Liste liegt vor  Stadt Aurich plant Millionen-Investitionen

| | 08.10.2024 21:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Ortsbrandmeister Bernd Saathoff kann sich auf ein neues Feuerwehrhaus und zwei neue Fahrzeuge freuen. Foto: Romuald Banik
Ortsbrandmeister Bernd Saathoff kann sich auf ein neues Feuerwehrhaus und zwei neue Fahrzeuge freuen. Foto: Romuald Banik
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Große Beträge fließen in die Feuerwehrausstattung, aber auch in Altstadtsanierung, Straßen, Kaserne und Kitas. Das sind die wichtigsten Projekte für die nächsten vier Jahre.

Aurich - Von einem Haushalt, der in den kommenden Jahren „abschmiert“, sprach der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann bei der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs in der vergangenen Woche. Der Hauptgrund sind hohe laufende Kosten, die nicht komplett erwirtschaftet werden können.

Gleichwohl muss und will die Stadt investieren. Die Anhörung der Ortsräte dazu beginnt am Mittwoch, 9. Oktober, in Dietrichsfeld/Pfalzdorf/Plaggenburg sowie Brockzetel/Wiesens. Eine Beschlussvorlage bietet eine erste Übersicht über die bis 2028 geplanten Projekte. Im nächsten Jahr sind mehr als 25 Millionen Euro aufgeführt. Hinzu kommt noch die Fortsetzung des Ausbaus und der Sanierung der Stadtentwässerungsanlagen. Auch für die Jahre 2026 bis 2028 liegen die jeweils angesetzten Beträge zwischen 24 und 30 Millionen Euro. Insgesamt geht es also um eine Summe von mehr als 100 Millionen Euro.

Ein Feuerwehrhaus und mehrere Fahrzeuge

Dabei geht es im Wesentlichen um den Ausbau von Kitas und Ganztagsbetreuung, um Straßensanierungen, die Fortsetzung der Altstadtsanierung, die Konversion des Kasernengeländes und Investitionen in Feuerwehren.

Für das neue Feuerwehrhaus der Kernstadt an der Egelser Straße sind für 2025 bereits 1,5 Millionen Euro und für den Bau in den Jahren 2027 und 2028 dann 3,4 und 5 Millionen Euro eingeplant. Weiteres Geld fließt in neue Fahrzeuge für die Ortswehren. Die Kernstadt bekommt 2026 ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug im Wert von 550.000 Euro und 2027 ein Löschfahrzeug im Wert von 450.000 Euro. Ein weiteres Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug geht 2027 nach Middels, ein weiteres Löschfahrzeug 2028 nach Wiesens. Außerdem bekommen die Wehren Haxtum und Walle Mannschaftsfahrzeuge für je 65.000 Euro.

Ein Ortsrat hat gar keine Investitionen zu beraten

Elf Ortsräte und acht Fachausschüsse werden sich in den nächsten Wochen intensiv mit den Details der Auricher Haushaltsplanung befassen – auch mit den sie jeweils betreffenden Investitionen. Neben den Projekten von ortsübergreifender Bedeutung, wie der weiteren Umsetzung des Masterplans Radverkehr oder dem Ausbau der Grundschulen für eine verlässliche Ganztagsbetreuung ab 2026, haben fast alle Ortsräte auch spezielle Investitionen in ihrem Zuständigkeitsbereich zu beraten. Dabei fällt auf: In den kommenden vier Jahren ist dort unterschiedlich viel los beim Ausbau der Infrastruktur.

Gar keine eigenen Eintragungen hat der Ortsrat Popens. In Georgsfeld/Tannenhausen geht es nur um fünfstellige Beträge bei der Ausstattung des Kindergartens Immenkörv, bei der Stromversorgung des Parkplatzes am Badesee und einer Überdachung für den Reitverein. In Dietrichsfeld/Pfalzdorf/Plaggenburg beraten die Mitglieder über die Ausstattung des Kindergartens und der Grundschule. Und in Wiesens sind die einzigen größeren Posten die Erneuerung der Heizung der Grundschule und der Kauf des Löschfahrzeugs. In Schirum geht es vor allem um eine Ersatzwegeführung dort, wo die Kroglitzbrücke nun fehlt. Auch in Walle wird über weniger als 100.000 Euro beraten, nämlich vor allem über die Ausstattung von Kita und Schule. In Langefeld/Middels/Spekendorf umfasst die Investitionsliste vor allem die Erweiterung des Gewerbegebiets.

