Weihnachtskonvoi Bunter Lindwurm rollte durch Riepe
Zum Lichtermarkt schmückt die Dorfgemeinschaft den Platz an der Gartenstraße und viele Lasterfahrer ihre Fahrzeuge. Mit ihnen kommt dann der Weihnachtsmann zu den Kindern – leuchtend und hupend.
Riepe - Schon bei der Anfahrt nach Riepe ist die Spannung zu spüren. Autos fahren umher und suchen den besten Platz am Straßenrand. Die Familien in den Autos wollen den Weihnachtskonvoi auf seiner Fahrt zum Lichtermarkt in Riepe aus nächster Nähe sehen. Am Bangsteder Verlaat kommt der Lindwurm aus bunt rund 60 bunt beleuchteten Trucks dann in den Blick. Alle stehen abfahrtsbereit und werden im Vorfeld von der Polizei überprüft.
Ob der Konvoi, der die Kutsche mit dem Weihnachtsmann zum Lichtermarkt bringt, auch in diesem Jahr stattfinden kann, stand zeitweise gar nicht fest. Durch ein Schreiben aus dem niedersächsischen Verkehrsministerium Anfang November war in den vergangenen Wochen einiges an Unsicherheit entstanden.
Das Ministerium versicherte dann, Lichterfahrten von Landwirten oder sonstige Fahrten sollten keineswegs unterbunden werden. Inzwischen – so war in Riepe zu hören – ist ein Erlass in der Abstimmung, der die Fahrten in den Stand der Brauchtumsveranstaltungen hebt und dann auch die Regeln definiert.
Der Erlass soll die allgemeinen Fragen klären und die Verunsicherung der letzten Tage wieder einfangen. „Ein Sturm im Wasserglas“, fasste Landrat Olaf Meinen beim Lichtermarkt die Abläufe zusammen. Der Landkreis hatte den Riepster Weihnachtskonvoi mit den üblichen Auflagen dennoch genehmigt.
Spannende Momente für die Organisatoren
Für die Organisatoren des Lichtermarkts brachte die Debatte spannende Momente. Zeitweise war nach Angaben von Ortsbürgermeister Hannes Langer angedacht, den Umzug der blinkenden Lastwagen zu verkürzen und diese Strecke dann weitgehend für den übrigen Verkehr abzuriegeln. Als klar wurde, dass der Zug in Begleitung und nach Kontrolle durch die Polizei fahren darf, konnte der Konvoi die größere Schleife fahren und es endlich ganz normal Advent werden in Riepe.
Denn nicht nur der Konvoi muss organisiert werden. Auch auf dem neuen Festplatz an der Gartenstraße hatte die Dorfgemeinschaft im Vorfeld einiges zu tun. Mit Hilfe des Bauhofs der Gemeinde wurden mehrere Buden, die Bühne und ein Zelt aufgestellt, wo die Riepster Vereine am Sonnabend alle Hände voll zu tun hatten: beim Ausschenken von Glühwein, beim Backen von Waffeln, beim Kuchenverkauf, beim Frittieren von Pommes und etlichen weiteren Angeboten. Auf der Bühne sangen Grundschüler zusammen mit dem Männerchor.
Die Kitakinder präsentierten ein paar Lieder und der Posaunenchor spielte sowohl besinnliche als auch fetzige Weihnachtslieder.
Hannes Langer, Olaf Meinen sowie der Auricher Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff, Landtagsabgeordnete Saskia Buschmann und der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs lobten die Atmosphäre des Lichtermarkts und zugleich einhellig die Stärken des Landlebens, nämlich solche Veranstaltungen gemeinsam und einträchtig auf die Beine zu stellen.
Weihnachtsmann kam mit einem Hupkonzert
Dann wurde es aber so langsam unruhig, denn von Ferne war ein Hupkonzert zu hören. Der Weihnachts-Konvoi hatte sich von der Verlaatsbrücke nach Westerende, dann über den Loogweg durch Fahne und Bangstede und dann über die Friesenstraße in Richtung Riepe gearbeitet. Mit einer Ehrenrunde über die Emder Straße und den Fennenweg bogen etliche Trucks in die Gartenstraße ein.
Zahlreiche Firmen hatten ihre Fahrzeuge für die Riepster Großveranstaltung zur Verfügung gestellt. Wie immer waren die Wagen liebevoll mit Lichterketten und anderer Beleuchtung dekoriert worden. Zum Entsetzen der Kinder fuhren einige schön beleuchtete Gefährte aber weiter und löschten dann vorschriftsgemäß auch ihre Zusatzbeleuchtung. Denn in der Gartenstraße hatten gar nicht alle Begleiter des Weihnachtsmanns Platz.
Dort hatten sich dafür am Rand schon die Familien versammelt und die Kinder konnten den Truck mit dem Weihnachtsmann kaum mehr erwarten.
Der stieg von seinem prächtigen Gefährt und wurde flugs von einer Horde Kinder umringt. Unter dem großen Weihnachtsbaum verteilte er 200 Beutel aus seinem Jutesack, beantwortete geduldig Fragen nach seinem Zuhause und seinem normalen Reisegefährt mit Rentier-Antrieb und ließ sich viele Dutzend Male fotografieren.
Irgendwann hatten dann alle Kinder ihre Weihnachtsmann-Begegnung gehabt und der fleißige Mann reiste weiter zum nächsten Einsatzort. Natürlich mit einem Hupen.