Fußball-Bezirksliga  Brisantes Trainer-Duell mit Vorgeschichte

| | 21.03.2025 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ralf Backhaus (rechts), Trainer des TuS Esens, spielt mit seiner Mannschaft um die Meisterschaft. Er kommt an der Seitenlinie energisch und lautstark daher und sucht den verbalen Schlagabtausch auch mit den Schiedsrichtern. Foto: Wilfried Gronewold
Ralf Backhaus (rechts), Trainer des TuS Esens, spielt mit seiner Mannschaft um die Meisterschaft. Er kommt an der Seitenlinie energisch und lautstark daher und sucht den verbalen Schlagabtausch auch mit den Schiedsrichtern. Foto: Wilfried Gronewold
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Ralf Backhaus (TuS Esens) und Jürgen Zimmermann (Germania Wiesmoor) trafen schon als Spieler aufeinander. Ein Spiel haben beide nicht vergessen.

Wiesmoor/Esens – Als es im Sommer 1989 um den Aufstieg in die Oberliga-Nord ging, trafen die damaligen Fußballer Jürgen Zimmermann (Kickers Emden) und Ralf Backhaus (TuS Esens) in der Aufstiegsrunde aufeinander. Der TuS gewann das Ostfriesenduell und stieg in die Oberliga auf. Backhaus erinnert sich im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten: „Wir haben das Duell damals souverän gewonnen und sind auch verdient aufgestiegen.“

Aufstieg im Visier

Aufsteigen möchte der Bezirksligatrainer des Tabellenersten TuS Esens auch in dieser Saison. Ziel ist das Ticket für die Landesliga. Zum Auftakt nach der Winterpause musste sich der Spitzenreiter mit einem 1:1 beim SV Wallinghausen zufrieden geben. „Kein Drama“, sagt Backhaus, „weil Wallinghausen zu Hause auf dem schwierigen Platz stark ist und wir unsere Spielstärke nicht ausspielen konnten“, so der 57-Jährige.

Der Wiesmoorer Coach Jürgen Zimmermann kämpft mit seinen Germanen gegen den Abstieg. Er ist als Trainer kein Bankdrücker, sondern einer, der seine Mannschaft von der Seitenlinie aus dirigiert. Foto: Bernd Wolfenberg
Der Wiesmoorer Coach Jürgen Zimmermann kämpft mit seinen Germanen gegen den Abstieg. Er ist als Trainer kein Bankdrücker, sondern einer, der seine Mannschaft von der Seitenlinie aus dirigiert. Foto: Bernd Wolfenberg

Die Verfolger SV Großefehn und SpVg Aurich verkürzten mit Siegen den Abstand zum Ersten auf zwei beziehungsweise vier Zähler. Für Backhaus kein Problem: „Wir liegen vorne. Das zählt.“ Daran soll sich am Wochenende auch nichts ändern, wenn der Tabellenführer die abstiegsbedrohten Wiesmoorer empfängt. Und so kommt es erneut zum Duell von Backhaus und Germanen-Trainer Jürgen Zimmermann. Diesmal von der Seitenlinie. Nicht ganz. Backhaus ist nach seiner dritten Gelben Karte gesperrt, muss sich von seiner Mannschaft fernhalten. Er ist bekannt für seine verbalen Einwürfe. Mit Folgen. Wie das Coaching von der Esenser Bank am Sonnabend aussehen wird, das war noch ungewiss, „aber wir werden schon eine Lösung finden“, so der gesperrte TuS-Trainer.

Esens ist zu Hause noch ohne Punktverlust

Lautstark agiert auch Zimmermann von der Seitenlinie, um seine Mannschaft zu dirigieren, ihr den Weg zu weisen. Einer, der seinen Spielern den Marsch blasen kann. Auf dem Feld und in der Kabine. So erklärt sich auch sein Spitzname „Kaleu“, als Abkürzung für den Rang eines Kapitänleutnants, der sagt, wohin die Reise gehen soll. Der 58-Jährige weiß, worauf er sich in Esens einlässt. Er bekennt: „Der Kunstrasen ist ein großer Vorteil für Esens. Er ist glatter als anderswo. Da lässt Esens gekonnt den Ball laufen.“

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Neun Siege und 41:6 Tore. Beeindruckend ja, aber Wiesmoor wird nicht vor Angst und Furcht erstarren. Zimmermann auf Geduld und Kampfgeist seiner Mannschaft, die am vergangenen Spieltag nach zweimaligem Rückstand den Tabellenvierten TuS Pewsum noch mit einem Tor in der Nachspielzeit mit 3:2 niederrang.

Drei Punkte fürs Selbstvertrauen

„Dieser Sieg war wichtig für die Köpfe meiner Spieler und gut für unser Selbstvertrauen“, meint Zimmermann. Er will von Anfang an die Spielfreude des Gegners einengen. „Wir müssen die Räume eng machen und die Gegenspieler eng nehmen“, lautet seine Devise. Der Wiesmoorer erwartet einen druckvollen Beginn von Esens: „Die fangen an wie die Feuerwehr, da müssen wir aufpassen und gegenhalten.“

Sein Gegenüber weiß um die Schwere der Aufgabe. „Wiesmoor ist ein unbequemer Gegner, aber wir setzen auf unsere spielerische Stärke. Es ist Zeit, wieder eine Serie zu starten.“

Soll heißen, mit einem Heimsieg will sich Esens wappnen für die Topspiele in den kommenden Wochen. Am 30. März gastiert der TuS beim Tabellendritten SpVg Aurich. Eine Woche später empfängt Esens den Tabellenzweiten SV Großefehn. Wegweisende Spiele in Sachen Meisterschaft und Aufstieg, so Backhaus.

Er will erneut mit seiner Mannschaft in die Landesliga, aus der Esens im Juni 2024 abgestiegen ist. Backhaus erinnert sich: „Wir hatten einfach kein Spielglück, haben Spiele verloren, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben.“

Der Aufstieg ist noch vage Zukunftsmusik. Erst einmal fordern die Germanen den Ersten heraus. Gelegenheit für Zimmermann, sich für die Niederlage in der Aufstiegsrunde 1989 zu revanchieren? Das ist lange her und zählt nicht mehr, meint er. Was zähle, sei der Behauptungswille seiner Germanen im Abstiegskampf.

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