Feuer in Georgsheil So geht es nach dem Werkstattbrand weiter
Die Inhaber der Werkstatt in Georgsheil, in der es in der vergangenen Woche gebrannt hat, erlebten Schock, Erleichterung und ganz viel Solidarität ihrer Mitbewerber. So geht es nun weiter.
Georgsheil - Noch immer fällt es den Brüdern nicht leicht, über das Geschehen zu sprechen. Nur haarscharf sind Hans-Hermann Ihnen junior und sein Bruder Wolfgang am Montag vergangener Woche einer Katastrophe für ihr Unternehmen und die elf Mitarbeiter entgangen. Ein Feuer in der KFZ-Werkstatt auf dem Firmengelände an der Emder Straße in Georgsheil hat für massive Schäden gesorgt. Hätten sich die Flammen ausgebreitet, wäre auch die nebenstehende Tankstelle in Gefahr gewesen. Auf den Schock folgte die Gewissheit, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Und das gute Gefühl, sich der Solidarität anderer sicher sein zu können. Klar ist aber auch: Die Brüder und ihr Team stehen vor einer ordentlichen Herausforderung. Immerhin: Was den Betrieb der Werkstatt betrifft, wurde eine große Hürde mittlerweile genommen.
Dichter Rauch und geschmolzene Felgen
Einer Mitarbeiterin war gegen 5.45 Uhr Rauch in der Werkstatt aufgefallen, wie Wolfgang Ihnen im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. In der Werkstatt war ein Auto in Brand geraten. Wolfgang Ihnen, selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, griff zu einem Feuerlöscher und versuchte, den Brand zu löschen. Wegen des dichten Rauchs in dem Gebäude ging das aber nicht gezielt, sondern nur mit etwas Abstand. Die größte Gefahr war da aber schon gebannt. Ihnen nimmt an, dass die Flammen schon vor der Entdeckung des Brandes von selbst erloschen sind. Bis dahin muss das Feuer aber für eine extreme Hitze gesorgt haben, so der Geschäftsführer. „Die Alu-Felgen waren geschmolzen“, sagt er. Und Aluminium schmelze bei einer Temperatur von knapp 700 Grad.
Zu einer Durchzündung des Brandes kam es nicht – und dennoch ist nahezu alles in der Halle zerstört oder unbrauchbar. Egal welche Schublade man öffnet, es sei alles schwarz. „Als ob der Rauch durch jedes Schlüsselloch gezogen ist.“ Wichtige Geräte, Maschinen und Werkzeuge stehen den Mechanikern seit dem Brand nicht mehr zur Verfügung. Neben dem Auto, das in Brand geraten war, wurden noch ein weiterer PKW, ein Transporter und ein Wohnmobil erheblich beschädigt.
Knapp zwei Wochen nach dem Feuer ist in der Werkstatthalle immer noch alles schwarz. Warnschilder an den Türen weisen auf Gesundheitsgefahren aufgrund des Brandschadens hin. Den beiden Brüdern ist noch immer anzusehen, wie sehr sie der Vorfall mitgenommen hat. Dabei scheint es weniger um den wirtschaftlichen Schaden zu gehen, als um das Lebenswerk ihres Vaters, das um ein Haar komplett zerstört worden wäre. Doch nach und nach weicht der Schock offenbar der Erleichterung darüber, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist sowie dem Blick nach vorn. Ob die Halle erhalten werden kann, muss ein Gutachter bewerten. Die Stahlträger des Gebäudes waren großer Hitze ausgesetzt, was das Metall geschwächt haben könnte. In jedem Fall muss das Dach erneuert werden, sagt Wolfgang Ihnen. Die eigentlichen Pläne für das noch junge Jahr werden die Brüder wohl über den sprichwörtlichen Haufen werfen müssen.
Werkstatt ist wieder in Betrieb
Doch bis zu einem Ergebnis des Gutachters und dem Abschluss der Gespräche mit den Versicherungen ist das noch Zukunftsmusik. Zunächst legten die Brüder und ihr Team den Fokus darauf, den Werkstattbetrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können. Allein schon aus einer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern heraus. Die wurden nach dem Feuer zunächst für ein paar Tage in den Urlaub geschickt. Mittlerweile läuft der Betrieb aber wieder. „Und zwar ohne Einschränkungen“, wie Wolfgang Ihnen sagt. Seit einigen Tagen könnten wieder sämtliche Werkstattleistungen angeboten werden, die es bei den Ihnens auch vor dem Brand gab.
Zu verdanken haben sie das unter anderem ihren Mitbewerbern. Der eine stellte eine Hebebühne bereit, der andere bot an, vorübergehend die Abgasuntersuchungen zu übernehmen. Ein großes Stück Solidarität innerhalb der Branche. Die Ihnen-Mitarbeiter halfen dabei, eine neue Werkstatt einzurichten. Und zwar dezentral. Repariert werden die Fahrzeuge nun in den anderen Hallen auf dem weitläufigen Firmengelände. Wann die Werkstatt wieder in ihre angestammte Halle ziehen kann, ist ungewiss. Sicher ist aber: Die Ihnen-Brüder und ihr Team richten den Blick nach und nach voraus und stellen sich der ungewollten Herausforderung.