Trainer-Abschied  Wiesmoorer Trainerlegende steht vor seiner letzten Mission

| | 28.02.2025 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Wiesmoorer Bezirksligatrainer Jürgen Zimmermann ist an der Seitenlinie ein Mann lauter Worte und klarer Anweisungen. Seine Restlaufzeit bei den Germanen ist bis zum Saisonende auf zwölf Spiele begrenzt. Ihm steht eine knifflige Aufgabe bevor. Foto: Wilfried Gronewold
Der Wiesmoorer Bezirksligatrainer Jürgen Zimmermann ist an der Seitenlinie ein Mann lauter Worte und klarer Anweisungen. Seine Restlaufzeit bei den Germanen ist bis zum Saisonende auf zwölf Spiele begrenzt. Ihm steht eine knifflige Aufgabe bevor. Foto: Wilfried Gronewold
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Weshalb der scheidende Germanen-Coach Jürgen Zimmermann bis zum Saisonende einen heißen Tanz erwartet. Danach gehts für ihn mit etwas weniger Fußball weiter. Nur anders.

Wiesmoor – Sein Blick auf die Tabelle in der Fußballbezirksliga fällt ernüchternd aus. Der Wiesmoorer Trainer Jürgen Zimmermann bewertet den aktuellen 14. Rang (Relegationsplatz) seiner Germanen als enttäuschend. So sehen es auch seine Spieler. Trainer und Spieler hatten sich mehr erhofft. Zimmermann scheidet zum Saisonende in Wiesmoor aus dem Traineramt. Mehr noch. Er kehrt mit fast 59 Jahren endgültig der Trainerbank den Rücken. Auf Wiedersehen für immer.

Im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten sagt er dazu: „Nur noch zwölf Spiele bis zur Fußballrente. Dann reicht es auch. Ich will runterfahren und mehr Zeit mit meiner Frau verbringen.“ Aber zuvor geht es um Germania Wiesmoor. Seine zweite Heimat. Dort saß er von 2005 bis 2015 auf der Trainerbank. Nach der Trennung folgten Stationen in Strackholt und Moordorf. Danach eine Pause. Seit zweieinhalb Jahren ist „Kaleu“ oder „Zimbo“, zwei beliebte Spitznamen für Zimmermann, wieder an Bord und verantwortlich für die Germanen als Trainer.

Mit Leib und Seele kämpfen

Seine Zwischenbilanz: „Nach den beiden schwierigen Jahren (Jeweils Platz zwölf; Anmerkung der Redaktion) hatten wir in der dritten Saison einen Platz im Mittelfeld erwartet.“ Daraus wurde aber nichts. Die Wiesmoorer befinden sich im Abstiegskampf, und der dürfte sich wohl noch bis zum Saisonende hinziehen.

So wird Zimmermann in seinen letzten zwölf Spielen für die Wiesmoorer mit seiner Mannschaft Woche für Woche bangen und zittern und mit Leib und Seele um Zählbares für den Ligaverbleib kämpfen. Seine Prognose: „Wir haben noch jeweils sechs Heimspiele und sechs Auswärtsspiele. Wenn wir davon acht gewinnen, dann könnte es reichen.“ Eine kühne Rechnung, hat doch Wiesmoor erst drei Saisonsiege eingefahren. Dafür benötigte die Zimmermann-Crew 18 Versuche. Darin sieht der Trainer auch die große Schwäche. „Viele Spiele, die auf des Messers Schneide standen, haben wir knapp verloren. Da haben wir viele Punkte liegengelassen. Das war in den Jahren davor genau andersherum“, gibt der Trainer zu bedenken.

Es winkt ein heißer Tanz

Dafür ist die geringe Torausbeute verantwortlich. Die Wiesmoorer trafen bis zur Winterpause 16-mal ins gegnerische Tor. So wenig wie keine andere Ligamannschaft. Dafür hat sich die Wiesmoorer Abwehrreihe gute Noten in der Liga verdient. 29 Gegentore bedeuten die fünftbeste Defensive. Nach Ansicht von Zimmermann winkt bis zum Saisonende ein heißer Tanz. Damit die Wiesmoorer den Relegationsplatz (14.) verlassen können, müssen sie noch eine Mannschaft, die bisher noch vor ihnen steht, hinter sich lassen. Dort reihen sich mit Bunde, Larrelt oder Westrhauderfehn namhafte Teams aneinander, die in der Schlussphase der Saison wohl noch zulegen werden, glaubt Zimmermann.

Am ehesten wäre wohl Norden für den Germanen-Trainer ein Kandidat, den Wiesmoor noch abfangen könnte. So wie in der Vorsaison. Ebenso droht auch noch Gefahr aus dem Tabellenkeller. Strudden hat sich nach Ansicht von Zimmermann noch lange nicht aufgegeben. Der Auftakt nach der Winterpause beginnt für Wiesmoor zu Hause mit dem Nachholspiel gegen TV Bunde am Sonnabend, 8. März. Danach folgen Pewsum (H), Esens (A) und Holtriem (H). Ein durchwachsenes Programm für den Monat März, meint Zimmermann.

Mit erhobenem Haupt gehen

Der lässt sich aber nicht beirren: „Wir werden alles versuchen und ich will mit erhobenem Haupt aus Wiesmoor gehen. Ein Abstieg sollte nicht dazugehören.“

Und danach? Durchpusten, entspannen und mit dem E-Bike fahren, stehen auf der Tagesfreizeit für den Tiefbaubeschäftigten am Wochenende. Ganz ohne Fußball geht es dabei wohl nicht. Er will sich das eine oder andere Heimspiel der Auricher Kicker anschauen. Grund: Seine beiden Söhne Jürgen, der Jüngere und Leon spielen in der nächsten Saison für die SpVg.

Es soll aber bei Ausnahmen bleiben. Wäre er dann wieder jeden Sonntag auf den Sportplätzen, dann könnte er auch gleich als Trainer weitermachen, scherzt Zimmermann. Wer weiß, wie lange der Abschied für von der Trainerbank anhalten wird.

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