Großes Meer  Mehr Komfort für Camper

| | 27.03.2025 12:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Vorraum der Damentoiletten herrschte Gedränge: Ratsherr Berthold Lübben (von rechts), Bürgermeister Thomas Erdwiens, Simon Willms, Tanja Redenius und Christian Albers von der Südbrookmerland Tourismus GmbH sowie die Ratsleute Sophia Ulferts-Dirksen und Wilhelm Reinken sahen sich Fliesen, Duschkabinen und die Raumgestaltung genau an. Foto: Karin Böhmer
Im Vorraum der Damentoiletten herrschte Gedränge: Ratsherr Berthold Lübben (von rechts), Bürgermeister Thomas Erdwiens, Simon Willms, Tanja Redenius und Christian Albers von der Südbrookmerland Tourismus GmbH sowie die Ratsleute Sophia Ulferts-Dirksen und Wilhelm Reinken sahen sich Fliesen, Duschkabinen und die Raumgestaltung genau an. Foto: Karin Böhmer
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Das neue Sanitärgebäude am Großen Meer geht komplett saniert und mit neuen Angeboten im April in Betrieb. Selbst an Hunde wurde gedacht.

Südbrookmerland - Vorbei. Die Zeiten des alten Turnhallen-Chics mit vergilbten Fliesen, leuchtendorangefarbenen Toilettenkabinen und gelben Umkleidebänken sind endgültig vorbei. Am Mittwoch wurde das Sanitärgebäude des Campingplatzes am Großen Meer offiziell eröffnet. Ab April finden die Campingplatznutzer dort moderne Duschen, Waschgelegenheiten, Toiletten und weiteren Komfort vor – ganz für sich allein. Der der Wohnmobilhafen hat seinen Sanitärbereich weiterhin im Haus am Meer.

Bis vor einigen Monaten herrschte hier der Chic der 1970er: Nun ist kein Fitzel Orange mehr übrig auf den Herrentoiletten. Foto: Karin Böhmer
Bis vor einigen Monaten herrschte hier der Chic der 1970er: Nun ist kein Fitzel Orange mehr übrig auf den Herrentoiletten. Foto: Karin Böhmer

In der Wintersaison werden aber auch die Campingplatznutzer dort duschen, sagte Christian Albers von der Südbrookmerland Tourismus GmbH. In der Nebensaison sei der Aufwand, zwei Sanitärgebäude zu betreiben, einfach zu hoch. Nun steht die neue Anlage direkt vor ihrer ersten Saison. Letzte Handgriffe fehlen noch: ein paar Bilder, die Installation des Duschvorhangs und der Baby-Badewanne in der Familiendusche, die Aufstellung der Waschmaschinen und Trockner und die Installation einer Außendusche und einer Hundedusche. Letztere habe immer gefehlt und könne nun angeboten werden, so Albers.

Schon fast ein Neubau

Bürgermeister Thomas Erdwiens übergab das Gebäude symbolisch unter dem Motto „Das Beste in guten Händen“ an Simon Willms und Christian Albers von der Südbrookmerland Tourismus GmbH. Das alte Gebäude wurde zwar nicht – wie vor etlichen Jahren vorgeschlagen – abgerissen und durch ein neues ersetzt. Es blieben aber nur wenige Steine an ihrer angestammten Stelle.

Die Campingküche verfügt über drei Arbeitsplätze. Foto: Karin Böhmer
Die Campingküche verfügt über drei Arbeitsplätze. Foto: Karin Böhmer

Das Gebäude wurde laut Erdwiens komplett entkernt, bekam eine neue Klinkerfassade, wurde im Inneren neu aufgeteilt und bekam getrennte Eingänge für Frauen und Männer – jeweils mit geräumigem Vorraum. Von außen direkt zugänglich sind ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern, ein barrierefreies Familienbad und eine Campingküche mit drei Herdstellen und drei Spülbecken. Zudem werde im Außenbereich ein Camper-Clean zur Reinigung von Campingtoiletten platziert.

