Streit im Auricher Kreistag SPD kritisiert CDU-Äußerungen zur Notaufnahme
Hilko Gerdes und Sven Behrens hatten sich zur Lage der Krankenhäuser geäußert. SPD-Mann Theo Wimberg meint, das habe für unnötige „Unruhe“ gesorgt. Andere wünschen sich mehr Informationen.
Aurich - Kritik an den jüngsten Äußerungen der CDU/FDP-Kreistagsgruppe zu den Krankenhäusern in Aurich und Norden hat jetzt der SPD-Kreistagsabgeordnete Theo Wimberg (Norden) geäußert. „Wir haben eigentlich derzeit Ruhe in der Krankenhauslandschaft“, sagte Wimberg am Dienstag im Gesundheitsausschuss. Mit ihrer jüngsten Pressemitteilung habe die CDU/FDP-Gruppe wieder für Unruhe gesorgt.
Aufsichtsratsmitglied Hilko Gerdes und Gruppenvorsitzender Sven Behrens hatten in ihrer Mitteilung unter anderem kritisiert, dass es „über die Arbeit in den Notaufnahmeabteilungen in unseren beiden Krankenhäusern nach wie vor viele, zu viele Beschwerden und Kritik unserer Patienten gibt“. Es gebe „erhebliches Verbesserungspotenzial“.
Wimberg plädierte dagegen dafür, Fragen zum Krankenhaus im Gesundheitsausschuss auszutauschen. „Wir tun uns keinen Gefallen, in diese Richtung wieder Stimmung zu verbreiten“, so der SPD-Kreispolitiker. Hilko Gerdes erklärte, Klinik-Geschäftsführer Dirk Balster habe sich sogar bei ihm bedankt.
Kleine Fraktionen wünschen sich mehr Informationen
Hans-Gerd Meyerholz (Freie Wählergemeinschaft, Aurich) wiederum wünschte sich mehr Informationen zu wichtigen Entscheidungen in den Kliniken. Über die Besetzung einiger Chefarztstellen erfahre man nur aus der Zeitung. Die Freie Wählergemeinschaft ist im wichtigen Aufsichtsrat der Trägergesellschaft nicht vertreten. Dort sitzen aus dem Auricher Kreistag nur Vertreter der größten Fraktionen von SPD und CDU.
Um alle Kreistagsabgeordnete regelmäßig zu informieren, wurde eine regelmäßige Klausurtagung eingeführt – hinter verschlossenen Türen. Die nächste Sitzung ist am Montag, 30. September, im Auricher Seminarhotel angesetzt.
Erster Kreisrat: „Macht Unterschied, ob Presse dabei ist“
Angelika Albers (Grüne, Rechtsupweg) wollte wissen, warum die Klausurtagungen nicht-öffentlich sind. Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert erklärte, die Klausurtagungen seien auf Initiative der Kreispolitik entstanden. Im nächsten Termin gehe es um die ambulante Versorgung. Puchert sagte, es mache einen Unterschied, ob bei Sitzungen Pressevertreter oder Zuschauer anwesend seien oder nicht. Gleichwohl wolle man in den Tagungen über Themen sprechen, die später auch öffentlich diskutiert werden, so Puchert.