Migration in Aurich Erste Flüchtlinge in Georgsfeld eingezogen
Nach mehreren Verzögerungen sind nun die ersten Bewohner vom Kasernengelände an die Moordorfer Straße umgezogen. Die Johanniter ziehen eine erste positive Bilanz.
Aurich - Nach mehrfachen Verzögerungen ist die neue Flüchtlingsunterkunft in Aurich-Georgsfeld jetzt in Betrieb genommen worden. In das frühere WfbM-Wohnheim an der Moordorfer Straße seien in der vergangenen Woche die ersten vier Bewohner aus verschiedenen Nationen eingezogen, teilte Stefan Greiber, Fachbereichsleiter Marketing und Kommunikation, bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Weser-Ems, auf Anfrage dieser Redaktion mit. Weitere acht Personen sollen in den nächsten Tagen folgen. Auch die Kreisverwaltung bestätigte die Inbetriebnahme.
Laut dem Sprecher kommen ausschließlich Personen nach Georgsfeld, die bereits in der Unterkunft der Johanniter auf dem Auricher Kasernengelände lebten. Alle Bewohner sind den Angaben zufolge bereits Teilnehmende in einem Integrationskurs oder werden gerade in einen Integrationskurs vermittelt.
Zwei Betreuungskräfte der Johanniter vor Ort
Nach und nach werden laut den Johannitern weitere Bewohner folgen, bis die Vollbelegung von 30 Personen erreicht ist. Früheren Angaben zufolge handelt es sich um alleinreisende Männer.
Die Betreuung findet täglich von Montag bis Sonntag durch zwei Betreuungskräfte von den Johannitern statt. Die sukzessive Belegung erleichtere das Ankommen, weil die „Eingelebten“ den „Neuen“ schon hilfreich zur Seite stehen können. „Insgesamt war der Start wie erwartet, aber trotzdem erfreulicherweise unkompliziert und reibungslos“, so Johanniter-Sprecher Greiber.
Erster Kreisrat plädiert für kleinere, dezentrale Unterkünfte
Ursprünglich war die Inbetriebnahme bereits zum 1. November angekündigt. Doch wegen Bauarbeiten verschob sich der Termin damals bereits um einen Monat. Im Dezember wurde eine weitere Verzögerung bekannt, diesmal weil die EDV noch nicht vollständig eingerichtet war.
Bei einer Infoveranstaltung im November mit Besichtigung vor Ort hatten Anwohner zum Teil deutliche Sorgen und Ängste geäußert – aber auch Unterstützungsangebote für die Flüchtlinge gemacht.
Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert hatte betont, dass es wichtig sei, nicht nur Großunterkünfte wie auf dem Auricher Kasernengelände einzurichten, sondern auch dezentrale, kleinere Einheiten. „Wir müssen unter Menschen, sonst haben wir keine Integration, sondern Parallelgesellschaften“, betonte Puchert seinerzeit.