Migration im Landkreis Aurich So viele Flüchtlinge muss der Landkreis bis April aufnehmen
Laut Quote müssen bis 31. März 2025 weitere 359 Menschen aufgenommen werden. Aktuell ist die Zahl der Neuankömmlinge mit 14 bis 17 pro Woche relativ gering, meint die Auricher Kreisverwaltung.
Aurich - Bis Ende März 2025 muss der Landkreis Aurich voraussichtlich noch 359 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. Wie Enno de Vries vom Amt für Jugend und Soziales am Mittwoch im Sozialausschuss berichtete, hatte das Land Niedersachsen für den Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 31. März 2025 eine Quote von insgesamt 596 aufzunehmenden Menschen vorgegeben. Davon wurden bislang 237 Menschen aufgenommen. Sie kommen nicht mehr hauptsächlich aus der Ukraine oder Afghanistan, sondern aus vielfältigen Herkunftsstaaten, erklärte de Vries. Derzeit sei die Situation „relativ ruhig“, es kämen etwa 14 bis 17 Neuankömmlinge pro Woche in den Landkreis Aurich.
Insgesamt leben derzeit 2350 Geflüchtete in Unterkünften des Landkreises Aurich, davon mehr als 760 auf dem Auricher Kasernengelände in Gebäuden und Containern. In Utlandshörn leben derzeit 86 Menschen, obwohl dort bis zu 250 Menschen untergebracht werden können.
Geringe Belegung in Utlandshörn gutes Zeichen
Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert betonte aber, die ehemalige Küstenfunkstelle Utlandshörn direkt am Deich sei vor allem für die Erstversorgung von Neuankömmlingen gedacht. Ziel sei, die Flüchtlinge von dort möglichst bald weiterzuvermitteln, im besten Fall in Wohnungen. Eine niedrige Belegung in Utlandshörn sei daher eher ein gutes Zeichen. „Je höher dort die Belegung, desto prekärer die Situation“, erklärte Puchert.
Im Containerdorf nahe dem Gesundheitsamt in Aurich leben derzeit 77 Geflüchtete, im Integrationsstützpunkt bei der IGS noch 26. Im Integrationsstützpunkt Norden sind es 44 Menschen. In 335 privaten Wohnungen leben derzeit 1354 Flüchtlinge.
Derzeit gibt es noch 394 freie Plätze in Unterkünften des Landkreises. Bis Ende März habe man noch Kapazitäten, erklärte Enno de Vries. Demnächst sollen weitere Gebäude der Kaserne mit mehr als 100 Plätzen und ein neues Wohnheim an der Moordorfer Straße in Aurich-Georgsfeld (30 Plätze) bezogen werden.
Insgesamt fast 5800 Flüchtlinge in gut drei Jahren aufgenommen
Wie berichtet, will der Landkreis trotz allem vorsorgen und Containeranlagen für weitere 500 Flüchtlinge kaufen und anmieten – auch weil einige Kasernengebäude ab Ende 2025 nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Für die Container sollen zwölf Millionen Euro investiert werden.
Insgesamt wurden seit 1. August 2021 den Angaben zufolge 5799 Flüchtlinge im Landkreis Aurich aufgenommen, davon 2733 aus der Ukraine.
Der Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises Aurich, Bernd Tobiassen, betonte in einer Erklärung, er halte die aktuellen politischen Forderungen nach einer schnellen Rückkehr der Syrer in ihr Heimatland für „unanständig“. Er appellierte daher an die Politik, die Entwicklung der Situation in dem Land abzuwarten.