Umbau in Tannenhausen nötig Wakeboard-Saisonstart am Badesee verzögert sich
Die Wakeboard-Anlage am Badesee Tannenhausen hat immer noch mit Problemen durch Hochwasser zu kämpfen. Nun soll umgebaut werden. Was genau geplant ist und wie der Zeitplan aussieht.
Tannenhausen - Hochwasser, und kein Ende in Sicht. Der Wasserstand im Badesee in Tannenhausen ist seit Monaten erhöht. Nun muss auch die Wakeboard-Anlage North-Bound reagieren und ihre Anlagen anpassen. Ein Saisonbeginn zu Ostern ist ausgeschlossen. Geschäftsführer Julian Berg hofft auf eine Eröffnung für die Wakeboarder im Mai. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun.
Im vergangenen Winter und Frühjahr trat der See erstmals deutlich über die Ufer, überspülte in manchen strandnahen Bereichen sogar den Wanderweg. Die Bank an der Rückseite des Hundestrandes stand komplett unter Wasser. Einige Teile der Wakeboard-Anlage wurden zerstört. Die Anlage konnte jedoch provisorisch instandgesetzt werden, um - verspätet - überhaupt in die Saison starten zu können. Mit dem TÜV Süd zusammen wurde damals eine Interimslösung für das Jahr 2024 erarbeitet. Sie funktioniere laut Berg aber kein weiteres Jahr. Zumal ein Teil der Anlagen auch schon zurückgebaut sei, um möglichst bald mit dem Umbau beginnen zu können.
Strandbar spätestens ab Mai – der Skilift muss erstmal umgebaut werden
Auch wenn der Wasserstand im vergangenen Sommer etwas zurückging, das eigentlich normale Niveau erreichte er zu keinem Zeitpunkt. Nach einem weiteren nassen Winter steht das Wasser nun wieder hoch.
Für die Betreiber der Wakeboard-Anlage beginnt die Saison also schon zum zweiten Mal in Folge schlecht. Der Beach-Club soll definitiv zum 1. Mai öffnen, sagte Geschäftsführer Julian Berg. An einen frühen Saisonstart zu Ostern ist wegen des Wassers auch in diesem Jahr eher nicht zu denken. Und wann die Wakeboard-Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab.
Berg sagte, dass in den vergangenen Monaten mit Architekten und mehreren Gewerken intensiv daran gearbeitet worden sei, die Wakeboard-Anlage an schwankende Wasserstände anzupassen. Die Pläne seien jetzt erarbeitet, die Gewerke stünden abrufbereit. Eine Bauvoranfrage bei der Stadt Aurich habe jedoch ergeben, dass ein Bauantrag für die Änderungen nötig ist. Dieser werde derzeit fertiggestellt und zeitnah eingereicht. Er hoffe auf eine schnelle Bearbeitung, damit der Umbau den Saisonstart nicht deutlich verzögert. Da alle Schritte eng mit dem Bauamt abgestimmt worden seien, sei bei der Stadt das Projekt schon gut bekannt. Im Bauamt werde derzeit aber generell darüber nachgedacht, wie künftig angesichts veränderter Hochwasserstände mit Bauwerken am Badesee umgegangen werden solle, so Berg.
Startrampe, Besucherplattform und -terrasse und Bedientisch müssen höher
Die frühere Kiesgrube hat keinen Zu- aber auch keinen Ablauf. Bevor die Anlage 2016 angelegt und eröffnet wurde, habe er mit Nachbarn und Vertretern der Stadt über den zu erwartenden Wasserstand gesprochen. Daran sei die Anlage orientiert. Nun gebe es schon zum zweiten Mal in Folge einen deutlich höheren Stand. An einigen Stellen sei bereits der Wanderweg unterspült. Entsprechend müssten die Startrampe, die Besucherplattform und Besucherterrasse sowie der Bedientisch erhöht werden. Höher als der Wanderweg könne aber nicht gebaut werden. Die Anlage werde nun so konstruiert, dass sie künftig überspült werden könne, ohne Schaden zu nehmen.
Das ganze Baufeld steht derzeit noch unter Wasser. Er hoffe, dass der Wasserstand bald absinke, um das Baufeld vorzubereiten. Es sei ein spezieller Tiefbau nötig, weil ein trockener Baugrund nicht mehr gegeben sei, so Berg.
Grundsätzlich müssen dann alle Anlagenteile zwischen dem Wanderweg und dem See erhöht werden. Dazu sei ein anderes Fundament nötig als bisher, nämlich ein Flächenfundament. Zudem werde eine Spundwand gesetzt. Und die Besucherterrasse werde - auch wenn es bislang sehr gut angekommen sei - nicht wieder aus Holz gebaut. Dann sei die Anlage besser für schwankende Wasserstände und Hochwasser gerüstet, so Berg.
Was den Fortgang des Umbaus angeht, sieht Berg die Baugenehmigung der Stadt als das zeitliche Nadelöhr an. „Wir selbst können eigentlich auf Knopfdruck loslegen.“
Seit einem Jahr weniger Fläche für die Strandbar
Nicht nur die Wakeboard-Anlage ist vom höheren Wasserstand negativ betroffen. Auch ein Teil des Strandes war und ist überspült, den North Bound als Außenfläche für die Strandbar von der Stadt gepachtet habe. Es gehe um rund 300 Quadratmeter, die im vergangenen Jahr nicht nutzbar gewesen seien, so Berg.
Er hoffe nun, dass die Stadt den Weg zum Umbau nun möglichst eng begleite, so Berg. „Wir waren immer sehr partnerschaftlich und darauf hoffen wir auch jetzt.“ Für die Stadt sei das touristische Angebot am See auch wichtig.
Auch Strand und Hundestrand werden wieder aufgeschüttet
Die Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage, dass sie mit den Wakeboard-Anlagen-Betreibern im Gespräch sei wegen der überspülten Pachtfläche der Strandbar. „Derzeit prüfen wir alle verfügbaren Optionen, um proaktiv eine Lösung zu finden, die im besten Interesse aller Beteiligten liegt“, so Stadtsprecher Cord Cordsen. Auch hinsichtlich der Baugenehmigung sei man im Gespräch.
Die Stadt Aurich hat nicht nur an der Fläche der Wakeboard-Anlage zu tun, sondern auch im vorderen Bereich des Sees im Bereich des Mehrzweckgeländes. „Sobald der Wasserstand wieder das ursprüngliche Niveau erreicht hat, wird, wie jedes Jahr, der freie Strandbereich aufgeschüttet und hergerichtet“, teilte Cordes auf Nachfrage mit. Der Strandbereich werde also nicht kleiner. Auch der Hundestrand werde wieder hergerichtet, sobald der Wasserpegel sinke. „Zusätzlich ist noch eine Erweiterung der Strandfläche geplant“, so Cordes.
Die Pächter der Immobilien beziehungsweise Flächen – also Northbound und der Imbiss - sind laut Cordes lediglich verpflichtet, den Müll zu beseitigen, der durch Besucher verursacht wird.