IGS Marienhafe-Moorhusen  Was könnte ein Schulbezirk bringen?

| | 13.11.2024 14:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Knapp ein Drittel der Brookmerlander Viertklässler wählte die IGS Marienhafe-Moorhusen an. Foto: Thomas Dirks
Knapp ein Drittel der Brookmerlander Viertklässler wählte die IGS Marienhafe-Moorhusen an. Foto: Thomas Dirks
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Brookmerland und Südbrookmerland wollen ihre gemeinsame IGS stärken. Doch die wenigsten Schüler müssten ihre Wahl wegen einer Schuleinzugsbereichssatzung ändern.

Brookmerland/Südbrookmerland - Was könnte es bringen, einen Schulbezirk für die IGS Marienhafe-Moorhusen festzulegen, der sich – wie vom Samtgemeinderat Brookmerland schon beschlossen – auf die Gemeindegebiete des Brookmerland und Südbrookmerlands erstreckt? Wie viele Schüler, die derzeit die Gemeinden in Richtung anderer Integrierter Gesamtschulen verlassen, könnte so ein Einzugsbereich binden? Basis der Überlegungen sind die Schülerzahlen der vierten Klassen der Grundschulen in Brookmerland und Südbrookmerland. Die Grundschulen melden die Zahl ihrer Viertklässler und deren Entscheidungen an den Landkreis Aurich.

Demnach gab es in Brookmerland in diesem Sommer insgesamt 128 Kinder, die von der Grundschule an weiterführende Schulen wechselten. 42 von ihnen gehen nun zur IGS Marienhafe-Moorhusen (32,8 Prozent), 32 aufs Gymnasium (25 Prozent), darunter sechs aufs Johannes-Althusius-Gymnasium in Emden, der Rest aufs Ulrichsgymnasium Norden. 28 jetzige Fünftklässler der KGS Hage-Norden am Standort Hage stammen aus dem Brookmerland (21,9 Prozent des Brookmerlander Jahrgangs). 13 Schüler (10,2 Prozent) sind an die Haupt- und Realschule (HRS) Friederikenschule Großheide, vier (3,1 Prozent) an die Förderschule am Moortief in Norden und sechs (4,7 Prozent) an die Freie Christliche Schule Ostfrieslands (FCSO) mit Standorten in Veenhusen und Moordorf gewechselt.

Anteil der Osteeler IGS-Anwähler am höchsten

In der Grundschule Leezdorf gab es laut der Aufstellung des Landkreises in diesem Jahr 14 Abgänger. Sechs entschieden sich für das Ulrichsgymnasium, einer für die IGS Marienhafe-Moorhusen, sechs für die KGS Hage, einer für die FCSO.

In Osteel verließen 35 Schüler den 4. Jahrgang. Sieben wechselten aufs Ulrichsgmynasium, 18 wählten die IGS Marienhafe-Moorhusen und sechs die KGS in Hage. Drei entschieden sich für die Friederikenschule, einer für die FCSO.

Die Grundschule Rechtsupweg verließen 29 Viertklässler. Drei wählten das Ulrichsgymnasium, elf die IGS Marienhafe-Moorhusen, sieben die KGS in Hage, vier die Friederikenschule Großheide, drei die Förderschule am Moortief in Norden und einer die FCSO.

Aus Upgant-Schott gingen in diesem Sommer 43 Grundschüler an weiterführende Schulen. Zehn sind nun Fünftklässler am Ulrichsgymnasium, zwölf wechselten an die IGS Marienhafe-Moorhusen, neun an die KGS in Hage, sechs an die Friederikenschule Großheide und einer an die Förderschule am Moortief Norden. Zwei wechselten zudem zum Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) Emden, drei zur FCSO.

In Wirdum gab es sieben Abgänger. Drei von ihnen wechselten an die IGS Krummhörn und vier ans JAG Emden.

Möglicherweise würde der Anteil, der die IGS Aurich wählt, steigen

In Südbrookmerland gab es laut Landkreistabelle insgesamt 166 Kinder, die die Schule wechselten. 65 davon gehen nun auf die IGS Marienhafe-Moorhusen (41,6 Prozent), 37 aufs Gymnasium Ulricianum Aurich (22,3 Prozent), 33 Schüler wählten die FCSO in Moordorf (19,9 Prozent), 18 Schüler wechselten zur Friederikenschule Großheide (10,8 Prozent) und 9 zur IGS Aurich (5,4 Prozent).

