Debatte um Raubtier Auricher Kreistag spricht sich gegen Wolfkameras aus
Zu Überwachung bei Nutztierrissen durch Wölfe forderten die Freien Wähler die Anschaffung von speziellen Kameras durch den Landkreis Aurich. Bei den anderen Fraktionen blitzte der Vorschlag klar ab.
Aurich - Schon mehrfach stand das Thema auf der Tagesordnung von Gremien des Landkreises Aurich. Die Freie Wählergemeinschaft forderte die Anschaffung von Wildkameras zur Überwachung bei Wolfsrissen. Nun lehnte der Kreistag die Forderung erneut mehrheitlich ab. „Der Wolf breitet sich aus und sorgt für Probleme, vor allem am Deich. Wir wollen ein Zeichen setzen und die Betroffenen nicht alleine lassen“, erklärte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Detlev Krüger (Südbrookmerland) noch einmal.
Roelf Odens (CDU, Krummhörn) sagte, alle Fraktionen im Kreistag seien sich bewusst, dass der Wolf Probleme schaffe. „Aber Maßnahmen müssen ja auch irgendwas bringen“, so Odens, der selber Landwirt und Jäger ist. „Wie viele Kameras wollen Sie denn aufstellen? Das ist doch Augenwischerei“, sagte Odens in Richtung Krüger.
SPD-Fraktionschef: „Kameras in Praxis nicht umsetzbar“
Auch SPD-Fraktionschef Johannes Kleen sagte: „Das Betreiben von Kameras ist für den Landkreis in der Praxis nicht umsetzbar.“ Dass Betroffene von Wolfsrissen unterstützt werden sollen, sei selbstverständlich, so Kleen.
Olaf Wittmer-Kruse (Grüne, Krummhörn) meinte ebenfalls: „Wolfsmonitoring ist notwendig. Aber dafür gibt es andere Mittel. Die Kameras wehren auch keine Gefahren ab.“ Bereits im Juni war der Antrag im Umweltausschuss gescheitert.
Kuno Behrends (SPD, Großheide) hatte seinerzeit gesagt: „Dieser Antrag ist so sinnvoll wie ein Kühlschrank in der Antarktis. Die Wildkameras sind ein Schuss in den Ofen. Die bringen niemandem was.“