Fußball-Bezirksliga Großefehn im Kampf um die Meisterschaft abgehängt
Weshalb die Fehntjer das Topduell beim Spitzenreiter Esens glatt verloren. Wiesmoor punktete zwar auswärts, ist aber akut vom Abstieg bedroht.
Ostfriesland - Im Kampf um die Meisterschaft ist eine Vorentscheidung gefallen. Der Tabellenzweite SV Großefehn unterlag beim Spitzreiter TuS Esens. Damit vergrößerte sich der Rückstand der Fehntjer auf den Ersten auf acht Punkte.
Löchrig kam die ansonsten so solide Abwehr der SV Wallinghausen beim Gastspiel in Westrhauderfehn daher. Sie kassierte so viele Gegentore wie noch nie in der Saison. Wiesmoor entführte im Abstiegsduell in Ihrhove einen Zähler. Trainer Zimmermann haderte aber mit dem Punkt.
Middels überraschte mit einem Auswärtssieg in Pewsum. Der Matchplan von Trainer Tobias Ryl ging in der Krummhörn auf.
In allen Belangen überlegen
TuS Esens – SV Großefehn 3:0
Rund 450 Zuschauer sahen den frühen Führungstreffer der Gastgeber. Manuel Meints hatte in der 18. Minute getroffen. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Frank Til auf 2:0.
„Da war der Drops schon fast gelutscht“, bekannte SVG-Trainer Bi Le Tran. In der zweiten Hälfte bemühten sich die Gäste um den Anschlusstreffer. Vergeblich, und als Meints einen Konter mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 abschloss, war das Spiel entschieden. Nach dem Schlusspfiff räumte Tran ein: „Das war zu wenig von uns. Esens war uns in allen Belangen überlegen und hat verdient gewonnen. Da sind schon fast Glückwünsche für die Meisterschaft fällig.“
Davon wollte TuS-Trainer Ralf Backhaus noch nichts wissen. Er meinte: „Das ist für uns natürlich eine traumhafte Situation, aber wir sind noch nicht fertig.“
Tore: 1:0 Meints (18.), 2:0 Til (45.+1), 3:0 Meints (63.).
SV Großefehn: Kuschel, Janssen (62. Karan), Wulff, Freudenberg (46. Martens), King (75. Tamoyan), Böhling (82. Müller), Flessner, Aden, Smidt, Gerdes (55. Geis), Adam.
So viele Gegentore wie noch nie
Tura Westrhauderfehn – SV Wallinghausen 5:2
Der SVW wartet nach dem Ende der Winterpause weiter auf den ersten Dreier. Am Freitagabend kam die Mannschaft von Trainer Jerzy Klukowski mit 2:5 bei Tura Westrhauderfehn unter die Räder. Zur Pause lagen die Grün-Weißen 1:2 zurück. Die Gäste reisten mit einem kleinen Kader an. In der Anfangsphase wurde Wallinghausen vom mutigen und risikofreudigen Spiel der Heimelf überrascht. Die Fehntjer legten schnell zwei Tore vor. Hoffnung kam auf, als SVW-Kapitän Marvin Dahlke im Strafraum gefoult wurde und Kevin Genske (35.) den fälligen Strafstoß verwandelte. Dieser Treffer beflügelte den SVW. Trainer Klukowski sprach „von einer guten Phase“ bis zum Halbzeitpfiff. Der Ausgleich gelang aber nicht.
Die Vorentscheidung fiel durch ein sehenswertes Tor von Sönke Wessling (64.), der den Ball mit einem Distanzschuss in den Winkel hämmerte. Nicht nur das. Wessling legte auch noch einen weiteren Treffer zum 4:1 nach. Lukas Günsel betrieb postwendend noch etwas Ergebniskorrektur zum 4:2, ehe SVW-Torwart Julian Till Ahlers kurz vor Schluss noch den fünften Treffer kassierte. So viele wie noch nie in der laufenden Saison.
Für Trainer Klukowski ein angebrochener Fußballabend. Er befand: „Wir haben nicht gut verteidigt. Jetzt müssen wir diese schwache Phase aushalten und ruhig bleiben“, so der SVW-Trainer. Er macht die zahlreichen Ausfälle für das Formtief des SVW verantwortlich. Sie sind der Grund für die häufigen Umstellungen in der Mannschaft.
