Neuer Aldi-Markt in Moordorf  Bedenken wegen Räumstreifen und Zufahrt

| | 13.02.2025 18:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So wie in diesem Beispielbild soll der neue Aldi-Markt in Moordor aussehen. Foto: Aldi-Nord
So wie in diesem Beispielbild soll der neue Aldi-Markt in Moordor aussehen. Foto: Aldi-Nord
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Gebaut wird noch nicht, gearbeitet wird trotzdem: Die Südbrookmerlander Politik muss sich mit einer Reihe von Einwänden und Hinweisen zum geplanten neuen Aldi-Markt in Moordorf beschäftigen.

Moordorf - Noch lässt er weiter auf sich warten: Wann der neue Aldi-Markt in Moordorf gebaut wird, ist weiterhin nicht bekannt. Während auf dem Grundstück neben dem bestehenden Markt statt Baggern und Arbeitern allenfalls mal ein paar rastende Vögel zu sehen sind, tut sich im Hintergrund aber einiges. „Baurechtschaffung“ nennen das die Experten. Im Kern geht es dabei um die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes. Beides ist nötig, damit das Unternehmen eine Baugenehmigung beantragen kann. Im Verfahren haben beispielsweise Anlieger und die sogenannten Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Einwände gegen den Bau zu erheben. Und davon gab es einige. Welche das sind und wie damit umgegangen wird.

Einwände und Hinweise auf 20 Seiten

Auf 20 Seiten hat ein von der Gemeinde beauftragtes Planungsunternehmen die Einwände und Hinweise gesammelt und Vorschläge erarbeitet, wie damit umgegangen werden soll. In vielen Fällen handelt es sich um standardisierte Stellungnahmen, die dazu dienen, sich für den Fall der Fälle abzusichern. So ist es zum Beispiel bei der Firma Vodafone, die darauf hinweist, dass sich im Bereich des künftigen Aldi-Grundstücks Telekommunikationsanlagen des Unternehmens befinden und diese zu schützen seien. Eine ähnliche Stellungnahme gibt es auch von der EWE Netz GmbH. Das Landesbergamt weist darauf hin, dass Bodenbeeinträchtigungen zu vermeiden seien.

Viele der eingegangenen Stellungnahmen befassen sich jedoch mit dem Projekt selbst und setzen sich zum Teil durchaus kritisch damit auseinander. Beispielsweise der Erste Entwässerungsverband Emden. Mit Blick auf die „jüngsten Hochwassersituationen“ in Moordorf müsse „an den wenigen Abflusswegen im Sinne des Binnenhochwasserschutzes der Punkt Räum- und Unterhaltungsstreifen zwingend Beachtung finden.“ Konkret moniert der Entwässerungsverband, dass ein geforderter Räumstreifen in der Planung nicht ausreichend beachtet worden sei. Dabei verweist der Verband auf Hinweise aus einer früheren Stellungnahme. Das Planungsbüro hält dagegen. Alle Hinweise seien beachtet worden.

Sorge um die Zufahrt zu seinem Grundstück hat außerdem ein Anlieger. „Bei der Planung für den Kreisverkehr muss unbedingt die jetzt direkt am Kreisverkehr im Ritzweg gelegene Zu- und Ausfahrt erhalten bleiben“, heißt es in der Stellungnahme. Namen werden in den öffentlich einsehbaren Unterlagen zwar nicht genannt. Es ist aber davon auszugehen, dass sich der Einwand auf die Zufahrt zum Hobbymarkt bezieht. Der Einwender merkt an, dass es dazu eine Vereinbarung aus dem Jahr 2004 mit dem Auricher Amt für Kreisstraßen gebe. Die Gemeinde will den Hinweis beachten, erläutert aber zugleich, dass die genannte Einfahrt nicht Bestandteil des Bebauungsplanes ist, um den es im vorliegenden Verfahren geht.

Politik muss dieArgumente abwägen

Einwände, die das Projekt gänzlich verhindern könnten, finden sich in der sogenannten Abwägung nicht. Dennoch muss sich die Politik mit den Einwänden beschäftigen und der Abwägung formal zustimmen. Dies soll in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag geschehen. Der Bauausschuss hatte für seine Sitzung am 13. Februar den Auftrag, den Ratsbeschluss vorzubereiten. Wie das ausgegangen ist, stand zwar bis Redaktionsschluss nicht fest. Größere Überraschungen waren aber im Vorfeld nicht zu erwarten.

Wie berichtet, ist zusätzlich zu dem Aldimarkt auch ein neuer Fuß- und Radweg auf der Südseite der Ekelser Straße geplant. Im Bereich des Aldi-Marktes soll es dann eine Querungshilfe geben.

In das bestehende Aldi-Gebäude an der Ekelser Straße soll nach dem Umzug der bereits in Moordorf vertretene Sonderpostenhändler Wreesmann einziehen. Was mit dem derzeit von dem Unternehmen genutzten Gebäude an der Ecke Ekelser Straße/Am Friedhof passiert, ist öffentlich bislang nicht bekannt geworden.

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