Elternbefragung zur IGS  Sorgen wegen Drogen, Gewalt und Unterrichtsausfall

| | 12.10.2024 09:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das IGS-Gelände in Moorhusen. Foto: Holger Janssen
Das IGS-Gelände in Moorhusen. Foto: Holger Janssen
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Was denken Eltern über die IGS Marienhafe Moorhusen? Die Ergebnisse einer Befragung wurden nun vorgestellt.

Südbrookmerland/Marienhafe - Wie denken Eltern von Grundschülern über die IGS Marienhafe-Moorhusen? Was wünschen sie sich und wo sehen sie Veränderungsbedarf? Das wollten die Gemeinde Südbrookmerland und die Samtgemeinde Brookmerland wissen und starteten vor etwa einem Jahr eine Elternbefragung. Bis zur vergangenen Woche ließ man sich Zeit, die Ergebnisse vorzustellen – hinter verschlossener Tür. Auf Anfrage unserer Redaktion gab die Samtgemeinde Brookmerland als Schulträger nun jedoch einige Informationen heraus.

Samtgemeinde fasst Ergebnisse zusammen

Die Teilnehmer an der Befragung hätten wertvolle Einblicke, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Schulwechsel ihrer Kinder, gegeben, heißt es in einer von Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels versandten Pressemitteilung. Darin werden die Ergebnisse der Befragung zusammengefasst. Beispielsweise zu den Wünschen der Eltern in Bezug auf die Schulabschlüsse für ihre Kinder, Schulverpflegung, Sicherheit auf dem Schulweg und die Gestaltung der Pausen und Aufenthaltsräume. „Ein ansprechender Außenbereich und altersgerechte Angebote sollen durch eine sorgfältige Pausenaufsicht zur Prävention von Drogenmissbrauch und gewaltbezogenen Themen beitragen“, schreibt die Samtgemeinde. Tatsächlich werden Themen wie Drogen, Mobbing und Gewalt in der Auswertung mehrfach genannt. Immer wieder ist zu diesen Punkten auch Kritik von Eltern zu hören, deren Kinder die IGS besuchen.

Passend dazu war in der Elternbefragung auch die Schulsozialarbeit mehrfach Thema. „Die Eltern setzen hier nicht nur auf einen Ansprechpartner vor Ort, sondern auf die Möglichkeit, über Mobbing, soziale Medien und Gewalt aufzuklären“, heißt es in der Mitteilung der Samtgemeinde.

Mit der Befragung sollte herausgefunden werden, warum sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Eltern für andere Schulen, nicht aber für die IGS Marienhafe-Moorhusen entschieden haben. Zuletzt waren die Anmeldezahlen an der Schule rückläufig.

Beteiligung ließ zu wünschen übrig

Die Beteiligungsquote hätte durchaus besser sein können, um ein aussagekräftiges Bild zu liefern. In Südbrookmerland kam ungefähr jeder dritte Fragebogen ausgefüllt zurück (110), im Brookmerland war es gerade einmal jeder Sechste (39). Ein Grund dafür könnte sein, dass die Fragestellung unter Umständen so verstanden werden konnte, dass sich diese nur an Eltern richtet, die ihre Kinder für den Besuch der IGS anmelden wollten. Fragen nach Gründen dafür, warum sich Eltern für andere Schulen entscheiden, fehlten in dem Fragebogen.

Über den Fragebogen war im Vorfeld in der IGS-Arbeitsgemeinschaft der beiden beteiligten Gemeinden mehrfach diskutiert worden, wie aus Teilnehmerkreisen zu hören ist. Wie man dort nun mit den Ergebnissen umgeht, bleibt zunächst offen. Sie würden in die weitere Planung und Entwicklung der Schule einfließen, heißt es in der Mitteilung. Konkrete Maßnahmen werden jedoch nicht genannt.

Die gibt es dafür auf anderer Ebene: Offenbar aus Sorge darüber, dass sich künftig noch mehr Eltern gegen die IGS Marienhafe-Moorhusen entscheiden, sollen Schuleinzugsbereiche festgelegt werden. Das hätte zur Folge, dass bei Anwahl einer IGS Kinder aus Südbrookmerland und Brookmerland künftig gezwungen wären, sich für Marienhafe-Moorhusen zu entscheiden. Nur wenn die Wahl auf eine andere Schulform fällt, können sie andere Schulen besuchen. Zahlreiche Eltern nutzen diese Möglichkeit schon heute und melden ihre Kinder beispielsweise an der Friederikenschule in Großheide oder an der Realschule in Aurich an. Auch das Gymnasium Ulricianum in Aurich und das Ulrichsgymnasium in Norden erhalten regen Zulauf aus den beiden Gemeinden. Theoretisch wäre derzeit auch noch eine Anmeldung der Kinder an der IGS in Aurich oder der IGS Krummhörn möglich. Dieser Weg wird jedoch durch die Einführung der Schuleinzugsbereiche versperrt. In Teilen der Elternschaft stößt genau das auf Kritik und wird als Versuch gesehen, die Anmeldezahlen an der IGS Marienhafe-Moorhusen durch Zwang zu sichern, statt die immer wieder angesprochenen Kritikpunkte anzugehen.

Zweckvereinbarung bleibt Thema

Ein weiteres Thema, das die beteiligten Gemeinden rund um die IGS beschäftigt, ist der Abschluss einer neuen Zweckvereinbarung. Das Verfahren zieht sich bereits seit geraumer Zeit hin. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Offenbar soll sich nach der Vorbereitung durch den Arbeitskreis nun die Politik mit dem Thema beschäftigen. Ein Selbstläufer scheint das aber nicht zu sein. In einem von der Samtgemeinde Brookmerland zur Verfügung gestellten Schreiben heißt es: „Zwischenzeitlich ist erkennbar, dass die Anmeldezahlen für den Jahrgang 5 deutlich zurückgehen. Im Bezug auf die Zweckvereinbarung stellt sich hier die Frage, inwieweit dauerhaft eine wirtschaftlich vertretbare Auslastung beider Schulstandorte gegeben ist und welche Maßnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz ergriffen werden können.“ In einem früheren Gespräch mit unserer Redaktion hatte Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels auch anklingen lassen, dass die IGS bei weiterhin niedrigen Anmeldezahlen auch ausschließlich am Standort Marienhafe betrieben werden könne. Allerdings kommt bislang der größte Teil der IGS-Schüler aus Südbrookmerland. Und dass man dort das Schulgebäude in Moorhusen leer stehen lassen würde, gilt als unwahrscheinlich.

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