Hilfe für Bürger Stadt Aurich plant Container gegen Wohnungsnot
Für zwei Jahre sollen Container für 14 Personen in Tannenhausen aufgestellt werden. In dieser Zeit soll eine dauerhafte Unterkunft gebaut werden. Was die Stadt plant.
Aurich - Konkrete Hilfe für Menschen, die in Wohnungsnot geraten sind, plant derzeit die Stadt Aurich. Kurzfristig sollen für zwei Jahre in Tannenhausen Wohncontainer aufgestellt werden. In dieser Zeit möchte die Stadt eine dauerhafte Immobilie errichten.
Wie Stadtsprecher Cord Cordes auf Nachfrage mitteilte, sollen zunächst zehn Container für Einzelpersonen und zwei Doppelcontainer für die Nutzung durch zwei Personen aufgebaut werden. Diese Anlage könne also maximal 14 Personen aufnehmen. Die Container werden auf einer städtischen Fläche in Tannenhausen, genauer: an der Bgm.-Siebolds-Straße, aufgestellt. Das ist die kurze Straße, die in der Nähe der Bahnschienen in das neue Gewerbegebiet führt. Ziel ist es laut Cordes, die Anlage Ende des ersten Quartals oder Anfang des zweiten Quartals 2025 in Betrieb zu nehmen.
Bau eines Gebäudes statt Kauf von Containern
Nach Angaben der Stadt besteht die dringende Notwendigkeit, Unterkünfte für Familien und Einzelpersonen bereitzustellen, die in Wohnungsnot geraten sind. Schon im November hatte sie sich hilfesuchend an die Bürger gewandt und um die Meldung verfügbaren Wohnraums gebeten.
Doch auch die Stadt selbst will Wohnraum zur kurzfristigen Unterbringung von Menschen in Not schaffen. Ursprünglich sei in Erwägung gezogen worden, Container für diesen Zweck zu kaufen, so Cordes. Da jedoch die Kosten vergleichbar mit den Baukosten für ein massives Gebäudes seien, sei vorgeschlagen worden, Container für einen Zeitraum von zwei Jahren nur anzumieten. „Dies ist aufgrund des derzeit hohen Bedarfs sinnvoll, während in der Zwischenzeit das massive Gebäude errichtet wird, welches eine deutlich längere Nutzungsdauer aufweist“, so der Sprecher. „In Anbetracht der Dringlichkeit und der wirtschaftlichen Aspekte ist dies die optimalste und nachhaltigste Lösung.“
Geplant sind einfache kleine Appartements
Die Grundidee für das neue Gebäude sei ein einfacher, eingeschossiger Schlichtbau mit Einzelappartements, ähnlich der Anlage in der Kirchdorfer Str. 61, wo die Stadt bereits Quartiere zur kurzfristigen Unterbringung hat. Die Planung und Ausschreibung für den Neubau sollen möglichst zeitnah beginnen. Vorgesehen sind nach Angaben der Stadt zwölf kleine Appartementwohnungen für Familien und Einzelpersonen, die in Wohnungsnot geraten sind. Cordes machte bislang keine Angaben dazu, wo die neue Wohnanlage entstehen soll.
Das Vorbild – die Wohnanlage an der Kirchdorfer Straße – nimmt Menschen auf, bis sie eine Wohnung gefunden haben.
Stadt geht von Baukosten in Höhe von 600.000 Euro aus
Nach Angaben von Stadtsprecher Cord Cordes sind im Haushalt der Stadt für dieses Jahr zunächst 50.000 Euro für die Planung des Gebäudes und erste Beauftragungen angesetzt. Die Planung erfolgt direkt im Rathaus und wird nicht an ein Büro vergeben. Derzeit werde von Gesamtkosten in Höhe von 600.000 Euro für den Neubau ausgegangen.
Das Geld für den Bau steht noch nicht im Haushaltsplan. Die Politik wird darüber noch beraten. Die notwendigen Mittel für die zweijährige Anmietung der Containeranlagen sind jedoch im Haushalt 2025 und 2026 eingepflegt und stehen zur Verfügung, so Cordes. Angaben zur Summe machte er nicht.
Quartier für drei Monate
Vorbild der neuen festen Wohnanlage sind die Appartements an der Kirchdorfer Str. 61. Die dortige Anlage umfasst dem Stadtsprecher zufolge 15 separate Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Größe von 26 Quadratmetern. In den Wohnungen können insgesamt 15 bis 20 Personen untergebracht werden.
Der Aufenthalt dort ist laut Cordes auf drei Monate befristet. In dieser Zeit seien die wohnungslosen Nutzer angehalten, sich um eine alternative Unterkunft zu bemühen. Sollte die Obdachlosigkeit nach Ablauf dieser Frist weiterhin bestehen, weil keine andere Wohnmöglichkeit gefunden wurde, werde der Aufenthalt verlängert. An diesem Standort neben dem Ems-Jade-Kanal sei aber kein Platz mehr für eine zusätzliche Containeranlage zur Abfederung von Engpässen.