Alte Feuerwehrhäuser Viel Platz und erste Interessenten
Durch den Neubau von Feuerwehrhäusern werden in den alten Gebäuden in Südbrookmerland Räume frei. Erste Interessenten für die künftige Nutzung gibt es bereits.
Südbrookmerland - Noch gibt es für den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses in Münkeboe nicht einmal eine Genehmigung – ganz zu schweigen von einem Termin für den Baubeginn. Ideen, was irgendwann aus dem bisherigen Domizil der Einsatzkräfte werden soll, liegen dafür schon auf dem Tisch. Mit einer muss sich voraussichtlich bald die Politik beschäftigen.
In Wiegboldsbur und Uthwerdum war es vor allem die Größe der alten Gerätehäuser, die ausschlaggebend für die Neubau-Entscheidungen der Gemeinde war. In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen an die Gebäude verändert, sodass die bestehenden Häuser nicht mehr ausreichten. Grundsätzlich sind die Gebäude aber noch gut in Schuss, sodass sich bei jedem Neubau die Frage nach der künftigen Nutzung des Altbestandes stellt. So wird das Gebäude in Wiegboldsbur seit geraumer Zeit von einem privaten Krankentransportunternehmen genutzt. Im ehemaligen Uthwerdumer Feuerwehrhaus befindet sich einerseits eine Wohnung und andererseits eine Halle, die vom Bauhof genutzt wird. Laut Bürgermeister Thomas Erdwiens ist allerdings geplant, das Gebäude demnächst der Uthwerdumer Kinder- und Jugendfeuerwehr zur Verfügung zu stellen.
Boßler wollen Zukunft des Vereins sichern
Eine Idee für die Nachnutzung des Feuerwehrhauses in Münkeboe bringt nun die CDU/FDP-Gruppe im Gemeinderat ins Spiel. Sie hat die Gemeindeverwaltung gebeten, den Wunsch der Boßler vom KBV „Brookmerland“ Münkeboe-Moorhusen zu berücksichtigen. Demnach seien die Friesensportler auf die Politiker zugekommen und hätten ihr Interesse an der Nutzung des Gebäudes bekundet.
Vorsitzender des Vereins ist Manfred Janssen. Er betont gegenüber unserer Redaktion, dass es bei dem Interesse des Vereins vor allem darum geht, dessen Zukunft zu sichern. „Wir sind mit unserem jetzigen Vereinsheim sehr zufrieden und haben ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Vermieter“, sagt Janssen auf Anfrage. Seit Jahren nutzen die Friesensportler Räume in der früheren Gaststätte Christians, die sie angemietet haben. Gäbe es einen langfristigen Mietvertrag, würden sie diesen vermutlich sofort unterschreiben. „Wenn wir dort auf Dauer bleiben können, machen wir das gerne“, so Janssen. Aktuell gebe es auch keinerlei Hinweise darauf, dass die Boßler das Vereinsheim räumen müssten. Das Interesse am jetzigen Feuerwehrhaus ist deshalb vielmehr vorbeugender Natur, wie Janssen sagt. „Wir sind jetzt Mieter und hätten keine Handhabe, sollte es einmal einen Eigentümerwechsel und andere Pläne geben“, so Janssen.
Standort wäre fürFriesensportler ideal
Gemessen an der Zahl der aktiven Mannschaften gehört „Brookmerland“ zu den größten Boßelvereinen in Südbrookmerland. Zahlreiche Mannschaften gehen während der Saison auf Punktejagd. Ein eigenes Vereinsheim hat der Verein – anders als andere Vereine in Südbrookmerland – bislang nicht. Grundsätzlich ist man damit aber nicht unzufrieden. Solange bei Christians der Gaststättenbetrieb noch lief, kehrten die Boßler nach ihren Wettkämpfen dort ein. Später konnten sie die Räume anmieten. Wichtig für sie: Das gemütliche Beisammensein nach den Wettkämpfen findet möglichst nah an der Boßelstrecke statt. Das wäre auch beim Feuerwehrhaus der Fall, das nur wenige Meter von der Gaststätte Christians entfernt steht.
Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) kann sich eine Nutzung des alten Feuerwehrhauses durch die Boßler zwar gut vorstellen, tritt aber zugleich auf die Bremse. Er geht von einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren aus, bis das neue Gebäude für die Feuerwehr steht. Deshalb habe man den Vorstoß der CDU/FDP-Gruppe zunächst zur Kenntnis genommen und „auf Wiedervorlage“ gelegt.
Idee für Gebäudein Victorbur
Wenn es so weit ist, müsse zunächst einmal die Substanz des Gebäudes geprüft und mit möglichen weiteren Interessenten gesprochen werden. Fakt ist laut Erdwiens aber: Ideen oder konkrete Pläne für eine anderweitige Nutzung des Gebäudes gibt es bislang nicht.
Anders ist das beim Feuerwehrhaus in Victorbur. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr wird das Gebäude hinter dem Rathaus frei. Wegen der unmittelbaren Nähe zum Sitz der Gemeindeverwaltung sieht Erdwiens eine Fremdnutzung des Gebäudes eher skeptisch. Naheliegend wäre hingegen, dass die Gemeindeverwaltung das Gebäude selbst nutzt. Entsprechende Überlegungen gibt es laut Erdwiens bereits. Entschieden sei aber auch hier nichts. Vieles hänge von der Beschaffenheit des Gebäudes und der Höhe der nötigen Investitionen ab.
Klar ist: Durch den Neubau der Südbrookmerlander Feuerwehrhäuser werden in den alten Gebäuden Räume frei, um deren künftige Nutzung sich die Gemeinde Gedanken machen muss. Interessenten, so scheint es, gibt es genug.