Zur Erinnerung: Lange gingen die Eltern in Südbrookmerland davon aus, dass die IGS Aurich ihren Kindern nicht mehr offensteht. Erst im Juli – also nach der Anmeldefrist für diesen Jahrgang – stellte der Landkreis auf Nachfrage klar, dass für die Kinder, die keinem Schulbezirk zugeordnet sind, Wahlfreiheit besteht. Der Anteil der Viertklässler, die im kommenden Jahr ohne Schulbezirkssatzung für Südbrookmerland die Wahl hätten und sich für die IGS Aurich entscheiden, könnte künftig also höher liegen.

Bezogen auf die einzelnen Grundschulen sah die Wahl der Kinder so aus: Von der Grundschule Moordorf gingen von 52 Viertklässlern 15 Schüler zum Gymnasium Ulricianum, vier Schüler an die IGS Aurich, 16 Schüler an die IGS Marienhafe-Moorhusen und 3 an die Friederikenschule Großheide. Weitere 14 besuchen die FCSO in Moordorf.

Acht Schüler gehen aufs JAG

Aus Moorhusen gehen von 25 Schülern nun vier aufs Ulricianum, elf an die IGS Marienhafe-Moorhusen und zehn an die Friederikenschule.

Von den 19 Viertklässlern der Tom-Brook-Grundschule gehen zwei ans Ulricianum, zwölf an die IGS Marienhafe-Moorhusen, vier an die FCSO und einer ans JAG Emden.

Von 40 Victorburer Kindern gehen vier aufs Ulricianum, eins zur IGS Aurich, 24 zur IGS Marienhafe-Moorhusen, fünf zur Friederikenschulen und sechs zur FCSO.

Aus Wiegboldsbur verteilen sich die 30 Schüler wie folgt: Zehn wechselten aufs Ulricianum, vier zur IGS Aurich, sechs zur IGS Marienhafe-Moorhusen, neun zur FCSO und einer ans JAG Emden.

Mehr als 90 Prozent der Schüler der IGS Marienhafe-Moorhusen von vor Ort

Insgesamt besuchen also nur ein Drittel der Brookmerlander Schüler und gut zwei Fünftel der Südbrookmerlander Schüler die IGS im eigenen Gemeindegebiet. Insgesamt ein weiteres Drittel der Brookmerlander Schüler hat sich für die KGS Hage, die HRS Friederikenschule oder die IGS Krummhörn entschieden. 4,7 Prozent der Schüler wählten die FCSO.

In Südbrookmerland liegt der Anteil der Schüler, die sich für die HRS Friederikenschule, die FCSO oder die IGS Aurich entschieden haben, bei 36 Prozent.

Umgekehrt rekrutiert sich die Schülerschaft der IGS Marienhafe-Moorhusen weit überwiegend aus dem Brookmerland und Südbrookmerland. 55,6 Prozent des Jahrgangs kommen aus Südbrookmerland, 35,9 Prozent aus Brookmerland und knapp 3,5 Prozent aus Norden und Großheide.

Schulen in Nachbargemeinden haben Kapazitäten bereits begrenzt

Schon im vergangenen Sommer entschieden sich zahlreiche Schüler aus den beiden Gemeinden für die KGS in Hage und die HRS Friederikenschule. Wegen des Ansturms beschloss der Rat Großheide im Dezember 2023, die schulformübergreifende Vierzügigkeit der Friederikenschule Großheide. Schüler aus dem Umland werden nur noch aufgenommen, wenn innerhalb der Vierzügigkeit nicht alle Plätze von Kindern aus Großheide beansprucht werden. Für die KGS Hage und die Realschule Aurich gelten ähnliche Regelungen, die grundsätzlich Schüler in Richtung der IGS Marienhafe-Moorhusen lenken.

