Eklat bei SpVg-Heimspiel Zoff auf dem Auricher Ellernfeld
SpVg-Chef Ralf Dreiling soll zugepackt haben. Er wollte den Auricher Jan Dirks gegen seinen Willen vom Sportplatz entfernen. Dafür hatte der Vorsitzende einen Grund.
Aurich - Ein neuer Vorfall auf dem Auricher Ellernfeld sorgt für Gesprächsstoff. Während des Heimspiels der SpVg Aurich gegen Concordia Ihrhove am Sonntagnachmittag, soll der Vereinsvorsitzende der SpVg Ralf Dreiling versucht haben, einen Zuschauer gegen seinen Willen vom Ellernfeld zu befördern. Der betroffene Besucher ist Jan Dirks. Er hat sich schon Ende des vergangenen Jahres ein Hausverbot für das SpVg-Vereinslokal Hattrick eingefangen.
Im Gespräch mit dieser Zeitung schilderte Dirks sein besonderes Erlebnis am Sonntag mit dem Auricher Vereinschef. Der wiederum beurteilte den Vorfall anders.
Dirks stand während der ersten Hälfte des Bezirksligaspiels beim Verkaufsstand für Bratwürste und Getränke. Er unterhielt sich angeregt und kontrovers mit anderen Besuchern über die Geschehnisse bei der SpVg der letzten Tage. Über das zukünftige Trainer-Aus von Claudio Casto, die Petition der Casto-Befürworter, den Rücktritt des Sportlichen Leiters Steffen Reifschneider und am Rande auch über das torreiche Spiel (4:4) auf dem Ellernfeld.
Als sich Dirks beim SpVg-Personal über ein abgelaufenes Bier beschwerte, soll es zur Konfrontation gekommen sein. Der Funke auf das Pulverfass.
Wie Dirks den Vorfall schildert
„Herr Dreiling packte mich am Kragen und hinten in die Jacke und zerrte mich von den Verkaufsständen in Richtung Ausgang“, beschrieb Dirks den handgreiflichen Zugriff des Vorsitzenden.
Als erfahrener Türsteher wusste Dreiling, wie man unliebsame Leute hinauskatapultiert. Dirks wehrte sich verbal, machte Dreiling deutlich, dass er kein Recht habe, ihn vom Ellernfeld zu werfen. Und körperliche Gewalt auch keine Lösung sei.
Nach kurzer Zeit hatte das Gezerre vor einigen verdutzten Zuschauern ein Ende. Dirks berappelte sich wieder, aber ihm war die Lust auf Fußballgucken vergangen. Er verließ Mitte der zweiten Hälfte den Sportplatz.
Sein Fazit: „Was ich da erlebt habe, ist ein Trauerspiel. Das ist eines Vorsitzenden unwürdig.“
Wie Dreiling den Vorfall schildert
Der Vorsitzende befand sich auf dem Ellernfeld. Er wurde von einem Trainer gebeten, zum Verkaufsstand zu kommen, weil Dirks zweifelhafte Dinge über die SpVg erzählen würde.
Dazu sagte Dreiling gestern während eines Pausenstopps während seiner Urlaubsfahrt in Holland: „Dirks hat herumgelabert, beleidigt und Lügen erzählt. Da habe ich ihn gebeten, das Gelände zu verlassen. Ich habe ihn dann an einem Arm gefasst und ihn ein bisschen weggeschubst.“
Mehr nicht, beteuert Dreiling. Auf keinen Fall habe er ihn am Kragen gepackt.
Der Verein werde gegen Dirks vorgehen, versprach Dreiling. Es soll eine Anzeige wegen übler Nachrede gestellt werden. Es geht darum „einen Störenfried“ vom Ellernfeld zu verbannen.
Dirks will nach diesem Vorfall nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Er wird sich von seinem Anwalt beraten lassen. Ausgang ungewiss.
Ebenso machte er den Vorfall in den sozialen Medien öffentlich. Kommentare ließen nicht auf sich warten.
„Die handeln wie Trump“
Ernst Wicht, ein Zeuge des Vorfalls, befand: „Das geht gar nicht und fordere den sofortigen Rücktritt des 1. Vorsitzenden.“
Derk Joosten meinte: „Jetzt ist der Vorstand zu weit gegangen. Die handeln wie Trump. Menschen mit anderer Meinung werden mundtot gemacht“.
Wilfried Ehmen bekannte: „Mich stimmt es echt traurig, was da abgeht.“ Und Johann Frerichs vermutete: „Da muss sich gewaltig was aufgestaut haben. Vertrauensverlust ist aber schwer wieder zu kitten.“
Reichlich Arbeit für den Vorstand der SpVg Aurich. Dreiling wird in den kommenden Tagen mit seiner Frau etwas Ruhe in den Niederlanden tanken. Ob das klappt, dürfte fraglich sein, denn wer weiß, welche Schlagzeilen die SpVg noch bis Ostern liefern wird.