Zwei Kita-Neubauten plus zwei Erneuerungen

Größere Investitionen stehen in der Kernstadt, in Egels-Wallinghausen, in Upstalsboom und in Sandhorst an. In Sandhorst sind für nächstes Jahr der Grunderwerb für die Erweiterung des Industriegebiets Nord für 500.000 Euro und die Sanierung des Südewegs und der Sandhorster Allee für insgesamt 1,1 Millionen Euro geplant.

Der Erweiterungsbau der Realschule wächst bereits in die Höhe und schlägt im Haushalt im nächsten Jahr noch mit gut 1,6 Millionen Euro zu Buche. Foto: Romuald Banik
Der Erweiterungsbau der Realschule wächst bereits in die Höhe und schlägt im Haushalt im nächsten Jahr noch mit gut 1,6 Millionen Euro zu Buche. Foto: Romuald Banik

Bei den anderen Ortsräten sind die Investitionen in Bildung große Faktoren: Mit 1,65 Millionen Euro steht die Realschule (Kernstadt) im Budget für 2025. Der Anbau muss fertiggestellt und für weitere 500.000 Euro ausgestattet werden. Zudem wird für 100.000 Euro ein Aufzug zur Aula eingebaut.

Für den Ersatzbau der Kita Wasserturm (Kernstadt), die seit September wegen Schimmelbefalls geschlossen ist, sind im nächsten Jahr eine Million Euro und in den Folgejahren vier Millionen Euro reserviert. Der Neubau einer Kita „Um West“ beschäftigt den Ortsrat Upstalsboom. Eingeplant sind dafür eine Million im nächsten Jahr sowie vier Millionen Euro in den Folgejahren. Es tauchen aber noch zwei weitere Kitas auf, in die große Summen fließen: In der Kernstadt ist im Haushaltsplanentwurf ein Neubau der Kita Finkennüst für insgesamt fast 1,9 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren eingestellt. Für die Sanierung und Erweiterung der Kita Lindenbaum in Wallinghausen sind für nächstes Jahr 750.000 Euro veranschlagt.

Knapp 13 Millionen Euro für die Konversion

Ein weiterer großer Posten ist die Straßenerneuerung: Größere Posten im Stadtgebiet sind neben dem Südeweg und der Sandhorster Allee der Ausbau des Geh- und Radweges an der Egelser Straße für 100.000 Euro im nächsten sowie die mit 500.000 Euro veranschlagte Umgestaltung des Gehwegs am Schoolpad im übernächsten Jahr.

In der Kernstadt sollen die Reilstraße (2026: 150.000 Euro), die Lambertistraße und der Hammerkeweg (2026/27: 850.000 Euro), die Andreaestraße (2027/28: 580.000 Euro), Bereiche der Kirchdorfer Straße (2027: 800.000 Euro), der Fischteichweg (2027/28: 750.000 Euro), die Glupe (2025/2026: 1,14 Millionen Euro), die Dwarsglupe (2026/27: 540.000 Euro), die innenstadtnahen Nebenanlagen der Esenser Straße (2027/28: 950.000 Euro), die Mittelspur der Norderstraße (2026: 100.000 Euro), die innenstadtnahen Nebenanlagen der Oldersumer Straße (2026: 275.000 Euro) und die Hans-Böckler-Straße (2027/28: 600.000 Euro) wieder schick gemacht werden.

Die Konversion des Bundeswehrgeländes schlägt im nächsten Jahr mit 790.000 Euro, in den drei Folgejahren mit Beträgen von jeweils etwa vier Millionen Euro zu Buche.

Steg am Hafen wieder Thema

Bei der Altstadtsanierung müssen noch Projekte fertig werden: In die Bereiche zwischen Nürnburger Straße, Große Mühlenwallstraße sowie Georgswall im Süden fließen insgesamt laut Plan bis 2028 noch 2,8 Millionen Euro. Am Ende der Burgstraße und auf dem Schlossplatz werden 2025/26 noch 830.000 Euro investiert.

Und offenbar gibt es auch wieder Sanierungsbedarf am Hafen. Für die Steganlage sind für übernächstes Jahr 500.000 Euro eingeplant. Erst 2018 war dort Geld investiert worden.

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