Messe in Aurich Probier-Lust lockt Tausende zur Genuss-Messe
Die Auricher Genussmesse trifft auch in der vierten Auflage den Nerv des Publikums. Zahlreiche Besucher probierten sich durch die Stände in der Arena – es gab zum Beispiel pflanzlichen Fisch-Ersatz.
Aurich - Er sei zugleich Fan von Fisch und Fan von pflanzlicher Ernährung. Und außerdem koche er gerne. Und so kam es, dass Henrik Jessen aus Bremen anfing, die Dinge zu etwas Neuem zu verbinden. Seine pflanzlichen Fisch-Alternativen heißen „Möhrenlax“ oder „Beete di mare“. Mit seinem Start-up „Knollenkutter“ war der 27-jährige Student zusammen mit seiner Partnerin Dr. Magdalena Wehmeyer am Wochenende einer von fast 90 Ausstellern auf der mittlerweile vierten Auricher Genussmesse in der Sparkassen-Arena.
Trends wie regionale Produkte oder solche auf pflanzlicher Basis waren dort genauso vertreten wie lokal gebrannter Whiskey aus Idafehn oder feine Törtchen aus Aurich-Walle.
Und so sprach, angesichts der ansonsten eher düsterten Weltlage, der stellvertretende Auricher Bürgermeister Artur Mannott von einer „Aufhellung für die Seele“. Die Genussmesse habe auch mit ihrer vierten Auflage und einer coronabedingten Pause nicht an Reiz verloren, sondern sei „ein Selbstläufer geworden“, so Mannott. Kleine, spezialisierte Messen wie diese seien im Trend. Und: „Genießer werden hier auf ihre Kosten kommen.“
Trend zu „Weniger ist mehr“
Schirmherr Dr. Rolf Bünte, Leiter der Bezirksstelle Ostfriesland der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Aurich, sagte: „Landwirtschaft ist mehr Spaten und Schaufel. Sie hat auch was mit Genießen zu tun.“ In Ostfriesland gebe es vielfältige pflanzliche Anbaukulturen sowie Milch- und Fleischerzeugung. Diese „Urproduktion“ habe man direkt vor der Haustür. Zum Genuss gehöre eben auch, zu wissen, wo die Produkte herkommen. Die Wertschätzung für regionale Produkte habe daher weiter zugenommen. Außerdem gebe es durchaus einen Trend zum „Weniger ist mehr“, der Genuss durchaus auch mit Verzicht verbinde, so Bünte. „Sich bewusster zu ernähren, ist eine Frage der Menge, nicht der Qualität.“
Messeveranstalterin Karin Thes (ME Management, Wittmund) betonte, die Messe und ihre Aussteller stünden für Vielfalt und Inspiration. Sie sei außerdem ein Ort des direkten Austauschs.
Essbare Insekten und Knoblauch-Kreationen
Das wurde auch beim obligatorischen Messerundgang deutlich. Da durften stellvertretender Bürgermeister Mannott und stellvertretende Landrätin Antje Harms einen Likör oder essbare Insekten probieren. Da ließ sich der Wittmunder Bürgermeister Rolf Claußen Kartentricks vom Auricher Zauberer Andreas Reichert vorführen. Heidi Brintrup aus Idafehn (Landkreis Leer) berichtete, wie aus einer „Schnapsidee“ die einzige Whiskeybrennerei Ostfrieslands wurde. Und der eigens aus Brandenburg nach Aurich angereiste Detlef Werner bot seine besonderen Knoblauch-Kreationen an.
Für musikalische Unterhaltung sorgten zum Beispiel Event-Sängerin Janine Meyer oder Dudelsack-Spieler „Freddy, the piper“.
In der oberen Etage der Auricher Arena gab es darüberhinaus Vorträge zu verschiedenen Themen.
Das Konzept der Messe, das wohl seinen Reiz vor allem aus der Möglichkeit des Probierens vor Ort und dem Austausch mit den Produzenten zieht, scheint tatsächlich weiter gut zu funktionieren: Die Auricher Arena füllte sich schon am Sonnabendvormittag deutlich. Fast jeder Besucher hatte etwas „zum Genießen“ in der Hand – oder schon im Mund.
in erstes positives Fazit der Messe zog denn auch Veranstalterin Karin Thies am Sonntagnachmittag. Man habe etwas mehr Besucher als im vergangenen Jahr gezählt, etwa 4000 bis 5000. Gut angekommen seien beispielsweise vegetarische und vegane Food-Alternativen. Aber auch das Sortiment von „Moorgold“-Konditorei sei beispielsweise schon früh ausverkauft gewesen. Von auswärtigen Ausstellern habe sie zudem gehört, dass sie das ostfriesische Publikum als sehr interessiert wahrgenommen hätten. Thies freut sich schon auf die nächste Auflage der Messe 2026: „Alle Aussteller wollen gerne wiederkommen.“