Schülertransport Änderung der Buslinien sorgt für Unruhe
Schüler bekamen die Umstellung des Busverkehrs auf Plusbus-Linien im Kreis Aurich besonders zu spüren. Anfang Mai gab es mehrere Änderungen bei Zeiten und der Linienführung – und Verunsicherung.
Aurich - Zum 1. Mai wurden mehrere Buslinien im Landkreis Aurich neu vergeben und zum Teil auch verändert. Während die neuen Plusbus-Linien neuen Komfort für die Fahrgäste bringen sollen, gestaltete sich die Umstellung in der Schülerbeförderung offenbar eher ruckelig.
Ein Vater berichtete unserer Redaktion in der vergangenen Woche von „einem ziemlichen Durcheinander, fast Chaos“. In Südbrookmerland seien ihm bekannte Schüler zu Wochenanfang auf mehreren Linien betroffen gewesen. So habe ein Gymnasiast auf dem Rückweg von Aurich zweimal sogar in einem anderen Ort aussteigen müssen als in seinem Wohnort – rund sechs Kilometer entfernt. Auch an der Grundschule Wiegboldsbur seien Kinder später abgeholt worden als sonst und über eine andere Strecke als üblich gefahren worden, was für große Verunsicherung bei den Kindern, aber auch für Unruhe für die Familien gesorgt habe.
Linken-Kreistagsmitglied berichtet von mehreren Beschwerden
Die Veränderung traf offenbar nicht nur Südbrookmerlander Schüler und ihre Eltern. Blanka Seelgen, Kreistagsmitglied der Linken, hat am Sonnabend eine Anfrage an den Landrat gestellt. Es seien in den Tagen zuvor vermehrt Beschwerden von Eltern an sie gerichtet worden, heißt es darin. Dabei sei berichtet worden, dass mehrere Haltestellen nicht mehr angefahren worden seien, dass Buslinien kurzfristig eingestellt oder vollständig umgestellt worden seien, dass insgesamt weniger Busse im Einsatz seien und das Eltern und Schüler im Vorfeld nicht über diese Änderungen informiert worden seien.
Besonders betroffen seien auch Grundschulkinder, die teils morgens vergeblich auf den Schulbus gewartet oder nach Schulschluss nicht mehr gewusst hätten, wo sie aussteigen sollen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder morgens an Haltestellen stehen, die über Nacht nicht mehr bedient werden – ohne dass Eltern oder Schulen ausreichend informiert wurden“, kritisiert Seelgen. Die Auswirkungen reichten von Verspätungen über große Unsicherheiten bis hin zu verpasstem Unterricht.
Seelgen fordert Aufklärung darüber, warum Haltestellen gestrichen wurden, wie viele davon betroffen sind und warum diese Änderungen nicht wie üblich zu Beginn des Schuljahres erfolgten. Ebenso will sie wissen, wann und in welcher Form Eltern sowie Schulen informiert wurden. „Eine zuverlässige und sichere Schülerbeförderung ist keine freiwillige Leistung – sie ist Teil der Bildungsinfrastruktur und muss entsprechend behandelt werden“, so Seelgen abschließend. Sie fordere eine sofortige Überprüfung der aktuellen Fahrpläne, transparente Kommunikation mit Eltern und Schulen sowie – falls notwendig – die Wiederaufnahme gestrichener Haltestellen.
Landkreis bestätigt den Eingang einiger Beschwerden
Der Schulleiter der Grundschule Wiegboldsbur bestätigte auf Nachfrage, dass es zumindest am Montag, 5. Mai, dem ersten Schultag nach der Umstellung der Fahrpläne, zu größerer Verunsicherung gekommen sei. Die Busse seien nach Schulschluss einige Minuten später gekommen und abgefahren als zuvor. Auch seien einige Linien umgestellt worden. Die Lehrkräfte hätten sich mit an die Haltestellen gestellt, um die Schuler zu unterstützen. Die Absprache im Vorfeld sei „nicht ganz so optimal gewesen“.
Der Landkreis bestätigte am 9. Mai auf Nachfrage, dass es zum 1. Mai einige Veränderungen im Buslinienverkehr gegeben hat. Darüber seien die Schulen im Kreisgebiet bereits im März von der Abteilung für ÖPNV und Schülerbeförderung schriftlich informiert worden, so Kreissprecher Rainer Müller-Gummels. Diese Information sei mit der Bitte weitergegeben worden, sie an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.
In der vergangenen Woche seien bei der zuständigen Abteilung zwar Beschwerden eingegangen. Von einem Bus-Chaos sei bei der Kreisverwaltung aber nichts bekannt. Die Situation werde weiter beobachtet und ausgewertet. „Sollten Anpassungen erforderlich sein, werden diese dann natürlich durchgeführt.“, so der Sprecher.
Umstellungen auf zahlreichen Linien
Ihm zufolge sind von der Umstellung eine ganze Reihe von Linien betroffen. Zum einen die Buslinien 471, 472, 480 und 490, die zusammengefasst als Linienbündel „Städteachse Nord-Ost“ bezeichnet werden. Künftig wird der Plusbus Ostfriesland auf der Linie 480 (Aurich-Wittmund-Jever-Emden) von Montag bis Sonntag im Stundentakt verkehren.
Aus der bisherigen Linie 473 geht die neue Linie 490 (Aurich-Tannenhausen-Dietrichsfeld-Blomberg-Esens) hervor. Sie wird von Montag bis Sonntag im Zweistundentakt angeboten. Die bisherigen Schülerverkehre in dem Bereich Langefeld, Dietrichsfeld, Middels, Wallinghausen, Tannenhausen, Sandhorst und Aurich werden nicht mehr durch die Linie 474, sondern durch die Linien 471 und 472 erfolgen.
Veränderungen gibt es außerdem auf den Buslinien 410, 421, 422, 423, 426 und 433 im sogenannten Linienbündel „Aurich & Krummhörn“. Dabei verkehren laut Müller-Gummels folgende Buslinien künftig als Plusbus Ostfriesland: Linie 410 (Aurich-Georgsheil-Emden) fährt nun von Montag bis Sonntag im Stundentakt. Die Linie 421 (Greetsiel-Pewsum-Hinte-Emden) fährt von Montag bis Sonntag ebenfalls im Stundentakt. Die Linie 422 (Wirdum-Pewsum-Loquard-Emden) fährt von Montag bis Sonnabend im Stundentakt, am Sonntag im Zweistundentakt.
Die Linie 433 (Wiegboldsbur-Theene-Neu Ekels-Moordorf-Aurich) bietet künftig einen Zweistundentakt von Montag bis Freitag. Am Wochenende gilt der Zweistundentakt nur in Form eines Rufbusses.
Die Schülerverkehre in den Gemeinden Hinte und Krummhörn, nach Emden und Aurich, erfolgen auch über die Plusbus Linien und die Linie 433 sowie zusätzlich über die Linien 423 und 426.