Flüchtlingsunterbringung in Aurich Anwohner in Georgsfeld fühlen sich laut Ortsratmitglied „überrumpelt“
Ab November sollen bis zu 30 Flüchtlinge ins ehemalige WfB-Heim an der Moordorfer Straße einziehen. Ein Ortsratsmitglied kritisiert, die Anwohner fühlten sich nicht ausreichend informiert.
Aurich - Nicht ausreichend informiert fühlen sich offenbar Anwohner der künftigen neuen Flüchtlingsunterkunft in Aurich-Georgsfeld. „Wir wurden ein bißchen überrumpelt“, sagte Sabine Reck, die für die AWG Mitglied im Ortsrat Georgsfeld/Tannenhausen ist. Einige der Anwohner seien auf sie zugekommen wegen des Themas. Sie machten sich große Sorgen, da sie bisher kaum etwas über die Pläne wüssten. Zwar hätten einige ein Schreiben des Landkreises bekommen, berichtet Reck. Doch darin seien nur wenige Informationen enthalten gewesen. „Den Brief hätte sich der Landkreis schenken können“, meint Reck. Sie weist daraufhin, dass es im Dorf wenig Infrastruktur für die Flüchtlinge gibt, zum Beispiel kein Kiosk und keinen Supermarkt.
Auch sei nicht bekannt, welcher Personengruppen in die Unterkunft einziehen, ob es sich beispielsweise um Familien oder alleinreisende Männer handele. Eine entsprechende Nachfrage dieser Zeitung wurde von der Kreisverwaltung nicht beantwortet.
Kritik auch an Kurzfristigkeit
Reck fragte sich zudem, warum der Standort Georgsfeld gewählt wurde, wenn der Landkreis zugleich noch freie Plätze etwa in der Unterkunft auf dem Auricher Kasernengelände habe.
Auch der Ortsrat sei nicht angemessen informiert worden, sagt Sabine Reck. Die nächste Sitzung des Gremiums sei erst am Montag, 28. Oktober, also kurz vor der geplanten Inbetriebnahme der Flüchtlingsunterkunft zum 1. November. Das alles sei sehr kurzfristig, kritisiert das Ortsratsmitglied.
Die Auricher Kreisverwaltung hatte in den Schreiben an die Anwohner angekündigt, dass es „zu gegebener Zeit“ eine Infoveranstaltung geben soll. Wann diese stattfindet, ist noch nicht bekannt. Die Umbauarbeiten an dem ehemaligen Wohnheim der WfB laufen bereits seit längerem.
Ortsbürgermeisterin will Vereine einbeziehen
Auch Ortsbürgermeisterin Gerda Küsel (SPD) hatte auf Anfrage dieser Zeitung betont, dass Transparenz für die Anwohner in dieser Sache wichtig sei. Auch der benachbarte Boßelverein und der Schützenverein sollten miteinbezogen werden.