Immobilienmarkt in Aurich und Ostfriesland  So ist die Preisentwicklung bei Wohnimmobilien in Ostfriesland

| | 05.02.2025 18:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Einfamilienhäuser, wie hier im großen Auricher Neubaugebiet „Im Timp“, erfreuen sich weiter großer Beliebtheit in Ostfriesland. Foto: Romuald Banik
Einfamilienhäuser, wie hier im großen Auricher Neubaugebiet „Im Timp“, erfreuen sich weiter großer Beliebtheit in Ostfriesland. Foto: Romuald Banik
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Zwar sind die Summen zwischen 2022 und 2024 leicht gesunken, doch auf hohem Niveau. Der Vorsitzende des Auricher Gutachterausschusses gibt eine Einschätzung.

Aurich - Zwar sind die Preise für Wohnhäuser in Ostfriesland nach einem Allzeithoch Anfang 2022 danach wieder etwas gesunken. Doch über das Jahr 2024 hinweg blieben die Preise weitgehend stabil – auf hohem Niveau. „Ich rechne damit, dass die Preise bei geringeren Zinsen wieder etwas anziehen“, sagte der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich am Mittwoch bei der Vorstellung des Grundstücksmarktberichts 2024.

So lag der übliche Kaufpreis für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aus den Baujahren 1978 bis 1990 bei rund 260.000 Euro, für Neubauten bei 400.000 Euro. Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften waren es rund 180.000 Euro. Je nach Lage sind die Kaufpreise in den einzelnen Städten und Gemeinden allerdings sehr unterschiedlich.

Bei Wohnungen liegt der durchschnittliche Kaufpreis bei einem Erstverkauf im Auricher Stadtgebiet etwa bei 3400 Euro pro Quadratmeter, in Küstenorten kann es deutlich teurer werden, etwa in Greetsiel (6110 Euro) oder in Norddeich (5250 Euro). Auf den Inseln herrscht weiterhin ein ganz eigenes Preisniveau, auf Norderney werden zum Beispiel regelmäßig mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.

Baukostensteigerungen etwas „normalisiert“

Immerhin, die Baukostensteigerungen haben sich nach heftigen Sprüngen zuletzt wieder etwas normalisiert und bei drei bis vier Prozent pro Jahr eingependelt.

Weitere Steigerungen beobachtet der Auricher Gutachterausschuss, der sich aus rund 80 Mitgliedern zusammensetzt, bei den Mieten. Diese seien zuletzt immer um rund fünf Prozent pro Jahr gestiegen, erklärte Ausschussvorsitzender Martin Homes.

Insgesamt gibt es nach einer drastischen Abwärtsbewegung in den Vorjahren aber 2024 offenbar eine Trendwende auf dem ostfriesischen Immobilienmarkt. Nach den heftigen Einbrüchen bei den Vertragsabschlüssen von mehr als 20 Prozent steigen die Zahlen nun wieder, wenn auch nur langsam. „Die Nachfrage ist noch stockend. Aber das Potenzial ist da, wenn das Umfeld stimmt“, sagt Homes mit Blick etwa auf die Zinsen. „Die Talsohle ist wohl durchschritten“, so das Fazit des Fachmanns.

Windkraftanlagen haben keinen Einfluss

Noch einmal untersuchen lassen haben die Gutachter jetzt den Einfluss von Windkraftanlagen auf Immobilienwerte in Ostfriesland. Das war bereits 2013 einmal passiert. Aktuelles Ergebnis der Bachelorarbeit einer Studentin der Jade-Hochschule: „Das Ergebnis von 2013 hat sich bestätigt. Es ist weiter kein Einfluss von Windkraftanlagen auf Kaufpreise benachbarter Einfamilienhäuser erkennbar“, erklärte Martin Homes.

Einen leichten Anstieg bei den Immobiliengeschäften gab es 2024 auch bei den landwirtschaftlichen Flächen – nämlich um sechs Prozent auf 579 Verträge. Allerdings sei in diesem Bereich kein allgemeiner Trend erkennbar, so Homes.

Der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Martin Homes (rechts) und sein Stellvertreter Philipp Rulf. Foto: Aiko Recke
Der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Martin Homes (rechts) und sein Stellvertreter Philipp Rulf. Foto: Aiko Recke

Insgesamt verlaufe die aktuelle Entwicklung in Ostfriesland aber ganz ähnlich wie im gesamten Land Niedersachsen, berichteten Martin Homes und sein Stellvertreter Philipp Rulf am Mittwoch beim Pressegespräch in Aurich.

Weitere Informationen zum Grundstücksmarkt in Ostfriesland und in ganz Niedersachsen gibt es auf der Internetseite http://immobilienmarkt.niedersachsen.de.

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