Gesundheit in Ostfriesland Leichte Besserung bei Hausarztversorgung im Altkreis Norden
Zwei Stellen hat der KVN-Zulassungsausschuss in dem Gebiet jetzt an angestellte Ärzte vergeben. Trotzdem gebe es weiter einen Mangel, berichtet der Auricher KVN-Bezirks-Geschäftsführer.
Aurich/Norden - Zumindest ein kleiner Lichtblick bei der Hausärzteversorgung im Bereich Norden: Der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat am Mittwoch in dieser Region zwei zusätzliche Hausarztstellen an angestellte Ärzte vergeben. Das berichtete der Geschäftsführer der Bezirksstelle Aurich der KVN, Dieter Krott, am Donnerstag im Kreis-Gesundheitsausschuss in Aurich.
Bislang gab es im Planungsbereich Norden 5,5 freie Hausarztsitze. Bereits im Oktober wurde eine Stelle vergeben – an Karam Al-Rumaithi. Demnach sinkt die Zahl der freien Sitze nun auf 2,5. Der Mangel ist durch die weiteren zwei neuen angestellten Ärzte allerdings nicht vollständig behoben. „Es reicht immer noch nicht“, erklärte Krott. Zu dem Bereich gehören die Stadt Norden sowie die Gemeinden Dornum, Großheide und die Samtgemeinden Brookmerland und Hage mit insgesamt 63.000 Einwohnern und bislang 40,5 Hausarztsitzen. Der rechnerische Versorgungsgrad lag bislang bei rund 97 Prozent – dürfte sich jetzt aber etwas verbessern.
Lage im Altkreis Aurich etwas besser
Etwas besser als im Bereich Norden sieht es im Planungsbereich Aurich (Städte Aurich und Wiesmoor sowie Gemeinden Großefehn, Ihlow und Südbrookmerland) aus. Für rund 102.200 Einwohner gibt es hier derzeit 62 Hausärzte. Der Versorgungsgrad liegt laut Krott hier bei 99 Prozent. Das ist deutlich besser als etwa im Bereich Leer-Süd (Rhauderfehn, Ostrhauderfehn, Bunde, Jemgum, Weener, Westoverledingen) mit nur 86 Prozent oder im Landkreis Wittmund (92 Prozent).
KVN-Bezirks-Geschäftsführer Krott betonte, dass der Trend weiter zu angestellten Ärzten gehe. Deren Zahl steige weiter, auf mittlerweile mehr als 4400 in Niedersachsen. Zum Vergleich: 2013 waren es mit etwa 2000 kaum die Hälfte.
Vor allem HNO-Fachärzte fehlen
Mangel gibt es weiterhin auch in einigen Facharzt-Disziplinen. Extrem ist es laut Krott bei den HNO-Ärzten – hier gibt es im Landkreis Aurich und der Stadt Emden insgesamt drei freie Sitze.
Deshalb werden die finanziellen Förderungen für ansiedlungswillige Ärzte weiter erhöht. HNO-Ärzte bekämen etwa bis zu 50.000 Euro Investitionskostenzuschuss, wenn er oder sie fünf Jahre lang bleibt. Und für Ärzte auf den Inseln werden die sogenannten Erschwerniszulagen, auch für Bereitschaftsdienste, weiter erhöht. Von den insgesamt 22 Millionen Euro Fördermitteln in Niedersachsen werden in Ostfriesland etwa 1,54 Millionen verteilt, erklärte Dieter Krott.