Antrag Bündnis Südbrookmerland will Kita-Neubau prüfen lassen
Der Neubau einer Kita auf dem alten Schulgelände in Neu-Ekels ist längst beschlossene Sache. Darüber, wie das Gebäude einmal aussehen könnte, bahnt sich nun aber eine Debatte an.
Südbrookmerland - Neue Wendung in Sachen Kita-Neubau in Neu-Ekels: Das Bündnis Südbrookmerland hat beantragt, die geplante Bauweise zu überprüfen und dabei den Fokus auf einen kosteneffizienteren Zweckbau zu legen. Vorsitzender Hange Ukena begründet den Antrag mit der angespannten Finanzlage der Gemeinde.
Bereits vor mehr als einem Jahr hatte Architektin Antje Borchert im Rathaus ihre Pläne für den Neubau vorgestellt. Ihr Entwurf sieht ein vierflügeliges Gebäude mit einem großzügigen Innenhof vor, der als Spielfläche für die Krippenkinder genutzt werden soll. Das Konzept fand in der Politik grundsätzlich Zustimmung. Dennoch fordert das Bündnis nun, Alternativen zu prüfen. Laut Antrag solle untersucht werden, ob ein zweckmäßigeres und damit günstigeres Gebäude realisiert werden kann. Dabei sollen auch Modulbau- oder Holzbauweisen in Betracht gezogen werden, heißt es in dem Antrag. Das Bündnis wünscht sich mehrere Alternativen für einen Vergleich.
Die Antragsteller betonen, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel optimal genutzt werden sollten, um sowohl die Bedürfnisse der Kinder als auch der Eltern bestmöglich zu erfüllen. Ein Zweckbau könne diesen Anforderungen gerecht werden, ohne zusätzliche architektonische Besonderheiten wie einen Innenhof zu benötigen. Entscheidend sei eine gute Betreuung, die auch in einem funktional gestalteten Gebäude gewährleistet werden könne, schreibt Hange Ukena.
Kosten bereits jetzt gestiegen
Die veranschlagten Kosten des Projekts sind bereits gestiegen. Im vergangenen Jahr war noch von 5,2 Millionen Euro die Rede, inzwischen wird mit 5,3 Millionen Euro kalkuliert. Trotz dieser Erhöhung wurden im Haushalt für 2025 keine zusätzlichen Mittel eingeplant. Die Verwaltung rechnet nämlich nicht damit, dass noch in diesem Jahr weitere Zahlungen notwendig werden. Es stünden noch Mittel aus dem Vorjahr zur Verfügung, heißt es. Dabei scheint es sich vor allem um Geld zur Deckung von Planungskosten zu handeln. Von einem tatsächlichen Baubeginn ist nämlich bislang nichts zu hören.
Ein Grund für die Bedeutung des Bauprojekts liegt in der Kitaplatz-Situation in der Gemeinde. In den vergangenen Jahren galt Südbrookmerland als Sorgenkind in der Kinderbetreuung, nicht alle Familien erhielten einen Platz für ihre Kinder. Inzwischen hat die Gemeinde ihr Angebot ausgeweitet und zahlreiche neue Gruppen eingerichtet. Zuletzt hieß es, dass allen Kindern ein Platz habe angeboten werden können. Überflüssig ist der Neubau in Neu-Ekels aber wohl dennoch nicht. So gibt es in der Gemeinde gleich mehrere Einrichtungen, die nach Meinung von Neubau-Befürwortern nicht mehr den heutigen Standards entsprechen. Die Idee: Nach Eröffnung des Neubaus könnte beispielsweise der vorhandene DRK-Kindergarten in Theene geschlossen werden, wenn der Bedarf an Betreuungsplätzen dies zulässt.
Verwaltung soll Alternativen ausarbeiten
Die Ausarbeitung der Alternativen dürfte aus Sicht des Bündnisses durchaus im Rathaus zu leisten sein. Dort beschäftigt die Gemeinde mit Antje Borchert eine eigene Architektin, die auch den vorliegenden Entwurf geplant hatte.
Fraglich ist indes, ob eine Prüfung von Alternativen politisch überhaupt gewollt ist. Schließlich könnte die zu weiteren Verzögerungen führen. Andererseits dürften mögliche Einsparungen bei den Baukosten durchaus im Interesse aller Ratsfraktionen sein – gerade vor dem Hintergrund eines Millionendefizits im Haushalt, das auch für die kommenden Jahre erwartet wird.
Über den Antrag des Bündnis Südbrookmerland dürfte demnächst in den zuständigen Fachausschüssen diskutiert werden. Der Ausgang ist offen.