Tourismus am Großen Meer  Rekordjahr und viel Wandel

| | 29.03.2025 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Simon Willms (links) und Christian Albers vor dem neuen Spielgerät auf dem Campingplatz und vor dem kernsanierten Sanitärgebäude. Foto: Karin Böhmer
Simon Willms (links) und Christian Albers vor dem neuen Spielgerät auf dem Campingplatz und vor dem kernsanierten Sanitärgebäude. Foto: Karin Böhmer
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Die Zahl der Camping-Übernachtungen wächst immer noch. 2024 war ein Rekordjahr. In diesem Jahr gibt es eine Reihe von Betreiberwechseln in der Infrastruktur am Binnensee.

Südbrookmerland - Besser war‘s noch nie: Am Großen Meer hat die Südbrookmerland Tourismus GmbH im vergangenen Jahr so viele Übernachtungen verzeichnet wie nie zuvor. 2015 gab die damalige Touristik-Chefin Margret Sutorius eine Steigerung der Übernachtungszahl um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bekannt. Damals verbuchten die Touristiker auf den Anlagen am Großen Meer 5500 Übernachtungen.

Diese Zahlen sind längst Vergangenheit, wie Simon Willms von der Südbrookmerland Tourismus GmbH und sein Stellvertreter Christian Albers im Gespräch sagten. 19.000 Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr allein auf dem Campingplatz. Das sind zehn Prozent mehr als 2023, als knapp 17.400 Übernachtungen zusammenkamen. Hinzu kommen die Übernachtungen im Wohnmobilhafen: 2024 waren es 9980. Das sind laut Albers 900 mehr als im Jahr zuvor. „Von 2015 bis 2023 haben wir den Umsatz und die Zahl der Ankünfte auf dem Campingplatz verdoppelt“, so Willms. „Und nun konnten wir noch einmal zehn Prozent zulegen.“

Online-Buchung gut angenommen

Seit die Buchung online möglich sei, sehe man einen sehr positiven Effekt. Denn die Gäste könnten in Ruhe anreisen oder ganz früh am Morgen wieder abreisen, ohne auf das Personal im Haus am Meer angewiesen zu sein. Mit der Buchungsbestätigung werde ein Code verschickt, der Zugang zur Servicekarte gewähre. Und damit könne alles Nötige von den Campern selbst in Betrieb gesetzt werden.

Insgesamt gab in es den Unterkünften in der Gemeinde, die von der Tourismus GmbH betreut werden, 189.500 Übernachtungen. 2023 waren es knapp 187.000 gewesen. Dabei sei die Bettenzahl nahezu konstant geblieben. Der Tourismus in Südbrookmerland sei ein gewaltiger Mehrwert für die Region, so Willms.

Die Bilanz des vergangenen Jahres ist also durchweg gut. Dabei fing es witterungsbedingt mau an. Das Frühjahr war lange kalt und nass. Die Sommerferien begannen mit Dauerregen. Aber ab Mitte Juli habe für die Touristiker tatsächlich und sprichwörtlich die Sonne geschienen. Die vier Camping-Pods seien in ihrer ersten Saison auch schon sehr gut angelaufen. Zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober seien dort 842 Übernachtungen gezählt worden. „Wir sind davon sehr positiv überrascht“, sagte Albers. Ebenfalls zufrieden sei er mit der Auslastung des Schlafstrandkorbs – auch wenn dort die Saison witterungsbedingt kürzer sei. „Einen schöneren Blick auf den Sonnenuntergang kann man gar nicht haben“, sagte Willms.

Osterfeiertage schon gut gebucht

Das vergangene Jahr sei trotz der guten Buchungslage anstrengend für das Team im Haus am Meer gewesen, so Willms. Der größte Brocken war dabei das Provisorium auf dem Campingplatz. Zur neuen Saison wird nun das kernsanierte Sanitärgebäude in Betrieb gehen. Im vergangenen Jahr habe die Verwaltung dankenswerterweise Container mit Waschgelegenheiten für die Campingplatzgäste aufgestellt, sagte Willms. „Ohne wären wir untergegangen.“ Dann hätte man Teile des Platzes stilllegen müssen. Eine besondere Belastung sei es gleichwohl gewesen. Umso froher seien alle, dass das Sanitärgebäude am 1. April in Betrieb gehen kann. Der Spielplatz davor ist ebenfalls neu gestaltet.

Im vergangenen Jahr ist laut Albers in die Ausstattung der Paddel- und Pedalstation investiert worden. Mehrere neue Fahrräder und E-Bikes sowie Einer-Boote seien gekauft worden. Zur neuen Saison fänden Gäste von dienstags bis sonntags dort wieder ein großes Angebot für den Wasser- und Fahrradtourismus vor.

Neu ist am Haus am Meer eine Fahrradreparaturstation. Wie Christian Albers zeigt, gibt es Werkzeuge für alle Situationen. Foto: Karin Böhmer
Neu ist am Haus am Meer eine Fahrradreparaturstation. Wie Christian Albers zeigt, gibt es Werkzeuge für alle Situationen. Foto: Karin Böhmer

Über die Osterfeiertage sind Campingplatz und Wohnmobilhafen bereits sehr gut gebucht, sagte Christian Albers. Anhand der Online-Buchungen könne man schon sehen, dass es dort Nachfrage gebe. Ohnehin verführe das schöne Wetter viele Camping-Fans und andere Urlauber nun dazu, die Jahresurlaube zu planen. Das zeige sich in verstärkten Buchungen, auch in den Ferienwohnungen und für den Rest der Saison.

Internetverbindung bleibt eine Herausforderung

Stammgäste werden sich auf einige Veränderungen einstellen müssen, denn im Umfeld des Hauses am Meer gab es einige Betreiberwechsel. Das Meerwarthaus bleibt fürs Erste geschlossen. Die neuen Eigentümer Lisa-Marie Leerhoff und Philip Lauffer kündigten Anfang Januar an, zunächst sanieren zu wollen. Die Außengastronomie wollten sie aber so gut wie möglich schon betreiben.

Wolfgang Hartwig hat das Bistro abgegeben. Es werde nun von Jannette Kruse weitergeführt – bekannt vom Grill-Eck in Moordorf. Wie vollständig das bewährte Nahversorgungssortiment vorgehalten werde, sei noch in Abstimmung, so Willms.

Die Surfschule wurde vom langjährigen Inhaber Jens Radde an seinen langjährigen Mitarbeiter Christian Bekker übergeben. Die Pizzeria „al Mare“ hat seit einigen Monaten neue Betreiber und heißt nun „Amore mio“. Und auch das Strandbüdchen ist in neuen Händen. Nämlich denen von Steffi und Roland Bartsch. „Wir hoffen, dass das alles gut anläuft“, so Albers.

Hoffnung gibt es auch für einen besseren Internetanschluss – schließlich gehört die Tourist-Info zum Ausbauprojekt I des Landkreises Aurich und Vodafones. Kabel und Box sind lange installiert, nun warte man noch auf die Freischaltung, sagte Willms. Laut Albers reicht das jetzige Internet – satellitengestützt – für die Arbeit im Haus am Meer. Es dürfe nur nicht ausfallen – dann liefen in digitalen Zeiten die Buchungen nicht. Und selbst die Schranke zum Wohnmobilhafen steht auf eine stabile Internetverbindung. Das freie Gäste-WLAN sei für Gäste essenziell für die Buchbarkeit des Großen Meeres. „Derzeit kann man seine E-Mails abrufen. Aber Homeoffice im Wohnwagen dürfte schwierig werden“, so Albers.

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