Hilfsangebot in Aurich Arbeitsloseninitiative – immer mehr Menschen brauchen Beratung
Bürgergeld, Mietkosten, Grundsicherung: Zahlreiche Menschen haben sich 2024 an den Auricher Verein gewandt. Die Tendenz ist steigend.
Aurich - Immer mehr Menschen im Landkreis Aurich nehmen die Beratung der Arbeitsloseninitiative Aurich (AIA) in Anspruch. Im Jahr 2024 haben insgesamt 802 Menschen das Angebot genutzt, teilte AIA-Vorsitzender Johann Erdwiens mit. Davon kamen den Angaben zufolge 463 aus dem Bürgergeldbereich, 144 aus dem Grundsicherungsbereich und aus den anderen Bereichen wie Wohngeld, Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss, Bildung und Teilhabe usw. weitere 195. „Das waren etwas über 100 mehr als im Jahr davor“, schreibt Erdwiens. Im laufenden Jahr 2025 werden es nach Einschätzung der AIA wohl noch mehr sein – denn bislang waren es bereits 260 Menschen, die Beratung suchten. „Vor allem wird der Anteil größer von Menschen aus der Grundsicherung, also Menschen, die nicht genug Rente bekommen, um zu überleben“, heißt es. Und weiter: „Leider ist unsere Beratung für viele mehr als notwendig und die letzte Hoffnung.“
Initiative kritisiert Angemessenheitsgrenzen für Unterkunftskosten
Das zeige etwa ein Fall von Ende 2024, als eine 82-jährige ältere Frau fast drei Jahre ohne Heizung gewesen sei, weil das Amt sie nicht richtig beraten habe. Sie sei „einfach telefonisch abgewimmelt“ worden, so Erdwiens. Erst nach einem Anruf der AIA beim Amt und danach bei einem Heizöl-Lieferanten habe das Problem gelöst werden können.
Die AIA hat auf ihrer jüngsten Sitzung zudem beschlossen, mehrere Verbände und Personen einzuladen, um die aus ihrer Sicht „unangemessenen Angemessenheitsgrenzen“ des Landkreises für Bürgergeld- und Grundsicherungsempfänger in den Fokus zu stellen. Das im Februar vorgestellte Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises belege mehr als eindeutig, dass im Landkreis Aurich bezahlbarer Wohnraum fehle, vor allem für Ein- und Zwei-Personenhaushalte.
Erdwiens bleibt Vorsitzender
Auf der Jahresversammlung der Arbeitsloseninitiative Aurich wurde zudem der bisherige Vorstand mit Johann Erdwiens (1. Vorsitzender), Christa Mikat (2. Vorsitzende), Beate Häuser (Schatzmeisterin) sowie den Stellvertretern Jörg Köhler und Margarete Mikat einstimmig bestätigt.
Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins in diesem Jahr soll es Veranstaltungen geben – etwa einen Tag der Offenen Tür mit Feier am 5. Juli. Die AIA sucht außerdem finanzielle und personelle Unterstützung. Der Verein bekomme weiter keine öffentlichen Mittel – außer dass die Stadt Aurich die Räume der Beratungsstelle am Georgswall günstig zur Verfügung stelle. Für alle laufenden Kosten wie Bürobedarf, Schulungen, Internet-Telefon und weiteres sei die AIA auf Spenden angewiesen, so Johann Erdwiens.
Infos gibt es auf der Internetseite www.arbeitsloseninitiative-aurich.com.