Drei Jahre nach Kriegsausbruch Landrat hofft auf Ende des Kriegs in der Ukraine
Mehr als 2700 Ukrainer, vor allem Frauen und Kinder, sind seit 2022 in den Landkreis Aurich gekommen. Olaf Meinen spricht von einem Kraftakt – und dankt den Helfern.
Aurich - Rund drei Jahre ist es nun her, dass Russland die Ukraine angegriffen hat und Millionen Ukrainer ihr Land verlassen mussten. Im Landkreis Aurich wurden seitdem 2740 Ukrainer registriert und aufgenommen. Derzeit leben von 1895 von ihnen im Landkreis, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Die Mehrheit ist weiblich (1177 Personen), 558 sind Kinder und Jugendliche.
Anlässlich des dritten Jahrestags des Kriegsbeginns nimmt der Auricher Landrat Olaf Meinen (parteilos) auf Anfrage dieser Redaktion Stellung zum Thema: „Schon seit drei Jahren setzen sich die Ukrainer gegen den Überfall durch Putins Truppen zur Wehr. Wir alle können gar nicht ermessen, wieviel Leid, Trauer und Verzweiflung dieser brutale Krieg den Menschen gebracht hat. Viele von ihnen mussten aus Angst um Leben und Sicherheit aus ihrer Heimat fliehen. Für uns als Kreisverwaltung war die Aufnahme der Flüchtlinge ein Kraftakt, den wir aber gut und reibungslos bewältigt haben, vor allem auch durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Ämter. Ohne das Engagement und die große Solidarität der Bevölkerung hätten wir diese Riesenaufgabe aber so nicht bewältigen können. Dafür auch im Rückblick noch einmal ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, ob sie sich nun beruflich oder ehrenamtlich für die Geflüchteten einsetzen. Im Moment ist nur schwer einzuschätzen, wohin die Reise geht, auch angesichts der neuen Machtverhältnisse in den USA. Ich hoffe aber, gemeinsam mit den Menschen in der Ukraine und so vielen Bürgerinnen und Bürgern hier bei uns, dass dieser fürchterliche Krieg endlich endet.“
Erstaufnahme in Norden-Utlandshörn
Für die Kreisverwaltung sei es zu Beginn des Krieges ein „intensiver organisatorischer Kraftakt“ gewesen, den unverzüglichen Bedarf an Unterbringungs- und Verwaltungsstrukturen zu decken, ergänzte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels. Innerhalb kürzester Zeit sei in Norden-Utlandshörn eine Erstaufnahmeeinrichtung eingerichtet worden. Dabei sei die Einrichtung einer Dokumentationsstraße von zentraler Bedeutung gewesen.
Durch die Anwendung der sogenannten Massenzustromrichtlinie und die Entscheidung, Ukrainern Aufenthaltserlaubnisse zu erteilen, konnte die Ausländerbehörde des Landkreises Aurich zügig handeln und den Geflüchteten den notwendigen rechtlichen Status gewähren, heißt es.
Eine „tragende Säule“ bei der Unterbringung, Betreuung und Integration der Flüchtlinge sei zudem die Kreisvolkshochschule (KVHS) Aurich-Norden gewesen.