Mit der Einführung eines Schulbezirks für die Gemeinden Brookmerland und Südbrookmerland wären es für den aktuellen fünften Jahrgang nur zwölf Schüler gewesen, die nun die IGS Aurich oder Krummhörn gewählt haben – immerhin eine halbe Klasse. Aber nur 4,1 Prozent des gesamten Jahrgangs.

Wie groß ist die Schülerwanderung in Ihlow und Großefehn?

Wie derzeit von Brookmerland und Südbrookmerland angestrebt wird, hat die Gemeinde Ihlow für ihre IGS die eigene Gemeinde als Schulbezirk festgelegt. Das wirkt sich insofern aus, als von den 132 Viertklässlern 25,8 Prozent auf das Gymnasium Ulricianum Aurich und 71,2 Prozent auf die IGS Ihlow gehen. Weitere insgesamt vier Ihlower Schüler (3 Prozent) besuchen die Realschule Aurich, die FSCO oder die Leinerschule Großefehn. Kein Ihlower Kind hat statt der Ihlower IGS beispielsweise eine KGS angewählt.

In Großefehn gibt es die eigene KGS, die von 107 der 127 Großefehntjer Viertklässler angewählt wurde (84,3 Prozent). Zwölf Schüler gehen ans Gymnasium Ulricianum (9,4 Prozent), drei auf die IGS Aurich (2,4 Prozent) und insgesamt drei Schüler auf die IGS Ihlow, die Förderschule Großefehn oder die FCSO (2,4 Prozent). Für die KGS Großefehn ist von der Gemeinde kein Schulbezirk festgelegt worden. 15 Schüler des neuen Jahrgangs kommen aus Wiesens, drei von anderen Auricher Grundschulen, zwei aus Wiesmoor und weitere 16 aus dem Kreis Wittmund.

So breit gestreut wie im Brookmerland (acht angewählte weiterführende Schulen) und Südbrookmerland (sechs angewählte weiterführende Schulen) ist die Schulwahl sonst nur in der Stadt Aurich (8), Großheide (7) und der Stadt Norden (7). Viertklässler aus Dornum, Ihlow, Hinte und Wiesmoor haben sich je Gemeinde auf fünf Schulen verteilt. Aus Hage gingen Viertklässler an vier weiterführende Schulen, aus der Krummhörn auf drei.

Die Auricher Schüler verteilen sich laut Tabelle des Landkreises auf das Ulricianum (108), die IGS Aurich (94), IGS Ihlow (1) KGS Großefehn (18), Realschule Aurich (138), Förderschule KME (1), FCSO (14), Oberschule Westerholt (6).

Die Baltrumer, Juister und Norderneyer Schüler gehen zur jeweiligen Inselschule.

Die Dornumer Viertklässler haben sich für das Ulrichsgymnasium (1), die KGS in Hage (5), die Realschule Dornum (25), die Oberschule Westerholt (3) und das Nige Esens (12) entschieden. Großheider Schüler entschieden sich für das Ulrichsgymnasium (16), die IGS Marienhafe-Moorhusen (1), die KGS in Hage (8), die Friederikenschule Großheide (46), Förderschule am Moortief (1), die FCSO (4) und die Oberschule Westerholt (2).

Schüler aus Hage besuchen das Ulrichsgymnasium (24), die KGS in Hage (51), Realschule Dornum (1) und die Friederikenschule (2). Die Schüler aus Hinte gehen auf die IGS Krummhörn (41), die IGS Ihlow (1), die FCSO (1), das JAG Emden (12) und das Max-Windmüller-Gymnasium Emden (11).

Die Schüler aus der Krummhörn entschieden sich für die IGS Krummhörn (76), die Förderschule am Moortief (1) und das JAG Emden (20).

Die Viertklässler der Stadt Norden entscheiden sich für das Ulrichsgymnasium (74), die IGS Marienhafe-Moorhusen (3), die KGS in Hage (1), die KGS in Norden (97), die Friederikenschule (20), Förderschule KME (1) und das JAG Emden (1).

Aus Wiesmoor wechselten Viertklässler an das Ulricianum (2), die IGS Ihlow (2), die KGS Großefehn (2), die KGS Wiesmoor (93) und die Förderschule in Großefehn (3).

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