Dörpmuseum Münkeboe  Auch hinter den Kulissen gut was los

| | 22.03.2025 14:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Dörpmuseums-Leiter Otto Klatt (Dritter von links) läutete die Saison mit dem Kassen- und Serviceteam mit Sekt ein. Fotos: Folkert Bents
Dörpmuseums-Leiter Otto Klatt (Dritter von links) läutete die Saison mit dem Kassen- und Serviceteam mit Sekt ein. Fotos: Folkert Bents
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Während seit Donnerstag wieder Besucher ins Dörpmuseum strömen, drängeln sich auch im Hintergrund einige große Aufgaben. Es geht um WLAN, Schäden am Dach, neue Ausstellungsbereiche und TÜV-Plaketten.

Münkeboe - Der Eröffnungssekt ist getrunken, die Winterpause des Dörpmuseums Münkeboe beendet. Und während die Besucher sich auf dem Gelände umsehen, sehen sich auch die Mitglieder des Vereins um. Und zwar nach Geld. Denn auf das Dörpmuseum, die dazugehörige Mühle und das Rollende Museum kommen eine Reihe von Auf- und Ausgaben zu.

Einen großen Schatten wirft schon die in absehbarer Zeit anstehende Sanierung des Gulfhofdachs, für die mit einem sechsstelligen Betrag gerechnet wird, wie Martina Bruns, die Vorsitzende des Trägervereins Dorf-ArGe, berichtet. Der Verein muss sich allerdings zuerst überlegen, wie eine Finanzierung aufgebaut werden kann. Kleinere Schäden an mehreren anderen Gebäuden, die mittlerweile seit gut 30 Jahre im Museum stehen, kommen hinzu.

Besucher lassen manchmal kleine Exponate mitgehen

Zudem möchte der Verein in moderne Technik investieren: WLAN und mehr Sicherheit. Die beiden Themen hängen laut Bruns eng zusammen. Denn das WLAN wird für verschiedene Dinge gebraucht. Zum einen für die Sicherheitstechnik. Laut Bruns kommen immer wieder kleine Exponate weg, die Besucher sich in die Tasche stecken. Nicht überall seien immer Mitarbeiter persönlich vor Ort. Mit Videotechnik könnte aber das Kassenpersonal regelmäßig einen Blick auf die Anlage werfen.

Bruns berichtet auf Nachfrage, dass beispielsweise die kleinteilige Puppenhauseinrichtung nach und nach dezimiert worden sei. Es gehe vor allem um Kleinteile. Oder die Ausstellungsstücke, die besonders alt, selten und somit von besonderem konservatorischen Wert sind. Sie können dann gezielt dort platziert werden, wo Kameras eine gewisse Kontrolle ermöglichen.

Auch die Waren, die Kunsthandwerker zum Verkauf im Museum lassen und die eigentlich an der Kasse bezahlt werden sollen, kommen laut Bruns von Zeit zu Zeit einfach weg.

Gäste fragen nach WLAN

Auch das Außengelände könnte mit Kameras besser überwacht werden. Es komme in letzter Zeit wiederholt zu Einbruchsversuchen oder Vandalismus. In der Regel von Jugendlichen. Von einer Kameraüberwachung verspreche das Museumsteam sich eine Abschreckung, sagte Bruns.

Es sei klar, dass es für die Jugend an Treffpunkten fehle. Sie habe Verständnis dafür, dass sich Jugendliche im Museumsumfeld aufhalten, möchte Beschädigungen und Müllhaufen aber nicht dulden.

Ein weiterer Faktor ist die Nachfrage des Publikums. Immer häufiger erkundigten sich Gäste nach freiem WLAN-Zugang. Und so wie auch eine Ladestation für E-Bikes angeboten wird, will das Museum auch diesem Bedürfnis gerecht werden.

Das Rollende Museum braucht an mehreren Tiefladern neue Reifen und neue TÜV-Plaketten.
Das Rollende Museum braucht an mehreren Tiefladern neue Reifen und neue TÜV-Plaketten.

Zumal es auch den ehrenamtlichen Mitarbeitern das Leben erleichtern würde, so Bruns. Denn der Handyempfang sei an vielen Stellen im Museum sehr schlecht. Mit WLAN könnten die Mitarbeiter sich über Whatsapp oder Ähnliches besser untereinander verständigen, aber auch entspannter sein, seil sie wüssten, dass wichtige Nachrichten sie erreichen, so Bruns.

