Politiker aus Südbrookmerland Detlev Krüger will als Einzelkandidat in den Bundestag
Der Südbrookmerlander saß bislang im Landesvorstand der Freien Wähler Niedersachsen. Doch die neue Richtung der Partei im Land gefällt Krüger nicht. Er zog Konsequenzen.
Südbrookmerland - Jetzt will er es auf eigene Faust versuchen: Detlev Krüger aus Südbrookmerland will als Einzelkandidat im Wahlkreis Aurich-Emden für die Bundestagswahl am 28. September 2025 kandidieren. Krüger, der bereits bei der Bundestagswahl 2021 und der Landtagswahl 2022 kandidiert hatte, ist bei den Freien Wählern, zu deren niedersächsischem Landesvorstand er bisher gehörte, ausgetreten.
Die Entscheidung sei nach dem Landesparteitag der Freien Wähler Niedersachsen am vergangenen Wochenende in Walsrode gefallen, sagte Krüger auf Anfrage dieser Zeitung. Dort sei ein komplett neuer Landesvorstand gewählt worden. Schon im Vorfeld des Parteitags hatte sich aber ein Konflikt zwischen älteren Parteimitgliedern und neuen Mitgliedern aus dem Umfeld der Landwirtschaftsproteste angebahnt, erklärte Krüger. Diese hätten zunächst wohl eine eigene Partei gründen wollen, sich dann aber den Freien Wählern angeschlossen. Am Ende seien zwei Lager entstanden. Die Partei sei zuletzt stark gewachsen, dadurch aber sei es schwer geworden, die Strukturen noch zu koordinieren.
Bei der Wahl auf dem Landesparteitag hätten die Vertreter der „Gummistiefel-Fraktion“, also aus der Landwirtschaft, stark mobilisiert, berichtet Krüger. Am Ende habe diese Gruppierung den gesamten Vorstand besetzt.
Inhaltliche Ausrichtung der Bauern-Fraktion gefiel Krüger nicht
Letztlich sei er aber wegen der neuen inhaltlichen Ausrichtung ausgetreten. Die Verengung auf Landwirtschaftsthemen sei ihm zu einseitig, so Krüger. „Diese Richtung verfolge ich nicht“, so der Südbrookmerlander. Ein weiterer Punkt: beim Parteitag gab es offenbar Debatten über die Abgrenzung nach Rechts, insbesondere zur AfD. Krüger will mit den Rechtspopulisten nicht kooperieren. „Ich kann mit denen nichts anfangen“, betont er. Er wolle aber durchaus mit Themen, die die Menschen bewegen, auch den Protest auffangen, der sonst womöglich bei der AfD landen würde. „Ich bin die Alternative zur Alternative“, so Krüger.
Auf seiner Facebook-Seite schreibt Krüger: „Für mich zählt nicht das Parteibuch, sondern die direkte Verbindung zu den Menschen hier vor Ort.“ Zwar böten Parteien Ressourcen und Netzwerke, die den Wahlkampf erleichtern. „Doch ich bin überzeugt, dass wir eine Stimme im Bundestag brauchen, die unabhängig und direkt für unsere Region spricht - ohne Kompromisse zugunsten von Parteiinteressen.“
Krüger braucht 200 Unterstützerunterschriften
Um als Einzelbewerber bei der Bundestagswahl im September 2025 antreten zu dürfen, muss Detlev Krüger nun 200 Unterstützerunterschriften im Wahlkreis Aurich-Emden sammeln. „Das dürfte kein Problem sein“, ist sich der schon wahlkampferprobte Südbrookmerlander sicher.
Bei der Bundestagswahl 2021 holte Detlev Krüger auf dem Ticket der Freien Wähler nur 3,1 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Aurich-Emden - was zusammen mit Diedrich Kleen von der Tierschutzpartei den sechsten Platz bedeutete.
Bei der Landtagswahl 2022 dagegen erreichte Krüger 13 Prozent der Stimmen - und damit das drittbeste Erststimmenergebnis nach Wiard Siebels (SPD) und Saskia Buschmann (CDU). Daran wolle er anknüpfen, sagte Krüger.
Keine Veränderung in kommunalpolitischer Arbeit
Krüger sitzt außerdem für die 14-köpfige FWG-Fraktion im Südbrookmerlander Gemeinderat und für die achtköpfige Freie Wählergemeinschaft im Auricher Kreistag. An seinen kommunalpolitischen Aktivitäten werde sich durch seien Austritt bei den Freien Wählern nichts ändern, betonte Krüger.
Bislang haben im Wahlkreis Aurich-Emden zwei weitere Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen: Bundestagsabgeordneter Johann Saathoff (SPD, Krummhörn) will zum vierten Mal seit 2013 direkt ins deutsche Parlament einziehen, Dr. Joachim Kleen (CDU, Großheide) tritt zum zweiten Mal nach 2021 an.