Belastung für die Gemeinde  Das kostet die Betreuung in der Kita

| | 06.03.2025 13:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kinder spielen mit Erzieherinnen im Bewegungsraum einer Kita. Foto: Marijan Murat/DPA
Kinder spielen mit Erzieherinnen im Bewegungsraum einer Kita. Foto: Marijan Murat/DPA
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Jahr für Jahr zahlt die Gemeinde Millionen für den Betrieb der Kitas in Südbrookmerland. Der Spielkreis Moorhusen hat nun detaillierte Zahlen vorgelegt und teilt mit, wofür das Geld ausgegeben wird.

Südbrookmerland - Jahr für Jahr investiert die Gemeinde Südbrookmerland hohe Summen in die Kinderbetreuung, um Defizite auszugleichen. Sie unterhält keine eigenen Kitas, sondern hat Betreiberverträge mit Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt, der Lebenshilfe und Elternvereinen geschlossen. Auch im laufenden Jahr wird die finanzielle Belastung wieder hoch sein. Mehrere Millionen Euro sind eingeplant.

Wie aus den Unterlagen zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Schulen, Kindertagesstätten und Soziales hervorgeht, beantragt der Kinderspielkreis Moorhusen für 2025 die Übernahme seines Defizits. Dabei wird deutlich, welche Kosten mit der Betreuung der Kleinsten verbunden sind.

Fast 5000 Euro pro Jahr und Kind

Der Spielkreis wird seit vielen Jahren von einem Elternverein betrieben und ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1910 untergebracht. Vorsitzender ist das ehemalige Gemeinderatsmitglied Hilko Gerdes aus Münkeboe. Die Einrichtung bietet Platz für 50 Kinder und betreut sie werktags von 7.30 bis 13 Uhr. Die geplanten Gesamtkosten für 2025 belaufen sich auf 242.450 Euro, davon entfallen allein 222.700 Euro auf das Personal. Weitere 19.750 Euro sind für Sachkosten wie Energie, Spielmaterial und Lebensmittel eingeplant.

Pro Betreuungsplatz entstehen in diesem Jahr also rechnerisch also 4.849 Euro Kosten. Dem stehen nur geringe Einnahmen gegenüber. Das Land Niedersachsen stellt 39.000 Euro bereit, aus Elternbeiträgen werden lediglich 1500 Euro erwartet, Spenden sollen 1000 Euro einbringen. Der größte Teil – 200.950 Euro – wird durch den Betriebskostenzuschuss der Gemeinde gedeckt.

Wiedereiführung von Elternbeiträgen gefordert

Angesichts solcher Zahlen werden zunehmend Forderungen nach einer Überprüfung der Beitragsfreiheit laut. Seit Jahren müssen Eltern für die Betreuung der Kinder zwischen drei Jahren und der Einschulung nichts mehr bezahlen. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) regt jedoch an, die 2018 eingeführte Regelung rückgängig zu machen, da viele Kommunen unter den Kosten ächzen. Wie NSGB-Chef Marco Trips dem NDR sagte, hätten die Kommunen ein milliardenschweres Defizit. Immer mehr Aufgaben würden ihnen übertragen, ohne dass ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt würden. Auch Südbrookmerlands Kämmerer Wilfried Müller äußerte sich kürzlich gegenüber unserer Redaktion ähnlich. Trips fordert, Bürger stärker in die Finanzierung einzubeziehen, etwa durch eine sozial gestaffelte Kita-Gebühr.

Politik wird vermutlich zustimmen

Die niedersächsische Landesregierung lehnt eine Abschaffung der Beitragsfreiheit bislang jedoch ab. Seit 2018 sei die Zahl der betreuten Kinder gestiegen, erklärte eine Sprecherin der Staatskanzlei. Kitas bereiteten Kinder besser auf die Schule vor und erleichterten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Auch in Südbrookmerland stellt sich die Frage, wie lange die Gemeinde diese Belastung tragen kann, ohne an anderer Stelle massiv sparen zu müssen. Zum zweiten Mal in Folge konnte der Kämmerer keinen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen und rechnet stattdessen mit einem Millionendefizit. Unlängst wird in der Gemeinde über Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen diskutiert.

Es ist aber dennoch davon auszugehen, dass die Politik dem Antrag aus dem Moorhuser Spielkreis zustimmt. Eine Ablehnung könnte die schließlich das Ende der Einrichtung bedeuten. Die Folge: Für 50 Kinder müssten neue Betreuungsplätze gefunden werden. Und die kosten ebenfalls Geld. Neben dem Moorhuser Spielkreis erhalten auch die anderen Einrichtungen Zahlungen zum Ausgleich ihrer Defizite. Eine Vorentscheidung über den Antrag fällt am Donnerstag, 13. März, um 19 Uhr im Rathaus.

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