Saisonauftakt in Münkeboe  Schraubenschrank, Tee und Ungarisches im Museum

| | 18.03.2025 06:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Schraubenschrank aus dem Jahr 1935 von Eisenwaren Popken in Norden wurde nach der Schließung des Geschäfts an das Dörpmuseum übergeben. Foto: Rebecca Kresse
Der Schraubenschrank aus dem Jahr 1935 von Eisenwaren Popken in Norden wurde nach der Schließung des Geschäfts an das Dörpmuseum übergeben. Foto: Rebecca Kresse
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Im Dörpmuseum Münkeboe gibt es ab Donnerstag wieder ein vielfältiges Programm. Es gibt neue Ausstellungspläne. Zudem wird Platz für ein Großexponat von Eisenwaren Popken gesucht.

Münkeboe - Ostern ist noch weit entfernt, die Osterferien sind noch Zukunftsmusik. Gleichwohl starten die beiden Südbrookmerlander Freilichtmuseen - das Moormuseum Moordorf und das Dörpmuseum Münkeboe, mit dem Frühlingsanfang am 20. März in die Saison.

Im Dörpmuseum laufen nach Angaben von Museumsleiter Otto Klatt derzeit noch die letzten Reinigungs- und Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren. Neben der Saisonvorbereitung haben die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter noch ein Zusatzprojekt zu wuppen: Die Schraubenwand von Eisenwaren Popken in Norden wurde in den vergangenen Wochen nach und nach ins Museum geholt. Dort soll sie langfristig einen Platz finden. Zunächst kann die historische Ladeneinrichtung Klatt zufolge allerdings höchstens teilweise gezeigt werden. Das sechs Meter breite und mehr als 2,80 Meter hohe Exponat muss erst einen angemessenen und passenden Platz finden.

Nachlass eines Lehrers und Geschirr aus Haren

In jüngster Zeit kann sich das Museum nicht über einen Mangel an neuen Ausstellungsstücken beklagen. Neben den beiden historischen Apothekeneinrichtungen, die seit 2023 in einem Neubau zu sehen sind, bekam das Dörpmuseum nach der Schließung des Eisenwarenhandels Popken den Schraubenschrank von 1935. Zudem die Sammlung zum Thema Tee sowie Vitrinen aus dem Kunsthaus Haren/Ems. Und den Nachlass des früheren Moorhuser Lehrers Wilhelm Wrasse, von dem ein Teil laut Klatt bereits in der Mühle zu sehen ist. Angehörige des verstorbenen Lehrers werden bald zum Museumsbesuch erwartet.

Passend zu den neuen Exponaten zum Thema Tee soll es vom 1. Juni bis Ende August eine Sonderausstellung im Kolonistenhaus zu den Themen Tee, Geschirr und Blaudruck geben. Darin würden gewissermaßen die ostfriesischen Farben Schwarz, Rot und Blau vereint, sagte Klatt mit Blick auf das bekannte Service Ostfriesische Rose.

Beim Historischen Waschtag kommen alljährlich Zuber und Waschbretter zum Einsatz. Foto: Folkert Bents
Beim Historischen Waschtag kommen alljährlich Zuber und Waschbretter zum Einsatz. Foto: Folkert Bents

Nach dem Saisonauftakt geht es jedoch zunächst um Wein: Am Freitag in dieser Woche findet die traditionelle Weinprobe statt. Am 30. April folgt das Maibaumaufstellen. Und am Sonnabend, 3. Mai, der erste Aktionstag mit vielen ehrenamtlich Tätigen, die den Besuchern alte Handwerkstechniken vorstellen. An jedem ersten Sonnabend in den Monaten Mai bis Oktober wird es so eine Vorführung geben. Laut Klatt ist auch wieder vorgesehen, an diesen Tagen ein Angebot für Kinder unter dem Motto Kinner-Tied anzubieten.

Musikinstrumentenmacher und weitere Handwerker aus Ungarn

Noch mal gesteigert werden die Handwerksaktivitäten im Dörpmuseum in der Ungarischen Handwerkerwoche vom 13. bis 18. Mai. Dann sind laut Klatt mindestens zwölf Gäste aus Osteuropa da, um Handwerkstechniken aus ihrer Heimat vorzuführen. Den Austausch gibt es schon viele Jahre. Inzwischen seien auch mehrere junge Leute dabei, die in Ungarn die Tradition ebenso fortsetzen wie die junge Garde im Dörpmuseum. Unter anderem eine Weberin, ein Maler, ein Ledermacher, ein Holzschnitzer, eine Filzerin, ein Spielzeugmacher und ein Töpfer werden nach Münkeboe kommen. Erstmals dabei ist laut Klatt auch ein Töpfer, der sich auf Musikinstrumente wie Flöten und Pfeifen für Kinder spezialisiert hat.

Weitere Fixpunkte der Dörpmuseums-Saison sind der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag, der Historische Waschtag am 19. Juli und das Ernte- und Herbstfest mit externen Ausstellern am 4. Oktober. Und natürlich die Münkeboer Festtage Ende August.

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