Migration im Landkreis Aurich  Flüchtlingsheim in Georgsfeld wird später fertig

| | 29.10.2024 16:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hier sollen bald Flüchtlinge einziehen: Das frühere WfbM-Wohnheim an der Moordorfer Straße 124.Foto: Aiko Recke
Hier sollen bald Flüchtlinge einziehen: Das frühere WfbM-Wohnheim an der Moordorfer Straße 124.Foto: Aiko Recke
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Eigentlich sollten die ersten Bewohner an der Moordorfer Straße im November einziehen. Doch der Umbau verzögert sich. Die Ortsbürgermeisterin setzt auf aktive Integration.

Aurich - Weil sich die Bauarbeiten am Gebäude noch hinziehen, wird sich die Inbetriebnahme der neuen Flüchtlingsunterkunft in Aurich-Georgsfeld voraussichtlich um etwa einen Monat verzögern. Das teilte die Auricher Kreisverwaltung auf Anfrage dieser Zeitung mit. Bislang war die Inbetriebnahme in dem früheren Wohnheim der WfbM an der Moordorfer Straße für den 1. November angekündigt gewesen.

Der genaue Termin für eine geplante Informationsveranstaltung für die Anwohner in dem kleinen Auricher Ortsteil stehe noch nicht endgültig fest. „Aber die abschließenden Vorbereitungen laufen. Hierzu werden wir zeitnah informieren“, heißt es aus dem Auricher Kreishaus.

Ortsbürgermeisterin: „Werden uns viel Mühe geben“

Die Ortsbürgermeisterin von Georgsfeld/Tannenhausen, Gerda Küsel (SPD), berichtete am Montagabend im Ortsrat zum aktuellen Stand, wie sie auf Anfrage sagte. Sie sei in enger Absprache mit dem Landkreis. Der Infoabend solle voraussichtlich Ende November stattfinden, auch eine Begehung der Unterkunft für die Anwohner soll dann möglich sein. Auch mit dem benachbarten Schützenverein wolle man weitere Gespräche führen, so Küsel. Die Ortsbürgermeisterin hatte beruflich 22 Jahre lang im Sozialamt der Stadt Schortens mit dem Thema Flüchtlinge zu tun. Dort habe sie gute Erfahrungen gemacht, berichtet sie. „Wir werden uns viel Mühe geben, damit Integration stattfindet“, so Küsel.

Die Ortsbürgermeisterin weiß, dass es in Georgsfeld eine nennenswerte Zahl an kritischen Stimmen zur Migration geben könnte. Denn die AfD war dort bei der Europawahl im Mai mit 25 Prozent stärkste Partei vor CDU und SPD – und holte dort ihr drittbestes Ergebnis im Auricher Stadtgebiet.

Platz für 30 Bewohner

Doch Küsel will den Kritikern pragmatisches Anpacken entgegensetzen: Es werde nicht so sein, dass alle 30 Bewohner auf einmal einziehen würden, sondern nach und nach. „Wir gehen da nicht mit Ängsten ran, sondern mit der Einstellung: Das geht auch in Georgsfeld“, so Gerda Küsel.

Wie berichtet, will der Landkreis in dem ehemaligen WfbM-Wohnheim 30 Geflüchtete unterbringen. Die Koordination des laufenden Betriebs wird der Ortsverband Aurich der Johanniter-Unfall-Hilfe, der bereits auf dem ehemaligen Kasernengelände mit dem Kreis zusammenarbeitet, übernehmen.

Kritik an Informationspolitik des Landkreises

Ortsratsmitglied Sabine Reck (AWG) hatte zuvor Kritik an der Informationspolitik des Landkreises Aurich geäußert. Einige Anwohner fühlten sich „überrumpelt“, hatte sie berichtet.

Wegen des anhaltenden Zustroms von Geflüchteten suchte der Landkreis Aurich nach eigener Auskunft nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Insgesamt leben derzeit mehr als 2300 Flüchtlinge in Unterkünften des Landkreises, davon 1355 in 327 privaten Wohnungen und 700 auf dem Auricher Kasernengelände..

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