungen verbessert, sondern auch ein modernes Konzept umgesetzt, das externe Gäste aus der Umgebung einbezieht.
Der Neubau sei eine zukunftsorientierte Investition in die Region und verfolge ambitionierte Ziele: die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Erweiterung des Versorgungsangebotes sowie die Förderung der Inklusion und Bildung.
Auf einer Fläche von rund 1150 Quadratmetern entsteht den Angaben zufolge eine Zentralküche, die täglich bis zu 1.800 Mahlzeiten zubereiten kann. Sie soll die gesamte Versorgung der Werkstätten und Wohneinrichtungen der WfbM und der W.i.r. gGmbH übernehmen.
Eine Besonderheit ist die Öffnung für externe Gäste. In der Umgebung gebe es bisher nur ein geringes Versorgungsangebot, was die Großküche auch für benachbarte Unternehmen attraktiv mache, heißt es. Zusätzlich wird eine separate Schulungsküche errichtet, die gezielte Bildungsangebote ermöglicht. Hier sollen Menschen mit Beeinträchtigungen und andere Interessierte praxisnah aus- und weitergebildet werden. Technisch werde die neue Großküche auf höchstem Niveau ausgestattet. Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit stehen dabei laut Mitteilung im Fokus. Die Fertigstellung des Projekts ist für Herbst 2025 geplant.
Externe Gäste aus Gewerbegebiet sind eingeladen
Mit der neuen Zentralküche werde die Versorgungsqualität für die Werkstätten und Wohneinrichtungen erheblich gesteigert. Außerdem entstünden neue und moderne Arbeitsfelder, die Menschen mit Behinderungen in einen vielfältigen und inklusiven Arbeitsalltag einbinden. Ein besonderes Ziel sei zudem die Schaffung einer Inklusionsbegegnungsstätte. „Hier sollen sich Menschen begegnen können und voneinander lernen. Die Großküche wird somit zu einem Ort des Austauschs und der Teilhabe“, heißt es von den WfbM. Vom neuen Angebot profitieren Beschäftigte, aber auch Bewohner der dortigen Einrichtungen. Auch externe Gäste aus dem Gewerbegebiet sind eingeladen, das Verpflegungsangebot zu nutzen.
Bei dem Projekt kooperiert die WfbM nach eigenen Angaben mit Partnern aus der Region. Die Ak2 Klaassen GmbH & Co. KG (Aurich) ist für die architektonische und ingenieurtechnische Planung sowie die Bauüberwachung zuständig. Die AT Tempel GmbH (Leer) übernimmt die Hauptverantwortung für die Planung der Küchentechnik sowie der Abläufe und Logistik. Weitere Fachplaner wie die Ingtech (Saterland) und Nettcon (Leer) erarbeiten die technische Gebäudeausstattung mit Berücksichtigung der aktuellen Bauenergiegesetze. Die Bauarbeiten werden ausgeführt von Kruse Bau (Aurich).
Wärmepumpe soll fossile Brennstoffe ersetzen
Das Gebäude werde energetisch und technisch auf dem neuesten Stand errichtet, heißt es. Dazu gehört die Photovoltaikanlage, die einen erheblichen Anteil des Energiebedarfs abdecken soll. Zudem ist eine Wärmepumpe vorgesehen, die fossile Brennstoffe weitgehend ersetzen soll. Dadurch würden auch die Betriebskosten langfristig gesenkt, heißt es.
In der Zentralküche wird laut WfbM der komplette Bestell- und Bezahlprozess digitalisiert. Gäste und Mitarbeitende können über eine App den Speiseplan einsehen, ihre Mahlzeiten buchen und direkt bezahlen. Darüber hinaus soll es jährlich drei bis vier Veranstaltungen geben, bei denen besondere Menüs angeboten werden. Das tägliche Angebot umfasst mindestens drei Menüs sowie eine umfangreiche Salatbar.
Produkte von regionalen Herstellern
Besonders ist laut WfbM der Fokus auf regionale Produkte. Fleisch wird von der Fleischerei Eckhoff aus Jheringsfehn bezogen, Geflügel von Meemken & Sandmann aus Friesoythe und Kartoffeln kommen vom Alexandrinenhof aus Dornum.
Langfristig könnte die Zentralküche auch externe Großkunden beliefern, heißt es. „Das wird sich jedoch erst nach der vollständigen Inbetriebnahme und Konsolidierung entscheiden.“