Anmeldungen Interesse an IGS Marienhafe-Moorhusen steigt wieder
Nachdem die Anmeldezahlen an der IGS Marienhafe-Moorhusen zuletzt rückläufig waren, geht der Trend nun wieder nach oben. Woran das liegen könnte und wie es sich auswirkt.
Moorhusen/Marienhafe - Die Kurve zeigt nach oben: 113 Schüler haben sich für den neuen fünften Jahrgang an der IGS Marienhafe-Moorhusen angemeldet. Das teilt Schulleiter Kai-Dieter Hoop auf Anfrage unserer Redaktion mit. Damit gehen die Verantwortlichen schon jetzt von einer sogenannten Fünfzügigkeit, also fünf neuen fünften Klassen, aus. Im vergangenen Jahr sah das zunächst noch anders aus, nachdem sich nur 91 Kinder fristgerecht angemeldet hatten. Seinerzeit hatte es jedoch, wie in jedem Jahr, noch zahlreiche Nachmeldungen gegeben. Mit denen rechnet Hoop auch in diesem Jahr.
62 Anmeldungen kommen laut Hoop von Grundschülern der Samtgemeinde Brookmerland und 49 aus der Gemeinde Südbrookmerland. Zusätzlich gibt es eine Anmeldung aus Norden und ein weiteres Kind, das aufgrund eines Umzugs aus einer anderen Region hinzukommt.
Ein möglicher Grund für den Anstieg der Anmeldungen könnte die Einführung des neuen Schulbezirks sein. Diese im Vorfeld umstrittene Regelung besagt, dass alle Kinder aus der Gemeinde Südbrookmerland und der Samtgemeinde Brookmerland bei der Wahl einer Integrierten Gesamtschule die IGS Marienhafe-Moorhusen besuchen müssen. Im vergangenen Jahr galt diese Regelung noch nicht. Seinerzeit hatten einige Eltern ihre Kinder an anderen IGS-Standorten in der Region, wie etwa in Aurich oder der Krummhörn, angemeldet. Ob die neue Schulbezirksregelung tatsächlich allein ausschlaggebend für die steigenden Anmeldezahlen ist, bleibt jedoch offen. Die Verantwortlichen beider Kommunen hatten sich zuletzt auch auf anderen Ebenen bemüht, das Interesse an der gemeinsamen Schule zu steigern.
Warum die Zahlen so wichtig sind
Offenbar mit Erfolg: Das Niveau der Anmeldungen liegt an der IGS Marienhafe-Moorhusen in diesem Jahr in etwa bei der Zahl an Schülern, die im vergangenen Jahr letztlich eingeschult wurde. Die sich bereits jetzt abzeichnende Fünfzügigkeit hat allerdings noch einen weiteren Grund: Zwölf angemeldete Kinder haben einen „Status“, wie es Hoop ausdrückt. Gemeint ist ein besonderer Förderbedarf, der dazu führt, dass diese Kinder bei der Einteilung der Klassen doppelt gezählt werden. Kommen tatsächlich noch weitere Nachmeldungen, dürfte dies die Fünfzügigkeit festigen. Danach, dass der neue Jahrgang am Ende sogar sechszügig wird, sieht es derzeit aber nicht aus.
Die Zukunft der Schule hängt stark von den Schülerzahlen ab. Wie berichtet, ist das Vorhalten der Oberstufe am Schulstandort Marienhafe eine Bedingung für die Genehmigung, die IGS an zwei Standorten führen zu dürfen. „Gespeist“ wird die Oberstufe im Wesentlichen mit eigenen Schülern. Wechsel von anderen Schulen an die Oberstufe der IGS sind eher selten. Die einfache Rechnung: Besuchen weniger Kinder die IGS Klassen 5 bis 10, schrumpft die Oberstufe. Muss sie irgendwann aufgelöst werden, wird eine Bedingung für die Genehmigung nicht mehr erfüllt und es droht eine Zusammenlegung an einem Standort.
IGS-Vertrag bleibt Hängepartie
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Zukunft der IGS Marienhafe-Moorhusen aber noch aus einem anderen Grund ungewiss. Die neue Zweckvereinbarung zwischen den beteiligten Kommunen Brookmerland und Südbrookmerland ist nach wie vor nicht unterzeichnet worden. Nach jahrelangen Verhandlungen konnte bisher keine Einigung erzielt werden, was die langfristige Planung der Schule belasten dürfte. Während sich die Gemeinde Südbrookmerland bereits per entsprechendem Beschluss hinter die Vereinbarung gestellt hat, sah man im Brookmerland zuletzt noch weiteren Beratungsbedarf. Sauer aufgestoßen ist den Verantwortlichen dort beispielsweise die Südbrookmerlander Diskussion um den genannten Schulbezirk. Seinerzeit hatte sich eine Mehrheit im Fachausschuss gegen die Einführung ausgesprochen. Im Gemeinderat votierte dann eine knappe Mehrheit dafür.
Ein weiterer Punkt: Im Brookmerland wird immer wieder Kritik an der Ansiedlung der Freien Christlichen Schule Ostfriesland in Südbrookmerland laut. Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels sprach zuletzt gegenüber unserer Redaktion von „hausgemachter Konkurrenz“. Tatsächlich wurde die FCSO im vergangenen Jahr von 39 Kindern aus den beiden an der IGS beteiligten Gemeinden angewählt. Wie viele es in diesem Jahr sind, ist noch nicht bekannt. In der Südbrookmerlander Politik war man zuletzt davon ausgegangen, dass der neue FCSO-Jahrgang erstmals dreizügig werden könnte. Die durch einen Verein getragene Schule ist nicht an Einzugsbereiche gebunden.