Audio-Guide noch in der ersten Planungsphase

Für ein weiteres Projekt wird ebenfalls WLAN gebraucht. Das Museum plant einen Audio-Guide. Auch er werde nachgefragt. Nicht immer stehe das Personal für Führungen zur Verfügung. Mit dem Audioguide könnten die Gäste sich selbstständig das Gelände und die Ausstellungsstücke erschließen.

Der Audio Guide stehe derzeit nicht ganz oben in der Priorität, sagte Bruns. Es müsse noch ein Konzept dafür entwickelt werden.

Rollendes Museum muss durch den TÜV

Für das WLAN hat die Dorf-ArGe Kosten von knapp 24.000 Euro kalkuliert und davon knapp 12.000 Euro als Förderung bei der Gemeinde beantragt. Sie wurde von der Gemeindepolitik im Herbst jedoch auf die Zeit nach den Haushaltsberatungen vertröstet.

Auch der „Verein zur Erhaltung der Windmühle in Münkeboe“, die zum Museum gehört, steht vor einer großen Finanzierungsaufgabe. Die Mühlengalerie muss – nach einigen anderen schon erfolgten Sanierungsmaßnahmen – noch erneuert werden. Der Eigenanteil liegt bei 20.000 Euro.

Etwas kleiner ist der Betrag, den das Rollende Museum in Kürze aufbringen muss. Laut Museumsleiter Ewald Broer müssen die Tieflader, die das rollende Dorf an sein jeweiliges Ziel bringen, durch den TÜV. Zuvor müssen an mehreren Wagen Reifen erneuert werden, zum Teil mit Felge. Auch bei einigen Lichtanlagen bestehe Handlungsbedarf. LKW-Reifen seien teuer. Auch die Versicherung sei deutlich im Preis gestiegen, so Broer. Er rechnet mit Kosten von bis zu 3000 Euro in diesem Jahr, damit die rund zehn Wagen des rollenden Dorfes weiterrollen können. „Wir werden nun auch unsere Preise etwas erhöhen müssen“, so Broer.

Für Ladeneinrichtung wird Platz gesucht

Anfragen für die rund 30-köpfige Gruppe und ihre mobilen Handwerksvorführungen gibt es: vom Hafen- und Delftfest Emden, vom Sommerfest am Großen Meer, von den Püntetagen in Haren/Ems, vom Altstadtfest und vom Brüllmarkt Jever und auch zum Museumstag Emden. „Derzeit können wir aber noch nichts fest zusagen, erstmal müssen wir durch den TÜV“, so Broer. Er sei optimistisch, dass das klappe.

Otto Klatt (links) und Hans Kleinpoppen inmitten des Inventars der Firma Popken aus Norden, das im Winter abgeholt wurde.
Otto Klatt (links) und Hans Kleinpoppen inmitten des Inventars der Firma Popken aus Norden, das im Winter abgeholt wurde.

Die Besucher bekommen von den Hintergrundaufgaben nichts mit. Am Donnerstag betrat kurz nach der Saisoneröffnung als Erstes ein Paar aus Nordrhein-Westfalen das Gelände. Museumsleiter Otto Klatt begrüßte es mit Sekt. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 15.000 Gäste das Dörpmuseum.

Nachdem Klatt gerade zwei historische Apotheken in einem Neubau untergebracht hat, hat das Museum nun wieder beliebte Großexponate bekommen: die Ladeneinrichtung der Firma C.E. Popken aus Norden, die im Winter nach 166 Jahren für immer die Türen. „Wir haben uns genauso sehr gefreut wie zahlreiche Norder, die das Inventar des beliebten Geschäftes bei uns gut aufgehoben sehen“, sagte Klatt. In Norden wurden neben Schreibtisch, alter Kasse und alter Uhr auch die langen Verkaufstresen und der 2,80 Meter hohe Schraubenschrank aus dem Jahr 1935 in den vergangenen Wochen demontiert. Ein Dutzend Helfer, drei Lastwagen und ein Tieflader waren nötig, um alles sicher nach Münkeboe zu bringen.

Das Dörpmuseum und die Mühle sind ab sofort dienstags bis sonntags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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