Eintracht Ihlow Pfiffige Flutlichtanlage mit Strahlkraft am Ihlower Sportplatz
Weshalb ein ungewöhnlicher Untergrund Kosten senkt und die neue LED-Technologie nicht nur Eintracht Ihlow nutzt. Die Premiere verlief vielversprechend.
Ihlowerfehn – Als das Flutlicht Ende März zum ersten Mal den Rasenplatz von Eintracht Ihlow beschien, da strahlten auch die Vereinsverantwortlichen.
„Das war ein toller Moment“, befand der Eintracht-Vorsitzende Bernd Emkes, denn mit dem neuen Flutlicht werden die Trainingsmöglichkeiten erweitert. Nicht nur für die Eintracht. Auch andere profitieren.
Vor mehr als einem Jahr wurde das Projekt angegangen. Ein Weg mit der einen oder andere Hürde, die der Verein meistern musste.
Rückblick: Das Flutlicht für den Rasenplatz stand schon seit einiger Zeit auf dem Wunschzettel. Ein erster Versuch scheiterte, weil das Angebot aus Sicht der Gemeinde zu hoch war. Zwischen Gemeinde und Verein besteht ein Nutzungsvertrag über Sportplätze und Hallen. Das Vorhaben wurde zurückgestellt.
Stahlwurzeln sorgen für stabilen Untergrund
Vereinschef Emkes ließ aber nicht locker, suchte nach einem alternativen Anbieter. Er wurde bei der Firma Sportslight aus Engelskirchen fündig. Ein Spezialist für Industrie- und Sportstättenbeleuchtung. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen bot ein anderes Aufbaukonzept an. Die Firma setzt auf betonlose Fundamente. Die machen das Projekt deutlich preiswerter.
„Das neue Angebot passte vom Preis her und auch die Gemeinde gab grünes Licht“, so der Vereinsvorsitzende.
Kern des Aufbaus: In den Boden werden sogenannte Stahl-Wurzeln eingebracht. Ein Stahlrohr, das auf vier Füßen steht und den Lichtmast trägt. Rund 18 Meter ragen sieben Maste am Eintracht-Platz in die Höhe, an deren Ende die LED-Leuchten befestigt sind.
Die Leuchten sind steuerbar per App. Darauf ist Emkes besonders stolz. Er könnte aus einem fernen Urlaubsort mit seinem Smartphone die LED-Leuchten am Ihlower Sportplatz in Gang setzen. Ein Anfahren der Anlage ist nicht mehr nötig. Einmal über das Display gewischt und schon strahlen die Leuchten.
Ein Sondergutachten für die Statik musste her
Emkes bezifferte die Gesamtkosten auf rund 115 000 Euro plus Eigenleistung des Vereins. Der Landessportbund, die Gemeinde und der Verein schulterten den größten Teil der Kosten. Dazu kamen noch Gelder von der Sparkasse und der Windkraft Stiftung.
Bevor die fleißigen Arbeiter loslegen durften, mussten einige baurechtliche Dinge auf den Weg gebracht werden. Dazu zählte die Baugenehmigung. Ein Lichtgutachten war notwendig und für die Statik musste noch ein Sondergutachten beschafft werden. Dafür schalteten die Vereinsverantwortlichen ein Büro aus Düsseldorf ein. Ein mühsames Geschäft, räumte Emkes ein, aber am Ende sei alles gut gewesen.
Als die behördlichen Voraussetzungen erfüllt waren, ging es rasch an die Umsetzung. Der Aufbau der Maste dauerte rund drei Tage. Die Montage der LED-Leuchten noch einmal einen Tag. Weil kein Beton für den Bodensockel verwendet wurde, war die Anlage sofort betriebsbereit. Ein großer Vorteil im Vergleich zur üblichen Vorgehensweise mit Beton, der erst einmal aushärten muss, so Emkes.
Zuvor richteten Mitglieder des Vereins die Kabelschächte für die Lichtanlage her und legten eine Drainage. Damit waren sechs Leute vier Wochen beschäftigt. Teamwork der Eintrachtler. Eine Kernkompetenz des Vereins.
Unterm Strich wertvolle Eigenleistungen und gut angelegtes Geld, das nicht nur der Eintracht zugutekommt. Hiesige Feuerwehrgruppen können jetzt auch abends auf der Tartanbahn üben. Ebenso profitieren die Besucher im Ihlower Gästehaus von dem Angebot, wenn sie sich zur späten Stunde auf dem Sportplatz ertüchtigen wollen.
Hauptprofiteur ist der Verein. Er erweitert das Angebot für Training und Punktspiele am Abend. Dazu zählen die drei Herrenmannschaften sowie die Nachwuchsteams von Eintracht Ihlow. Ebenso trainieren und spielen Jugendmannschaften der JSG WIR in Ihlow. Darüber hinaus wird auch die boomende SV-Leichtathletiksparte ihre Vorteile ziehen.
Vereinschef hat eine weitere Idee
Nun ist die Anlage in Betrieb. Bei der Premiere Ende März kam die zweite Garnitur der Eintracht aus der Ostfrieslandklasse C zu einem 4:0-Erfolg gegen TuS Leerhafe-Hovel II. Ein gutes Omen meinte Emkes, der schon die eine oder andere Idee für neue Projekte hat. Dazu zählt ein Umkleidetrakt am Sportplatz. Wie sie aussehen könnte, hat er schon auf Fotos gesichtet. Mehrstöckige Container mit großen Fenstern, hübsch zurecht gemacht.
„Mal sehen“, sagte Emkes, und bekannte: „Lange bleiben diese Ideen nicht in der Schublade. Vieles wird doch schnell umgesetzt.“
Ein weiterer Wunsch von Emkes kann sich schon in einigen Wochen erfüllen. Er hofft auf den Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Ostfrieslandliga. Der könnte am letzten Spieltag nach dem Heimspiel gegen SC Rhauderfehn/Langholt gefeiert werden. Unter Flutlicht bis spät in die Nacht hinein. Vielversprechende Aussichten.