Zwei Wandertage in Aurich Warum Wandern wieder cool geworden ist
Der MTV Aurich bereitet den 7. Ostfriesischen Freiheitsmarsch vor. Was der mit Hansaplast und Fußnägeln zu tun hat.
Aurich - Wandern galt lange Zeit als spießig. Das hat sich geändert. Wandern ist cool geworden. Auch bei jüngeren Leuten. Davon profitiert auch der MTV Aurich.
„Seit Jahren boomt Wandern bei uns“, sagt MTV-Chef Wilfried Theessen. Er freut sich über eine stetig wachsende Wandersparte im Großverein. Und über den positiven Zuspruch beim Freiheitsmarsch. Den organisierte der MTV 2019 zum ersten Mal. Am 24./25. Mai steht die 7. Auflage des internationalen Wanderevents auf dem Programm.
Eine große Herausforderung für das Orgateam mit Andreas Epple, Dajo Gontjes und Heike-Maria Pilk an der Spitze sowie sieben weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Epple das Programm und die Neuheiten beim kommenden Freiheitsmarsch vor.
160 Kilometer Strecke im Angebot
Er sagte: „Wir haben an zwei Tagen rund 160 Kilometer Strecke im Angebot. Wir rechnen erneut mit 800 Teilnehmern. Auch mit Anmeldungen aus Luxemburg, Belgien und Sardinien.“ Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, virtuell mitzumachen. Laut Epple haben im Vorjahr weltweit rund 80 Wanderfreunde diese Möglichkeit wahrgenommen. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen an beiden Tagen rund 60 bis 70 Helfer des MTV Aurich, die vorwiegend als Streckenposten eingesetzt werden.
„Ohne die geht es nicht“, so die Organisatoren. Aber auch ohne Sponsoren nicht, betonte MTV-Chef Wilfried Theessen. Für die 7. Auflage haben die Organisatoren das Konzept erweitert. Nachdem im Vorjahr der Start-Ziel-Bereich auf das Auricher Ellernfeld verlagert wurde, wird diesmal die ansässige Sporthalle mit einbezogen. Sie dient als Unterkunft für Wanderinnen und Wanderer. Es kann auch auf einer Grünfläche am Ellernfeld gezeltet werden. Neu sind erstmals zwei Wanderpreise (Stiefel), die für die größten Gruppen ausgelobt werden. Einer für die größte hiesige Gruppe, ein zweiter für die stärkste Wandercrew von außerhalb.
Abschalten vom Alltag
„Wandern ist nicht nur cool, sondern auch wegen der Bewegung im Freien gesund. Es macht Spaß und ist auch für Familien attraktiv“, stellte Signe Foetzki von der Ostfriesischen Brandkasse die Vorzüge des Wanderns heraus. Dajo Gontjes (Immobilien Hagen) ergänzte den Positivkatalog: „Wandern entzerrt das Leben. Mal weg von Handy und Computer. Unterwegs sein mit Freunden, Ruhe haben oder Gespräche führen. Das ist doch wunderbar.“
Damit eine Wanderung nicht zum Leidenstrip wird, hatten die Organisatoren Tipps gegen Blasenlaufen parat. Epple empfahl, schon vorher Schuhzeug und Socken auszuprobieren und am Wandertag die Füße mit transparentem Hansaplast abzukleben. Gontjes ergänzt: „Man sollte die Fußnägel nicht am Wandertag schneiden. Die kantigen Nägel können Probleme machen.“ Am besten dürften sich Epple und Heike-Maria Pilk vom Orgateam auf den Strecken auskennen. Sie werden die Strecken zuvor ausschildern. MTV-Chef Theessen wird die Teilnehmer morgens um 7 Uhr begrüßen und auf die Marathonstrecke über 42 Kilometer schicken. Ob Theessen sich die Wanderschuhe schnüren wird, ist noch unklar.
Auf der Strecke dürfte, wie in den Vorjahren auch, Schirmherr Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, anzutreffen sein. Er stellte in seinem Grußwort den regionalgeschichtlichen Aspekt der Veranstaltung heraus: „Es geht um Gesundheit durch Bewegung, Geselligkeit und das gegenseitige Kennenlernen.“ Gleich mehrere Aspekte, weshalb Wandern wieder angesagt ist.