Tore: 1:0 Meyer (13.), 2:0 Weber (33.), 2:1 Genske (35./FE), 3:1/4:1 Weßling (64./77.), 4:2 Günsel (78.), 5:2 Sondag (89.).
SV Wallinghausen: J.-T. Ahlers, K. Ahlers, Bogena, Günsel, Dahlke, Mühlenbrock, Kramer, Bender (74. Töpfer), Fröhlich (46. Conde), Ottersberg (64. Ackermann), Genske.
Germanen zeigen Moral
Concordia Ihrhove – Germania Wiesmoor 2:2
Im Duell der beiden abstiegsbedrohten Mannschaften wurden am Freitagabend die Punkte geteilt. Der Wiesmoorer Trainer Jürgen Zimmermann nahm den Auswärtspunkt gerne mit. Ebenso einen Wermutstropfen. „Der Punkt ist wichtig. Keine Frage, aber wir haben uns selber um den Lohn gebracht“, so Zimmermann. Zum einen habe sich seine Mannschaft den einen oder anderen Patzer erlaubt, die bestraft wurden. Andererseits ließen die Germanen gute Möglichkeiten aus.
Wiesmoor bestimmte das Spielgeschehen in der ersten halben Stunde. Leon Zimmermann (18.) markierte nach Vorarbeit von Jannik Eschen und seinem Bruder Jürgen per Flugkopfball den Führungstreffer für Wiesmoor. Die überlegenen Gäste ließen aber keinen Treffer folgen. Aus dem Nichts fiel der Ausgleich. Nach einem Freistoß der Gäste schaltete Ihrhove schnell auf Angriff um und glich aus. Dieser Gegentreffer leitet einen Bruch im Spiel ein. Die konsternierten Wiesmoorer überließen der Heimelf das Spiel. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte. Folgerichtig der Führungstreffer für Ihrhove nach einem langen Ball in den Wiesmoorer Strafraum. Torwart Tim Barth verpasste den Ball und am langen Pfosten schlug Marek Akkermann zu.
Die Gäste rappelten sich auf, stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Dazu merkte Zimmermann später an: „Wir haben den Glauben nicht verloren und sind zurückgekommen.“ Lohn war der Ausgleichstreffer von Nico Pallasdies (74.). Danach gaben die Gäste wieder den Ton an und drängten auf den Siegtreffer. Der sollte aber nicht mehr fallen. „Schade“, sagte Trainer Zimmermann, „wir waren einfach nicht clever genug. Auf meine alten Tage kostet der Abstiegskampf Nerven.“
Tore: 0:1 L. Zimmermann (18.), 1:1 Hessenius (32.), 2:1 Akkermann (59.), 2:2 Pallasdies (74.).
Germania Wiesmoor: Barth, E. Homes (68. Blank), Schott, J. Zimmermann, Pallasdies, Eschen, L. Zimmermann, Swyter, Berisa (86. Leerhoff), Lourens (62. L. Homes), Otto.
Halbzeitführung behauptet
TuS Pewsum – TuS Middels 0:1
Aufatmen beim TuS-Trainer Tobias Ryl. „Unser Matchplan ging auf und wir haben endlich einmal eine Halbzeitführung nach Hause gebracht.“ Die Middelser standen auf dem harten Boden kompakt und suchten ihr Heil im schnellen Umschaltspiel. Ein verpatztes Abspiel des Pewsumer Torwarts landete bei Felix Schmauder. Er bediente Glen Sokoli, der sich mit dem Führungstreffer bedankte. Gleichzeitig auch die Pausenführung für die Middelser.
Im zweiten Durchgang hatte Pewsum zwar deutlich mehr Ballbesitz, blieb aber ungefährlich. Middels brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Tor: 0:1 G. Sokoli (38.).
TuS Middels: Hamud, Lakeberg, Reinema, Schmauder, Michael, Rasim (56. Kiasuva), Kübler, Menzel, Voigt, G. Sokoli (51. Corell), Mouzong.