Fußball-Bezirksliga  Wallinghausener Trainer verkündet seinen Rücktritt per Whatsapp

| | 09.04.2025 15:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bis zum letzten Spieltag am 1. Juni weist Jerzy Klukowski seiner Mannschaft in Wallinghausen den Weg. Foto: Bernd Wolfenberg
Bis zum letzten Spieltag am 1. Juni weist Jerzy Klukowski seiner Mannschaft in Wallinghausen den Weg. Foto: Bernd Wolfenberg
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Coach Jerzy Klukowski hört zum Saisonende beim SVW auf. Zum Jahresanfang sah es noch anders aus.

Wallinghausen - Aus nach nur einer Saison: Fußballbezirksligist SV Wallinghausen und Trainer Jerzy Klukowski gehen nach Ende der Spielzeit getrennte Wege. Klukowski hat dem Vorstand der Grün-Weißen am Sonntag per Whatsapp mitgeteilt, dass er für die nächste Saison nicht mehr als Trainer zur Verfügung steht.

Rolle rückwärts des Trainers

Die Entscheidung kam überraschend, hatten sich doch beide Seiten erst Anfang des Jahres geeinigt, die im Sommer 2024 begonnene Zusammenarbeit für die Spielzeit 2025/26 fortzusetzen. Eine Rolle rückwärts des Trainers. Was war passiert? Richtig ins Grübeln ist Klukowski am vergangenen Freitagabend nach der 2:5-Niederlage in Westrhauderfehn gekommen. Dazu gesellten sich noch Nachrichten von drei Spielern, die sich spontan in den Urlaub verabschiedeten.

Lautstark und gestikulierend, so lebt SVW-Trainer Jerzy Klukowski (rechts) seine Aufgabe am Spielfeldrand. Foto: Helmut Vortanz
Lautstark und gestikulierend, so lebt SVW-Trainer Jerzy Klukowski (rechts) seine Aufgabe am Spielfeldrand. Foto: Helmut Vortanz

Dazu sagte Klukowski im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten: „Ich kann mit dieser Spontanität nicht umgehen. Ich will immer das Optimale herausholen, aber so geht das nicht.“ Belastend auch die geringe Trainingsbeteiligung in der Woche, wenn die halbe Mannschaft fehlt, weil sie außerhalb studiert, so Klukowski. Bei ihm habe es jetzt Klick gemacht und er habe die Vereinsvorsitzende Lina Bünting über sein Trainer-Aus zum Saisonende informiert. Für Bünting waren die Beweggründe von Klukowski nicht neu. Sie sagte auf ON-Nachfrage: „Wir haben in den vergangenen Monaten einige Male über diese Probleme gesprochen. Jerzy wusste aber von Anfang an, dass wir von den Studenten leben und wir ihnen Freiheiten einräumen, die sie anderswo so nicht bekommen würden.“

Lange Leine für die Spieler

Soll heißen, eine lange Leine in Sachen Urlaubsplanung und in der Woche keine Trainingspflicht für all jene, die von außerhalb kommen. Mit diesen Problemen hatten auch die Vorgänger von Klukowski, Ewald Mühlenbrock und Sven Bünting zu kämpfen. Bünting, der 17 Jahre den SVW trainierte, arrangierte sich mit den speziellen Gegebenheiten beim SVW. Mühlenbrock trainierte den SVW zwei Spielzeiten lang. Klukowski kommt auf eine. Die Halbwertszeit für SVW-Trainer nimmt ab.

Sportlich liegen Trainer und Spieler im Soll. Der SVW rangiert in der Bezirksliga auf Rang sechs. Foto: Wilfried Gronewold
Sportlich liegen Trainer und Spieler im Soll. Der SVW rangiert in der Bezirksliga auf Rang sechs. Foto: Wilfried Gronewold

Dabei herrschte beim Amtsantritt des 58-jährigen Klukowski eine Aufbruchstimmung auf beiden Seiten. Der Sportliche Leiter des SVW, Jannes Hagena, befand Anfang März 2024: „Jurek hat bewiesen, wie man erfolgreich mit jungen Spielern arbeitet.“ Und der neue Trainer urteilte damals: „Das ganze Paket passt“, bilanzierte er seine Eindrücke vom SVW und betonte: „Ein bodenständiger und sympathischer Verein und eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern.“

Daran hat sich für Klukowski auch nichts geändert. Er spricht von einem „super Club“, „von jungen Spielern, die sich mit Herz und Seele“ für Grün-Weiß ins Zeug legen würden und einer Vereinsführung, die immer ein Ohr für ihn habe. Nur das Grundproblem bleibt für den SVW-Trainer: „Ich trainieren eine Studentenmannschaft, und damit komme ich nicht klar.“

100 Prozent Wallinghausen

Acht Spiele stehen noch bis zum Saisonende auf dem Kalender. Gegenwärtig rangiert der SVW auf Platz sechs. Für Klukowski lautete das Motto: „100 Prozent Wallinghausen bis zum Saisonende.“

Bevor für die SVW-Verantwortlichen die Suche nach einem Trainer begann, hat die Vorsitzende Bünting den fünfköpfigen Mannschaftsrat über die Situation informiert. Dazu sagte Bünting: „Wir legen viel Wert auf die Meinung der Spieler. Jetzt haben wir die Entscheidung von Jerzey akzeptiert, einen Schlussstrich gezogen und schauen nach vorne.“

Der Vorstand bastelt am Profil für den Nachfolger von Klukowski. Gesucht wird jemand, der den SVW kennt oder sogar aus dem Verein kommt. Einer, der mit den Besonderheiten der Mannschaft, klarkommt. Jemand, der noch jung an Jahren ist und gerne mit Nachwuchs arbeitet. Die ist ein Markenzeichen des SVW. Daraus sind in den vergangenen Jahren einige talentierte Spieler in die 1. Herrenmannschaft hingewachsen. Wer mag wohl dieses Trainer-Profil erfüllen?

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