Langwierige Sanierung  Aus Gerippe sollen in diesem Jahr wieder Wohnungen werden

| | 01.02.2025 16:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Derzeit ähnelt die beiden Gebäude am Lärchenweg eher einem Gerippe als Wohnhäusern. Foto: Romuald Banik
Derzeit ähnelt die beiden Gebäude am Lärchenweg eher einem Gerippe als Wohnhäusern. Foto: Romuald Banik
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Schon vor Monaten wurden zwei Wohnanlagen am Lerchenweg in Aurich auf den Rohbauzustand zurückgebaut. Monatelang passierte dann dem Anschein nach nichts. So geht es nun weiter.

Aurich - Noch sehen die beiden Mehrparteienhäuser eher aus wie Gerippe. Doch noch in diesem Jahr sollen die 30 Wohneinheiten im Lerchenweg in Aurich wieder bezugsfertig sein. Das ist das Ziel von Eigentümer Wilhelm Schomaker aus Dörpen, wie er auf Nachfrage sagte.

Die Wohnungen sollen wieder Balkone bekommen. Zudem sind Aufzüge geplant. Foto: Romuald Banik
Die Wohnungen sollen wieder Balkone bekommen. Zudem sind Aufzüge geplant. Foto: Romuald Banik

Die beiden Wohnblöcke wurden im Herbst 2023 entmietet. Die Bewohner klagten damals über teils zu kurze Kündigungsfristen und das häufige Ausfallen der Heizung seit dem Winter und unterstellten, dass dies der Räumung der Wohnungen dienen solle. Diesen Vorwurf wies der Vermieter damals zurück. Mehrere Bewohner hatten gleichwohl große Probleme, pünktlich zum Auszugstermin 31. August 2023 eine neue Bleibe zu finden.

Relativ zügig wurden die beiden Gebäude dann auf den Rohbauzustand zurückgebaut. Im Laufe des Jahres 2024 schien sich dann aber nicht mehr viel zu tun.

Investor: Kellersanierung machte viel Arbeit

Schomaker begründet dies mit Problemen im Keller. Die Keller seien undicht gewesen und es habe länger als erwartet gedauert, die Wände abzudichten. Dort sei viel Arbeit investiert worden.

Inzwischen sei dies geschafft und es sei begonnen worden, das Mauerwerk zu isolieren und die ersten Verblenderwände zu errichten. Diese haben an den ersten Stellen gerade Erdgeschosshöhe erreicht. Wenn das Wetter es zulasse, sollen die Arbeiten in der ersten Februarwoche fortgeführt werden. „Wir hoffen, dass wir jetzt mauern können“, so Schomaker.

Die Anfänge der Verblendung sind inzwischen an dieser Stelle ebenso zu erkennen wie die neue Isolierschicht. Foto: Romuald Banik
Die Anfänge der Verblendung sind inzwischen an dieser Stelle ebenso zu erkennen wie die neue Isolierschicht. Foto: Romuald Banik

Das Ziel sei, nun zügig voranzukommen, damit noch in diesem Jahr die ersten Mieter einziehen können, so der Dörpener. Die Wohnungen blieben im Grundriss, wie sie bisher auch waren. Allein die Bäder sollten im Zuge der Sanierung etwas vergrößert werden. Die alten Heizungsanlagen, die zuletzt so oft ihren Dienst versagten, sollen durch Wärmepumpentechnik ersetzt werden. Durch ein Nahwärmenetz sollen dann alle Wohnungen von einer Anlage versorgt werden.

Aufzüge und neue Balkone

Teil der Sanierung ist auch die Erneuerung und Dämmung des Daches. Zudem ist geplant, Fußbodenheizungen einzubauen und die Fenster auszutauschen. Die neuen Fenster seien bestellt und sollen in Kürze eingesetzt werden, sagte Schomaker. Zudem werde in jedem Treppenhaus ein Aufzug eingebaut und würden die Wohnungen auch wieder Balkone bekommen. In allen Wohnungen sollten nach der Sanierung „vernünftige Standards“ existieren.

Im Sommer 2023 bangten mehrere Parteien, dass sie nicht rechtzeitig eine neue Bleibe finden. Regelmäßig fiel damals die Heizung aus, sodass kein warmes Wasser zur Verfügung stand. Foto: Romuald Banik
Im Sommer 2023 bangten mehrere Parteien, dass sie nicht rechtzeitig eine neue Bleibe finden. Regelmäßig fiel damals die Heizung aus, sodass kein warmes Wasser zur Verfügung stand. Foto: Romuald Banik

Die Wohnungen in den Mehrparteienhäusern sind alle sehr ähnlich geschnitten und entweder 60 oder 70 Quadratmeter groß. Sie bestehen jeweils aus Küche, Bad und Flur sowie einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer und entweder einem oder zwei Kinderzimmern.

Zusätzlich zu den beiden Riegeln aus einmal drei Treppenaufgängen und einmal zwei Treppenaufgängen soll auf dem Gelände laut Schomaker noch ein Neubau mit sechs Wohnungen entstehen.

Der Umbau der Mehrparteienhäuser hat schon Ende 2023 begonnen. Foto: Romuald Banik
Der Umbau der Mehrparteienhäuser hat schon Ende 2023 begonnen. Foto: Romuald Banik

Schomaker hatte die Gebäude 2019 übernommen. Anfangs war die Wohnanlage aus den 1960er-Jahren beliebt, doch seit den 1990er-Jahren habe sich die Wohnumgebung nach und nach verschlechtert, berichteten langjährige Bewohner.

In den letzten Monaten vor der Entmietung klagten die Bewohner über die zunehmende Vermüllung der Anlage. Foto: Romuald Banik
In den letzten Monaten vor der Entmietung klagten die Bewohner über die zunehmende Vermüllung der Anlage. Foto: Romuald Banik
Seit dem Jahr 2022 habe sich der Zustand deutlich verschlechtert. Überall liege Müll verstreut. Haustüren seien aufgebrochen. Einige Mieter verließen vor fast anderthalb Jahren ohne großes Bedauern die Anlage. Andere hatten schwer zu kämpfen, um am Wohnungsmarkt Ersatz zu bekommen, und verschlechterten ihre Situation eher.

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