Kritik aus Südbrookmerland  Gemeinderat bei Klinik-Spatenstich außen vor

| | 13.11.2024 15:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Aus der einstigen Grünfläche in Uthwerdum ist mittlerweile eine Großbaustelle geworden. Foto: Bernd Heiken
Aus der einstigen Grünfläche in Uthwerdum ist mittlerweile eine Großbaustelle geworden. Foto: Bernd Heiken
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Wenn am Montag der erste Spatenstich für die Zentralklinik in Uthwerdum gefeiert wird, sind zahlreiche Politiker aus Südbrookmerland außen vor. Dabei waren sie maßgeblich an Entscheidungen beteiligt.

Uthwerdum - An der Gästeliste für die am Montag stattfindende Feier des symbolischen ersten Spatenstichs für die Zentralklinik in Uthwerdum gibt es weiter Kritik. Nachdem sich zuletzt mehrere Bürgermeister aus dem Kreisgebiet beklagt hatten, nicht zu der Feier eingeladen worden zu sein, schlagen Ratsmitglieder aus Südbrookmerland ähnliche Töne an. Ein Ratsmitglied kündigt sogar an, auch ohne Einladung zu der Veranstaltung zu gehen.

„Wertschätzung sieht anders aus“, schreibt Hange Ukena vom Bündnis Südbrookmerland (BS) in einer Mitteilung. Das Bündnis habe die Nicht-Einladung des gesamten Gemeinderates „mit großer Enttäuschung“ zur Kenntnis genommen. Laut Ukena hat lediglich Ratsvorsitzende Sophia Ulferts-Dirksen eine Einladung zu dem Festakt bekommen. Die Gemeinde Südbrookmerland sei nicht unerheblich am Bauleitverfahren beteiligt gewesen und habe viele Maßnahmen beschließen müssen. Darunter seien auch kritische Themen, wie die sogenannte CEF-Maßnahme (Kiebitzumsiedelung) in Engerhafe gewesen, welcher mit Kopfschütteln zugestimmt worden sei. Künftig habe der Gemeinderat zudem die Pflicht, die gesamte Infrastruktur der Gemeinde und speziell in der näheren Umgebung des Zentralklinikums weiterzuentwickeln, um dem durch den Bau des Zentralklinikums bevorstehenden Wandel der Gemeinde gerecht zu werden. „Diesbezüglich kann das BS die Entscheidung nicht nachvollziehen und empfindet die Nicht-Einladung als Schlag ins Gesicht.“

Ratsmitglied will trotzdem mitfeiern

Aus Ukenas Sicht wäre es kein Problem gewesen, weitere Gäste einzuladen. In diesem Zusammenhang könne das Bündnis auch nicht nachvollziehen, dass nicht alle Bürgermeister aus dem Landkreis Aurich eingeladen wurden. Wie berichtet, haben nur die Bürgermeister der bisherigen Klinikstandorte Aurich und Norden, der Südbrookmerlander Bürgermeister Thomas Erdwiens, sowie Großefehns Bürgermeister Erwin Adams als Sprecher des Städte- und Gemeindebundes im Landkreis Aurich Einladungen erhalten. Insgesamt seien laut Landkreis 285 Personen eingeladen worden, von denen sich etwa 150 zu der Veranstaltung angemeldet hätten.

SPD-Ratsmitglied Martin Uden kündigte gegenüber unserer Redaktion an, auch ohne Einladung an dem Festakt teilnehmen zu wollen. Er teile die Meinung des Bündnisses Südbrookmerland und zeigte sich irritiert darüber, dass er und seine Ratskollegen keine Einladung erhalten haben. „Ich gehe trotzdem hin. Dann sollen sie mir eben einen Platzverweis erteilen“, so Uden.

Kreis nimmt Kritik „mit Befremden zur Kenntnis“

Auf die Kritik aus dem Südbrookmerlander Rat angesprochen verweist der Landkreis Aurich erneut darauf, dass die mögliche Teilnehmerzahl begrenzt sei. „Eingeladen für die Veranstaltung am 18. November wurde deshalb ein ausgewählter Personenkreis, der aus direkt betroffenen und/oder beteiligten bzw. mitwirkenden Personen besteht. Dazu gehören beispielsweise der Rat der Stadt Emden und der Auricher Kreistag sowie die Betriebsräte der Kliniken.“ Auch Ratsvorsitzende Sophia Ulferts-Dirksen sei, stellvertretend für den Gemeinderat, eingeladen worden. Von ihr sei jedoch keine Rückmeldung bei der Klinik-Trägergesellschaft als Veranstalterin eingegangen, heißt es aus dem Auricher Kreishaus.

Die Äußerung aus dem Bündnis Südbrookmerland, der Gemeinderat habe auch „die Pflicht, die Infrastruktur der gesamten Gemeinde und speziell in der näheren Umgebung des Zentralklinikums weiterzuentwickeln, um dem bevorstehenden Wandel gerecht zu werden, nimmt der Landkreis laut einer Stellungnahme „mit Befremden zur Kenntnis“. Statt einer Pflicht handele es sich bei der Klinik-Ansiedlung doch eher um eine große Chance zur Weiterentwicklung der Gemeinde Südbrookmerland, an der die politischen Vertreter durch ihre Entscheidungen mitwirken.

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