Straßenbeleuchtung in Südbrookmerland  Licht oder nicht?

| | 08.10.2024 16:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Frau geht auf einem ausgeleuchteten Weg. Foto: Daniel Karmann/DPA
Eine Frau geht auf einem ausgeleuchteten Weg. Foto: Daniel Karmann/DPA
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Jahr für Jahr wird in Südbrookmerland kontrovers über die Straßenbeleuchtung diskutiert. Nun gibt es neue Ideen. Wie die aussehen und wo überall Lampen aufgestellt werden sollen.

Südbrookmerland - Jahr für Jahr wird das Thema in Südbrookmerland kontrovers diskutiert, wo neue Straßenlaternen aufgestellt werden. Die Argumente sind dabei immer die gleichen, nur die Orte ändern sich. Grundsätzlich gilt in der Gemeinde, dass die sogenannte Streckenbeleuchtung nicht gewünscht ist und man sich vorwiegend auf neuralgische Punkte konzentrieren möchte. Auf einige neue Straßenlaternen konnte man sich einigen – und es gab eine neue Idee.

In der jüngsten Sitzung des Südbrookmerlander Bauausschusses war die Straßenbeleuchtung einmal mehr Gegenstand der Diskussionen. Die Frage dabei: Wo sollen für das Restbudget von immerhin 30.000 Euro neue Laternen aufgestellt werden? Seitens der SPD wollten die Ratsmitglieder Hinrich Albrecht und Berthold Lübben zunächst wissen, was aus dem Versuchsprojekt mit zwei solarbetriebenen Straßenlaternen geworden ist.

Solarbetriebene Leuchten enttäuschen

Wie berichtet, wurden diese angeschafft und hinter dem Rathaus aufgestellt, um Erfahrungen zu sammeln. Schließlich sei die Installation deutlich günstiger, weil das aufwendige Verlegen von Stromkabeln wegfalle. Doch Frank Süßen vom Bauamt zog eine ernüchternde Bilanz. Für den öffentlichen Verkehrsraum seien die Solarlampen ungeeignet. Besonders in der dunklen Jahreszeit reichen die Sonnenstunden nicht aus, um die Batterien für eine ausreichende Leuchtdauer aufzuladen.

Eine andere Idee brachte Georg Wegener (SBL) ins Spiel. Er berichtete von zwei Anwohnern im Sandkamp, die bereits Straßenlaternen auf ihrem Grundstück installiert und an das eigene Hausstromnetz angeschlossen haben. Diese Initiative zeige den Wunsch der Anwohner nach einer durchgängigen Beleuchtung. Wegener schlug vor, dieses Engagement zu unterstützen. Andreas Collmann (FWG) pflichtete ihm bei. Die Gemeinde könnte das Material stellen, während die Stromkosten vom Bürger getragen würden. Außerdem erkundigte sich Wegener nach Fördermöglichkeiten im Rahmen der Dorfentwicklung. Diese sollen nun von der Verwaltung geprüft werden.

Das sagen Befürworter und Kritiker

Doch ist eine größere Zahl an Straßenlaternen in der Gemeinde überhaupt wünschenswert? Darüber wird bundesweit immer wieder gestritten. Befürworter argumentieren, dass eine gute Beleuchtung die Sicherheit erhöht, Unfälle reduziert und das Sicherheitsgefühl der Bürger stärkt. So argumentierte die Gewerkschaft der Polizei im Zuge der Energiekrise, dass insbesondere Fußgänger und Radfahrer von mehr Licht profitierten. „Wer die Verkehrswende will, darf Fahrradfahrende und Fußgänger nicht unnötig gefährden“, hieß es. Die Gewerkschaft lehnte die seinerzeit vielerorts diskutierte frühere Abschaltung der Straßenlaternen aus Energiespargründen ab.

Naturschützer sehen hingegen Gefahren für viele Tier- und Pflanzenarten durch zunehmende „Lichtverschmutzung“. Ein Kritikpunkt: „Allein an Deutschlands Straßenlaternen sterben 100 Milliarden Insekten während des Sommers. Sie sterben an Erschöpfung wegen der Dauerumkreisung des Lichts, verbrennen oder fallen angelockten Fressfeinden zum Opfer“, wie es auf der Internetseite der Organisation „Paten der Nacht“ heißt.

Hier sollen neue Laternen aufgestellt werden

Und was passiert nun mit den noch zur Verfügung stehenden 30.000 Euro? Die Ausschussvorsitzende Sophia Ulferts-Dirksen ließ über zwei Beschlussvorschläge abstimmen. Der erste Vorschlag, die Antragsliste mit spezifischen Standorten abzuarbeiten, wurde einstimmig angenommen. Konkret sollen für das Geld Straßenlaternen an den Standorten Ostvictorburer Straße 129, Westvictorburer Straße 68, Moorweg 266, Ostvictorburer Straße 37, Extumer Gaste 5a, Extumer Gaste 24, Moorburger Straße 28 und Süderstraße 92 aufgestellt werden. Der zweite Vorschlag, für das kommende Haushaltsjahr 50.000 Euro für neue Straßenbeleuchtungen bereitzustellen, ging ebenfalls mehrheitlich durch. An welchen Stellen im Gemeindegebiet dafür Laternen aufgestellt werden, ist noch nicht sicher. Zwar gibt es eine dafür Prioritätenliste, über die dürfte aber auch im nächsten Jahr wieder diskutiert werden.

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