Vize-Rathauschef Wilfried Müller (von links), Frank Süßen vom Bauamt, Frank Schmidt von der Heizungs- und Sanitärfirma von Handorf und die Ratsleute Martin Uden und Helga Gloger schauten sich die neuen Räume an. Foto: Karin Böhmer
Vize-Rathauschef Wilfried Müller (von links), Frank Süßen vom Bauamt, Frank Schmidt von der Heizungs- und Sanitärfirma von Handorf und die Ratsleute Martin Uden und Helga Gloger schauten sich die neuen Räume an. Foto: Karin Böhmer

Das Gebäude sei in seiner Gesamtheit barrierefrei, so Erdwiens. Zudem hob er das neue Dach hervor, auf dem zum einen Regenwasser für die Toilettenanlagen gesammelt und zum anderen auch Strom erzeugt wird.

Im Heizungsraum ist die neue Elektrik zu bestaunen, die in dicken Kabelbündeln an der Decke hängt. Der Zustand der Elektrik war einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Sanierung des Gebäudes – denn es drohte ein Verlust der Zulassung.

Regenwasser für die Toilettenspülung

Die Gasheizung und die Regenwasseraufbereitungsanlage trieben Ratsherrn Martin Uden einige Fragen auf die Zunge. Frank Schmidt von der Heizungs- und Sanitärfirma von Handorf und Frank Süßen vom Bauamt standen Rede und Antwort: Eine Wärmepumpe sei nicht geeignet, die auf einem Campingplatz geforderte Warmwassermenge herzustellen, sagte Schmidt. Zudem sei im Winterschlaf des Sanitärgebäudes nur ein Frostschutz nötig. Eine Gasheizung mit Direktaufheizung sei für diese Zwecke das Mittel der Wahl.

Der Heizungsraum mit Gasheizung und der Regenaufbereitungsanlage. Foto: Karin Böhmer
Der Heizungsraum mit Gasheizung und der Regenaufbereitungsanlage. Foto: Karin Böhmer

Das Regenwasser, das ausschließlich zur Spülung der Toiletten verwendet werde, ist strikt vom Trinkwasserkreislauf getrennt. Es werde in einer Zisterne gesammelt. Gehe es zur Neige, schalte das System automatisch auf Trinkwasser um, so Schmidt. Eine eigene Wasseruhr erfasst auch das Abwasser aus Regenwasser.

Der Campingsplatz hat 180 Plätze. Acht Damentoiletten und eine Kindertoilette stehen den weiblichen Gästen zur Verfügung. In den Waschräumen im Männer-Bereich findet man fünf offen platzierte Waschbecken, zwei Waschbecken mit Kabine, eine Dusche mit Handbrause und vier Überkopfbrausen.

Im barrierefreien Familienbad fehlen noch der Duschvorhand und die Babybadewanne. Foto: Karin Böhmer
Im barrierefreien Familienbad fehlen noch der Duschvorhand und die Babybadewanne. Foto: Karin Böhmer

Laut Erdwiens beliefen sich die Baukosten auf 750.000 Euro. 250.000 Euro kamen als Förderung vom Leader-Programm der Region Nordseemarschen. 62.500 Euro gab der Landkreis dazu. Für die Gemeinde kostet der neue Luxus am Campingsplatz also 437.500 Euro netto.

Einige Angebote wie die Wäscheraum, das Familienbad und die Campingküche sind direkt von außen zugänglich. Foto: Karin Böhmer
Einige Angebote wie die Wäscheraum, das Familienbad und die Campingküche sind direkt von außen zugänglich. Foto: Karin Böhmer

Simon Willms sagte, dass dieser Umbau ein ganz besonderes Projekt gewesen sei. Stellvertretend für alle beteiligten Rathausmitarbeiter überreichte er Anja Dziarnowski von der Stabsstelle/Fördermaßnahmen einen Blumenstrauß.

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