Migration in Ostfriesland  Derzeit kommen weniger Flüchtlinge in Landkreis Aurich

| | 20.02.2025 18:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem ehemaligen Auricher Kasernengelände leben derzeit rund 770 Flüchtlinge. Foto: Romuald Banik
Auf dem ehemaligen Auricher Kasernengelände leben derzeit rund 770 Flüchtlinge. Foto: Romuald Banik
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Im Vergleich zu den Höhepunkten der Krise hat sich die Lage aktuell entspannt, heißt es von der Kreisverwaltung. Sie berichtet auch von gewissen Erfolgen bei der Integration in den Arbeitsmarkt.

Aurich/Norden - Etwas weniger zusätzliche Flüchtlinge als bisher kommen derzeit im Landkreis Aurich an. „Es gibt aktuell noch fünf Zuweisungen pro Woche. Das ist im Verhältnis zu vorherigen Zeiten sehr komfortabel“, berichtete Enno de Vries von der Kreisverwaltung am Donnerstag im Sozialausschuss in Norden.

Nach den Vorgaben des Landes Niedersachsen sollte der Landkreis Aurich zwischen 1. Oktober 2024 und 31. März 2025 insgesamt 596 neue Flüchtlinge aufnehmen. Tatsächlich aufgenommen wurden in diesem Zeitraum bislang 295 Personen. Daraus ergäben sich 301 weitere Aufnahmen. Diese Zahl werde man aber dank der derzeit geringen Zahlen nicht erreichen, erklärte de Vries.

Seit August 2021 fast 5900 Geflüchtete aufgenommen

Gleichwohl sind die Zahlen der vergangenen Jahre in der Gesamtschau sehr hoch: Insgesamt wurden seit 1. August 2021 im Landkreis Aurich 5880 Flüchtlinge aus 120 Nationen aufgenommen. Die größte Gruppe waren 2740 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. 617 Menschen kamen aus dem ebenfalls kriegsgeplagten Syrien. Auf Platz drei der Herkunftsländer lag die Türkei mit 508 Personen, danach folgen Afghanistan mit 318 Menschen und, etwas überraschend, Kolumbien mit 276 Personen. Das liege daran, dass Kolumbianer nur in bestimmten Bundesländern aufgenommen werden, darunter Niedersachsen, erklärte der Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises Aurich, Bernd Tobiassen.

Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine und Afghanistan sei zuletzt deutlich zurückgegangen, betonte Enno de Vries. Seit Oktober kamen noch 35 Ukrainer und acht Afghanen.

Drei Viertel der Flüchtlinge waren Erwachsene, ein Viertel Minderjährige.

Rund 770 Menschen leben auf Auricher Kasernengelände

In Gemeinschaftsunterkünften leben derzeit 2318 Flüchtlinge im Landkreis, davon rund 770 in mehreren Gebäuden auf dem Auricher Kasernengelände. Weitere 75 leben im Containerdorf in Extum, 25 im Integrationsstützpunkt nahe der IGS Aurich und 13 in der neuen Unterkunft in Georgsfeld. In der früheren Küstenfunkstelle Utlandshörn leben derzeit 52 Flüchtlinge und 46 im Integrationsstützpunkt Norden. In privaten Wohnungen sind 1334 Flüchtlinge untergebracht. Insgesamt gibt es noch 460 freie Plätze in Unterkünften und Wohnungen, was einer Auslastung von 83 Prozent entspricht.

Der Leiter des Kreisvolkshochschul-Standorts Aurich, Sören Saathoff, betonte, dass in den Unterkünften derzeit 180 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Das sei eine gute Quote. Die Integration in den Arbeitsmarkt sei ein ganz wichtiger Schritt. Ein Schlüssel dabei sei die Sprache. Derzeit finden laut Saathoff 21 Sprachkurse für 450 Flüchtlinge statt. Bis zum Sommer gibt es sechs neue Kurse mit 150 Teilnehmern. Danach sei die Finanzierung durch den Bund noch unsicher, so Saathoff.

Köhler sieht Handlungsbedarf bei Kriminalprävention

Ausschussmitglied Jörg Köhler sagte, dass es in Sachen Präventionsarbeit auf dem Kasernengelände sicher Handlungsbedarf gebe. Saathoff berichtete, dass man sich alle vier bis sechs Wochen mit Polizei und Ordnungsamt treffe.

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