Kinderbetreuung Große Unterschiede bei Kita-Kosten in Südbrookmerland
Jahr für Jahr überweist die Gemeinde Millionenbeträge an die Kitas in Südbrookmerland. Zwischen den einzelnen Einrichtungen gibt es dabei teils erhebliche Unterschiede. Eine Übersicht.
Südbrookmerland - Von schwarzen Zahlen sind die Bilanzen der Südbrookmerlander Kindertagesstätten weit entfernt. Das ist nichts Neues und auch in der Mehrzahl der anderen Kommunen in Niedersachsen der Fall. Überall sind die Einrichtungen auf Zuschüsse angewiesen. Die Kinderbetreuung ist schließlich Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Nachdem vor einigen Wochen erstmals detaillierte Zahlen des Kinderspielkreises in Moorhusen öffentlich geworden sind, liegen unserer Redaktion nun auch Details zu Defizitzahlungen an die anderen Einrichtungen vor. Dabei werden teils gravierende Unterschiede deutlich.
Betrachtet man die nackten Zahlen, so ist ein Betreuungsplatz im DRK-Kindergarten in Münkeboe nahezu dreimal so teuer wie im nahegelegenen Spielkreis in Moorhusen. Im Krippenbereich hingegen ist die Münkeboer Einrichtung der Primus. Das Problem bei den Zahlen steckt jedoch im Detail. Noch sind die Einrichtungen in ihren Angeboten und Betreuungszeiten nicht miteinander vergleichbar. In der einen Einrichtung gibt es Ganztagsplätze, in der anderen nicht. Unterschiede gibt es zudem bei den Gebäuden. So ist anzunehmen, dass beispielsweise die Heizkosten in einem alten Haus höher liegen, als in einem Neubau.
Zahlen lassen sich nur bedingt vergleichen
Schon vor einigen Jahren hatte es aus der Politik Forderungen gegeben, die Betreuungskosten der einzelnen Einrichtungen miteinander zu vergleichen, um gegebenenfalls Einsparpotenziale aufzudecken. Doch bricht man die Betriebskostenzuschüsse einfach auf die Zahl der Betreuungsplätze (laut Kindertagesstättenbedarfsplanung des Landkreises Aurich) herunter, erhält man allenfalls eine grobe Einschätzung. Ein Beispiel: Bietet eine Kita bei ihren Halbtagsplätzen beispielsweise eine Betreuung von vier Stunden an, dürften ihre Personalkosten deutlich niedriger liegen, als bei einer sechsstündigen Betreuung.
Fakt ist aber: Die Gemeinde muss die Defizite der Einrichtungen auffangen. Und das summiert sich. So belief sich der gezahlte Defizitausgleich im Kindergartenbereich für das Jahr 2023 auf rund 2,64 Millionen Euro. Für den Krippenbereich kamen noch einmal etwa 897.000 Euro hinzu.
Einige Einrichtungen stechen besonders heraus
Ungeachtet der Unterschiede bei Angeboten und Betreuungszeiten stechen einige Unterschiede aber besonders heraus. So zahlt die Gemeinde für einen Betreuungsplatz im DRK-Kindergarten Münkeboe rechnerisch knapp 8600 Euro pro Jahr. Im Spielkreis Moorhusen kostet ein solcher Platz nur rund 2870 Euro. Auffällig: Das Vorhalten von Ganztagsplätzen führt nicht unbedingt zu einem Anstieg der Kosten pro Betreuungsplatz. Ein Beispiel ist der DRK-Kindergarten in Moordorf, in dem rechnerisch auf jeden der 125 Betreuungsplätze etwa 4614 Euro entfallen.
Einen besonderen Ausreißer gab es 2023 im Krippenbereich. Dort entfielen auf jeden der seinerzeit noch zwölf Betreuungsplätze Kosten in Höhe von rund 14.100 Euro. Zum Vergleich: In Münkeboe waren es nur rund 3520 Euro.
Was die Probleme mit der Vergleichbarkeit der Zahlen betrifft, könnte es, so die Hoffnung einiger Verantwortlicher, in den kommenden Jahren aber zumindest etwas einfacher werden. Wie berichtet, zielt eine Vereinbarung zwischen den hiesigen Kommunen und dem Landkreis Aurich darauf ab, gleichwertige Standards in allen Einrichtungen zu schaffen. Doch bis es so weit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen.