Grundstücke und Häuser in Ostfriesland So entwickelt sich der ostfriesische Immobilienmarkt
Nach einem historischen Einbruch der Kaufverträge gibt es offenbar eine Trendumkehr bei Grundstücken und Häusern. Das zeigen aktuelle Zahlen.
Aurich - Nach einem drastischen Absturz in den Vorjahren hat sich der Grundstücksmarkt im Jahr 2024 in Ostfriesland etwas erholt. „Es geht langsam wieder aufwärts. Es ist zwar noch deutlich Luft nach oben. Aber die Talsohle scheint durchschritten“, sagte der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich, Martin Homes, jetzt bei der Jahresbilanz.
Nach zweijährigem Rückgang ist die Zahl der Kaufverträge um 7,5 Prozent auf 9197 Verträge gestiegen, nachdem es 2023 einen Absturz um satte 20 Prozent auf das geringste Niveau seit rund 30 Jahren gegeben hatte. Im Landkreis Aurich wurden 3066 Verträge abgeschlossen (Vorjahr: 2908) – ein Plus von immerhin fünf Prozent. Der Umsatz bei den Vertragsgeschäften ist allerdings trotz mehr Abschlüssen fast gar nicht gestiegen (0,1 Prozent), was auf gesunkene Preise hindeutet. Er lag 2024 erneut bei rund 2,1 Milliarden Euro in ganz Ostfriesland. Zum Vergleich: 2022 waren es noch fast drei Milliarden Euro.
Noch nicht wieder auf Niveau von vor 2022
Ein Plus gab es 2024 auch bei den verkauften Baugrundstücken, nämlich um acht Prozent auf 467 Verträge. Im Landkreis Aurich stieg diese Zahl sogar um 45 Prozent, von 156 auf 226 Verträge. Aber: „Wir sind längst noch nicht wieder auf dem Niveau von vor 2022“, betont Homes. Immerhin: Ein Angebot an Neubaugebieten gebe es in fast allen Kommunen in Ostfriesland.
Die Preise für die Baugrundstücke waren im Mittel um vier Prozent gestiegen, dieser Trend werde wohl weiter gehen. Der Quadratmeterpreis pendelt sich laut Homes um die 100 Euro ein, auch im ländlichen Bereich.
Auch die Verkaufszahlen bei den in Ostfriesland beliebten Ein- und Zweifamilienhäusern sind um zehn Prozent gestiegen, auf 3890 Verträge. Im Landkreis Aurich lag die Steigerung bei zwölf Prozent (1424 Verträge). Die Preise sind nach einem Höhepunkt Anfang 2022 wieder zurückgegangen – wenn auch auf hohem Niveau.
Ein Plus von sieben Prozent gab es ostfrieslandweit auch bei den Eigentumswohnungen, hier gab es 1813 Kaufverträge. Im Kreis Aurich stagnierte die Zahl mit 519 jedoch.
Deutlicher fiel das Plus bei den Mehrparteienhäusern aus, hier gab es mit 188 Verträgen 25 Prozent mehr Abschlüsse, im Kreis Aurich waren es sogar 58 Prozent mehr (38 Verträge).
Rückgang bei Gewerbebauten
Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen bei den Gewerbebaugrundstücken. Hier wurden 2024 lediglich 66 Verträge abgeschlossen – ein Minus um 33 Prozent. Damit haben sich die Vertragszahlen in den vergangenen vier Jahren halbiert. „Das zeigt die Zurückhaltung der Wirtschaft, zu investieren“, sagt Fachmann Homes.
Einen leichten Anstieg gab es bei den landwirtschaftlichen Flächen – nämlich um sechs Prozent auf 579 Verträge. Allerdings sei in diesem Bereich kein allgemeiner Trend erkennbar, so Homes.
Weiterer Bericht folgt.